Wertung: 4 von 10

Erster April und Ostern haben mir ein ganz besonders dickes Osterei beschert, das nur ein Scherz sein kann. Dieses Osterei trägt die Aufschrift „Fuck It, Rock It“ und wurde von den Osterhasen The Stilettos vorbei gebracht.


Während meiner Recherche über diese Band bin ich auf zwei gleichnamige Bands mit diesem Namen gestoßen. Die erste Truppe kommt aus San Diego/Kalifornien, die mit rauchiger Johnny Cash-Stimme und klassischem Rock’n’Roll, 50ties Feeling aufkommen lässt. Wie man sich jetzt aber denken mag, geht es in diesem Review um die andere Band, die gleich von nebenan kommt, aus den Niederlanden nämlich. Die holländischen The Stilettos, in Utrecht beheimatet, machen Garagenrock/Punk und veröffentlichten mit „Fuck It, Rock It“ ihr bereits viertes Album. Aktuell touren sie, naheliegenderweise, in den Niederlanden.

Der Sound der drei Niederländer auf diesem Album ist ziemlich gewöhnungsbedürftig. Das liegt an drei Punkten: Erstens wirken die Tracks sehr ähnlich.

Zweitens sind sich die Stilettos nicht zu schade, Unmengen an Soundeffekten einzuwerfen, sei es eine Saxophon-Spur, Pfeifen oder blecherne Stimmen. Scheinbare Hauptsache: Chaotisch muss es sein. Meine persönlichen Höhepunkte sind dabei „Do What You Wanna Do“ und „Going Down And I Love It“, absolut zu viel des „Guten“.

Drittens wirkt das Zusammenspiel von Musik und Sänger komisch. Die Musik ist öfters zu schnell oder zu abstrakt, so dass Effekte und Gesang einen akustischen Brei bilden.

Es gibt dabei auch nur zwei Vocalarten: Entweder Geschrei oder weniger Geschrei, wahlweise mit dem einen oder anderen Lautsprecher-/Mikrofoneffekt.

Was alle Tracks gemeinsam haben ist, dass sie schnell vorbei sind. Durchschnittlich zwei Minuten dauern die Songs, meistens ein Lyric-Block + Solo und vorbei ist die Nummer leider schon wieder.

Am Ende steht man da, fragt sich was das war und ob man’s nochmal hören will, nachdem man dies dann auch erneut getan hat, steht man wieder am Anfang. Wirklich eingängig ist Begeisterung zu wünschen übrig.

„Fuck it, Rock it“ scheint mir aber ein passender Name: „Scheißegal wie es wird, einfach mal losrocken“ trifft das Konzept sehr gut. Dabei bleibt aber ’ne Menge auf der Strecke und wirkt eher wie ein „Happening“ oder eine Jamsession.

Trackliste:

  • 01. Be Like You
  • 02. Born In The City
  • 03. Gimmegimme
  • 04. Man About It
  • 05. Head To The Ground
  • 06. Unprotected Sex
  • 07. Some Say High
  • 08. Do What You Wanna Do
  • 09. Going Down And I Love It
  • 10. Do It Again
  • 11. No Denying
  • 12. I Dont Wanna Be
  • 13. What I Need