Thornesbreed-GTRDDoch das letzte Album (an dessen Cover ich notgeiler Sack mich sogar noch erinnern kann) liegt ganze 12 Jahre zurück. Und sollte sich nach all diesen langen Jahren vielleicht noch jemand an THORNESBREED entsinnen, so wird er sie sicherlich im Death Metal-Sektor abgespeichert haben. Aber die Death Metal-Vergangenheit wurde weitgehend abgelegt, musikalisch beschreitet man mittlerweile eher schwarze Pfade.

Wer sich auf diese Pfade begeben will, wird Zeit und Ruhe brauchen, denn „GTRD“ ist absolut nicht partytauglich, sondern sollte eher in sich gekehrt und mit wachen (oder völlig berauschten) Sinnen aufgenommen werden. Zwischendrin gibt’s nix. Die investierte Aufmerksamkeit zahlt sich allerdings absolut aus, denn was hier an Dunkelheit verströmt wird, knallt dir einfach die Nüsse weg. Diese giftige Mixtur aus Atmosphäre, Kälte und Aggression wirkt nahezu betäubend. Dabei steckt in der auf den ersten Blick vielleicht noch relativ gleichförmig erscheinenden Aufnahme doch unglaublich viel Bewegung: In den Gitarrenläufen, die weit über das übliche 2-Griffe-Hin-und-her-Geschiebe hinausgeht, als auch in den interessanten und ungewöhnlichen Taktformen.

THORNESBREED entfesseln eine Art Rauschzustand, der in Worte zu fassen schier unmöglich ist und wie ich ihn in fast 20 Jahren Black Metal-Anhängerschaft nur wenige Male erlebt habe. An allen Ecken und Enden zischt, faucht und raucht es hier, gebettet in vorwiegend entfesselter Raserei oder ekstatischen Doublebase-Salven. Für die stimmungsvolle Produktion zeigt sich Patrik W. Engel verantwortlich, der durch seine Tätigkeit bei der deutschen Formation Impending Doom (RIP), sowie auch als langjähriger Tonengineer bekannt sein dürfte.

Als Anspieltipp sei der sechste Titel „Horns Ov Gaia“ genannt, der in kompakter Form alles beinhaltet, was das gesamte Werk ausmacht. In dieser schnelllebigen Zeit, in der neue Platten übers Internet uneingeschränkt erhältlich sind, fallen derartige Perlen wohl mehr und mehr unter den Tisch. Da dieses Werk leider (oder für mich eher: zum Glück) erst nach einigen Durchläufen immer intensiver wird. Dafür sind es dann aber auch Werke wie „GTRD“, die über Jahre immer wieder aus den Regalen geholt werden, um auf dem Plattenteller zu landen. Für mich DIE Entdeckung des Jahres bisher.

Tracklist:
1. Death, Lucid Death
2. Not a Second from Oceans to Frozen Wastelands
3. Abendwerk
4. A Marrow’s Void
5. Perpetual Stigmata
6. Horns ov Gaia
7. Dividua Anima Pt. I
8. Towards the Liquid Paltry Grounds

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