Wertung: 7 von 10

Auf der Rückseite der Promohülle ist ein Bild der vier Bandmitglieder aufgedruckt: Zwei langhaarige Metaller, ein Cyber Gothic (zumindest kommt es einem sehr nahe) und ein “Satyr”-Verschnitt. Vom Aussehen könnten hier theoretisch also die Stile Death Metal, Industrial und “experimentieller” Black Metal auf einem Bild vereint sein. Die Musik von Thy Disease und dem 5. Longplayer “Anshur ZA” kommt dieser Theorie gefährlich nahe.


Nach den ersten Klängen von “Blame”, dem Eröffnungsgeknüppel, werden wohl einige Stimmen nach Fear Factory schreien, was durchaus berechtigt sein mag. Und in der Tat, Song Nummer eins überzeugt in erster Linie durch eine astreine Produktion und einem glänzend sauberen Sound, wie der Rest natürlich auch. Des weiteren geht es nach stimmungsaufbauenden Elektrogeräuschen und Pulshämmern mit ordentlicher Arschtrittmusik und aggressivem, rhythmisch perfekt koordiniertem Gesang los!

Was hier noch unterdrückt wird, kommt bei Track Nummer zwei “Code Red” mit aller Macht an die Oberfläche. Der zugegeben sehr gewöhnungsbedürftige Industrial-Nervtöter. Anders kann man dieses Geräusch in diesem Lied nicht beschreiben, hinzu kommt ein Refrain, der obendrauf noch an eine Metal/Emocore-Kombo erinnert. “Collateral Damage” beweist sich dann wieder durch ein technisch, hervorgehobenes Songwriting mit Blastbeats verfeinert. “Nightmare Scenario” hat dann erneut ein paar Industrial Sounds und, was besonders erwähnenswert ist, es wird gerapt!

Zudem wurden auf “Anshur ZA” zwei Coverversionen gepackt. Nun fragt man sich, was covert eine Band mit diesem merkwürdigen, aber originellen Stil? Man kommt nie drauf: Madonna‘s Frozen, lässt mich dann nur noch die Hand vor den Kopf schlagen. Keine Spur mehr von der puren Aggression und Spielfreude. Instrumentalisch klingt alles viel zu verwaschen und der Gesang kommt der Melodiefolge mit den beibehaltenen Growls nicht hinterher. Die Krönung ist aber, dass Madonnas Stimme im Refrain zu hören ist. Ein passives Duett sozusagen…

Coverversion Nummer zwei stammt diesmal von Depeche Mode‘, es handelt sich um den Song “Sinner In Me”. Stilistisch auch passender ist hier der Kern erhalten geblieben. Es ist lediglich eine Metalversion des Songs entstanden, wie Peter Tägtgren es auch schon einmal vorgemacht hat (Pain– “Behind The Wheel”).

Fazit: Thy Disease machen eine interessante Mischung aus modernen, progressivem, technischem Death Metal mit einer gehörigen Portion Industrialeinlagen. Gewöhnungsbedürftig, aber gut umgesetzt. Am Songwriting könnte man noch arbeiten, um die Songs eingängiger und “hörangenehmer” zu machen. So bleibt leider noch nicht viel hängen, nur der gute Eindruck!

Tracklist:

  • 01. Blame
  • 02. Code Red
  • 03. Collateral Damage
  • 04. Nightmare Scenario
  • 05. Moral Supremacy
  • 06. Fog Of War
  • 07. Freedom For Anshum ZA
  • 08. General Speech
  • 09. Rotten Structure
  • 10. Salah-Dhin
  • 11. Sinner In Me (‘

Depeche Mode‘-Cover)

  • 12. Frozen (‘

Madonna‘-Cover)

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