Das Cover lässt Death Metal-Fans schon auf Anhieb das Wasser im Munde zusammen laufen: Klassisch in schwarz-weiß gehaltene, gepfählte Untote, die aus einem offenen Grabe hervorragen. Wenn das bei dieser Zielgruppe nicht verkaufsfördernd ist…

Beim musikalischen Inhalt wagen die Schweden erwartungsgemäß keinerlei Experimente und man verlässt sich auf das groovende Erfolgsrezept, welches schon auf den bisherigen Alben verfolgt wurde: Rhythmische Mid-Tempo-Walzen, die dem geneigten Fan definitiv schnell in die hintere Halsmuskulatur übergehen. Stampfendes Riffing und zweckdienliches Getrommel sind hierbei das Rezept. Der Opener “Devil’s Reject” beginnt genau mit diesem rollenden Sound und legt erst ab Mitte des Songs (bei Einsatz des Gekeifes von Frontmann Pessi Haltsonen) an Geschwindigkeit zu, bleibt aber die meiste Zeit im mittleren Tempobereich. Nahezu nahtlos geht es in den Titelsong “Phobia” über. Auch hier wird stumpf drauf los gegroovt, und mir drängt sich bei diesem Stück ein gewisser Vergleich zu den deutschen Debauchery auf, die soundtechnisch ebenfalls in diese Rock’n’Roll-Death-Metal-Bresche schlagen. Ein kurzes Stück mit einem kleinen, gewissen Ohrwurmcharakter. Bei “Await His Third Arrival” wird es wieder ein wenig schneller, jedoch wird auch hier mit altbekannten Mustern gewerkelt, das unbewusste, leichte Kopfnicken mit inbegriffen. Der Song endet abrupt mit einem kurzen sakralen Chor-Intermezzo und auch die ersten Töne des folgenden “Written In Blood” wirken auf Anhieb etwas fremd. Die knapp ersten 60 Sekunden erinnern mit der stählern klingenden Lead-Gitarre an amerikanischen Hard Rock. Doch bevor man sich versieht dröhnt wieder das gewohnte Death-Gewalze aus den Boxen, und diesmal wieder mit extremen Six Feet Under-Anleihen, besonders bei den Vocals. Dies kommt auch nicht von ungefähr, denn bei diesem Track hat Six Feet Under-Chef und auch ex-Torture Killer-Grunzer Chris Barnes ein kleines Stelldichein und verleiht so dem Titel eine unverwechselbare Note. Nach einem weiteren Ausflug in schnelleres Fahrwasser (“Faces Of My Victims”), wird bei “March Of Death” wieder mächtig gegroovt und nur zwischendurch ein wenig aufs Gaspedal gedrückt. Der mit knapp über fünf Minuten längste Song auf “Phobia” ist das Stück “The Book Of Dying World”, welcher sich aber nicht sonderlich von seinen Vorgängern unterscheidet. Kurz vor der Zielgeraden gibt es mit “Epitaph” ein kleines instrumentales Zwischenspiel, bevor mit “Voices” auch schon der finale Song den Weg in den Gehörgang findet. Das Album endet so wie es begonnen hat: Groovendes Gitarrenspiel und gemächlich trabende Beats mit einer Spur Melodie zum Ende.

Am Schluss bleibt nur zu sagen, dass Torture Killer sich mit “Phobia” selbst treu geblieben sind und einen ordentlichen Rock’n’Death-Bastard eingespielt haben, der das Rad aber in keinster Weise neu erfindet. Wer sich besonders bei den besagten Six Feet Under oder auch Debauchery heimisch fühlt, der kann beherzt zugreifen. Im Endeffekt ein solides Genrealbum mit dem Fans in jedem Fall etwas anfangen können.

Tracklist

  • 01. Devil’s Reject
  • 02. Phobia
  • 03. Await His Third Arrival
  • 04. Written In Blood
  • 05. Faces Of My Victims
  • 06. March Of Death
  • 07. The Book Of Dying World
  • 08. Epitaph
  • 09. Voices

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