Transmission standen bereits mit Bands wie Fates Warning, Enchant, Testament und Clawfinger auf der Bühne und lassen von daher (wie vermutet) an musikalischem Können nichts vermissen. Zwar handelt es sich um eine Eigenproduktion, doch konnte man für das Mastering den im Progressive-Bereich bekannten Henning Pauly (Chain, Frameshift) gewinnen. Das ist vielleicht nicht ganz so überraschend, wenn man weiß, dass Christian Becker (Bass) und Stephan Kernbach (Keyboards) auch zugleich Mitglieder der progressiven Rock Band Chain sind. Trotzdem hat die Sache etwas. Und zwar einen guten Sound!

In den metallischeren Passagen erwarten den Zuhörer satte, knochentrockene Rhythmusgitarren, die gut arrangiert mit dem Schlagzeug und dem Bass eine solide Basis bilden. Während der Grundsound (fast!) etwas in Richtung New Metal geht, bilden Einflüsse in Form von (akustischem) Rock bis Flamenco Kontrast und setzten Akzentuierungen. Diverse schnelle Leads und Synthesizerelemente schaffen Atmosphäre und Sounddichte. Der Gesang bewegt sich größtenteils in tieferen Tonlagen, legt sich aber nicht fest und bewegt sich auch in höheren Passagen sicher und kontrolliert. Backingstimmen und Samples unterstützen die Mainvocals und vermitteln Tiefe. Ein Höhepunkt auf dem Album ist sicher der 16-minütigen Titeltrack „ID, Ego And Superego”, für den

Gastsänger Michael Sadler (Saga) seine Stimme zur Verfügung stellte. Insgesamt findet man in vielen der Tracks aber leider viel Gerubbel auf einem Akkord sowie eine mächtige Soundkulisse ohne echte Melodie-Führung. So vielfältig die Klänge und Soundteppiche sein mögen, ist mir persönlich das Ganze leider deutlich zu wenig auf Melodien und Harmonien aufgebaut. Viele Melodieabläufe klingen austauschbar und unwichtig. So muss der Sänger Juan Roos den vermeintlichen Makel wie viele andere Sänger seines Genres ausbaden: Der Spielraum für abwechslungsreichen Gesang ist nicht gegeben. Juan ist nicht in der Lage, sein Potential so zu nutzen, wie er es vielleicht unter anderen Umständen könnte. Trotz Allem würde ich dieses Album ohne Bedenken allen Veteranen empfehlen, die sich auf Progressive Metal bzw. Rock eingeschossen haben.

Anspieltipps: „ID, Ego And Superego“,„One Day “ und „The Darker Day Of Life”

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