Sepultura – A-Lex

A-Lex ist die erste Veröffentlichung der Band nach dem Ausstieg von Schlagzeuger und Mit-Gründungsmitglied Iggor Cavalera und obendrein auch noch ein mit 18 Tracks versehenes Konzeptalbum basierend auf dem Roman „Uhrwerk Orange“. Sepultura machen es sich also nicht gerade einfach, denn viele alte Fans haben die Band ohnehin abgeschrieben und ein Konzeptalbum ist eben nicht so einfach zu konsumieren wie ein normales Album. Keine leichte Aufgabe, um wieder auf sich aufmerksam zu machen, aber „A-Lex“ kann sich durchaus hören lassen.

Unterbrochen von einigen atmosphärischen und auflockernden Instrumentalstücken, liegen die meisten Songs irgendwo in der Schnittmenge von Thrash Metal und brachialem Hardcore mit leichten Ausflügen zum Noise. Dabei variiert die Band auch gerne songdienlich das Tempo, ohne dabei an Härte zu verlieren. So fügen sich rasante Brecher wie „Moloko Mesto“ nahtlos an eher Midtempo-orientierte Stücke wie „The Treatment“ und mit dem Instrumental „Ludvig Van“ gibt es sogar ein (bedingt gelungenes) Experiment mit klassischen Instrumenten.

Was auffällig, aber dankenswerterweise, auf ein Minimum reduziert wurde, ist der Einsatz von Tribals in jeglicher Form, sie werden nur gelegentlich als kleiner Farbtupfer dezent eingesetzt. Hervorheben muss man auch den neuen Drummer Jean Dolabella, der zwar ein enorm schweres Erbe antritt, aber seine Sache hier sehr gut macht und auch einen etwas anderen Stil als Iggor Cavalera spielt. Er versorgt die Songs nicht nur mit dem nötigen Punch, sondern wertet sie schlagzeugtechnisch auch mit kleinen Details an seinem Instrument auf, was man dank der guten Produktion durchaus heraushören kann.

Sänger Derrick Green variiert ebenfalls seine Stimme gekonnt zwischen angepisstem Brüllen, einer bedrohlichen Tiefe oder auch mal cleanen Vocals. Auch wenn vielleicht nicht jeder Song auf „A-Lex“ hundertprozentig zu überzeugen vermag (vor allem in der zweiten Hälfte), so haben Sepultura doch klar gemacht, dass man auch trotz des Abgangs der Cavalera-Brüder mit ihnen rechnen kann. Wie das allerdings die Metalszene aufnehmen wird, bleibt abzuwarten.

Auch wenn die letzten Alben der Band sicher nicht den Klassikerstatus der Frühwerke erreichen werden, so wäre es doch unfair ein Album wie „A-Lex“ deswegen zu ignorieren, das immerhin noch besser ist als ein Großteil der durchwachsenen Veröffentlichungen, die jeden Monat in Massen auf Käufer warten.

Autor: Musiksammler / Carsten Henkelmann

Sepultura – Kairos

Pünktlich zum Beginn des Festivalssommers melden sich Sepultura mit ihrem neuen Album „Kairos“ zurück, welches auch gleichzeitig ihr Label-Debut bei Nuclear Blast darstellt. Auf der Hülle prangt ein dicker Aufkleber, der die endgültige Rückkehr der Mannen aus Sao Paulo zu ihren kompromisslosen Thrash-Metal-Wurzeln ankündigt. Ob die neue Scheibe nun wirklich den würdigen Nachfolger zu dem 89er Werk „Beneath The Remains“ darstellt muss aber erst einmal geklärt werden!

Was sich schon bei den ersten Hördurchgängen abzeichnet ist ein deutlich abgespeckter Sound und deutlich simplere Songstrukturen als bei den beiden Vorgängeralben. Gefielen „Dante XXI“ und „A-Lex“ mit ungewöhnlichen, teils sphärischen und stets ausladenden Songs, wird auf „Kairos“ von der ersten Minute an vorwiegend furztrockener Thrash geboten. Die einzige Ausnahme, die Sepulturas Hang zu Experimenten zeigt, stellt „Structure Violence (Azzes)“ dar, ein elektronisch angehauchter Industrial-Track. Zum Teil erinnert Dieser an die „Against“-Zeiten und Songs, wie z.B. „Kamaitachi“, haben möglicherweise Pate gestanden. Hier zeigt sich auch wieder die Variabilität und das breite stimmliche Spektrum von Sänger Derrick Green, welches aus meiner Sicht über die Albumlänge auf „Kairos“ zu wenig ausgeschöpft wurde.

Als gutes Beispiel dafür kann der Opener „Spectrum“ herangezogen werden. Dieses Lied ist so fest im klassischen Thrash-Metal verwurzelt, wie Omas selbstgehäkelte Tischdecke zu jedem zünftigen Sonntagnachmittagskaffee gehört. Das Problem ist, dass Sepultura dabei so tief in der Mottenkiste wühlen, dass nur wenig Spannendes, geschweige denn Neues geboten werden kann. Der Song kommt einfach nicht aus den Puschen, da können auch die genialen Kisser-Soli nichts mehr retten. Wie man es besser machen kann, beweisen Sepultura mit dem direkt darauffolgenden Titelsong „Kairos“. Hier sind ebenfalls alle klassischen Ingredienzien des Thrash-Metal enthalten, diese werden hier aber viel besser arrangiert und so bin ich mir sicher, dass dieses Lied den Weg in die Playlist der Brasilianer finden wird.

In dieselbe Kerbe hauen auch „Seethe“, „Embrace The Storm“, „No One Will Stand“ und das ultra-schnelle „Born Strong“, welches noch am ehesten die Schlagzahl von Songs vom „Beneath The Remains“-Album erreicht.

Hervorzuheben ist auch das Ministry-Cover „Just One Fix“, bei dem Monsieur Kisser zum Ende hin das Hauptriff von Slayers „Mandatory Suicide“ einfließen lässt. Eine weitere Cover-Version hat sich auch als Bonus-Track eingeschlichen: „Firestarter“ von The Prodigy. Nach Soulfly, die diesen Song auf ihrem 2005er Werk „Dark Ages“ sehr Berimbau-lastig(brasilianisches Instrument) als „Riotstarter“ verwursteten, halten sich Sepultura anno 2011 ziemlich eng an das bestehende Song Konzept. Als Bonus eine nette, wenn auch nicht sonderlich innovative Idee.

Fazit:

Abschließend bleibt „Kairos“ als gelungenes, wenn auch eher wenig spektakuläres, Thrash-Album in den Gehörgängen hängen. Vorwerfen kann man Sepultura im Grunde wenig, denn Schlagzeuger Jean Dolabella verrichtet seinen Job stets songdienlich und effizient, ebenso Bassist Paulo Xisto. Wie bereits vorher angedeutet, wird aus meiner Sicht jedoch das stimmliche Potenzial von Green zu wenig genutzt. Dieses mag an den einfachen Song-Strukturen liegen oder an dem unbedingten Willen ein klassisches Metal-Album zu schreiben. Das Problem dabei ist, dass sich Sepultura auf diese Weise selbst in ein ziemlich enges Korsett stecken und damit Teile ihres seit Jahren typischen Sounds, wie er auf „A-Lex“ zu hören war, verneinen. Versteht mich nicht falsch, „Kairos“ ist zu 100% als ein Sepultura-Album zu erkennen, nur wird die Variabilität und das Potenzial der Musiker hier nicht vollständig genutzt. Als klarer Gewinner geht allerdings Andreas Kisser hervor, der ein Sensationssolo auf das Nächste folgen lässt. Sepultura-Fans können also bedenkelos zugreifen und zudem sollte „Kairos“ auch diejenigen zufriedenstellen, die Kisser und Co. in der Vergangenheit die Zielstrebigkeit und die Fähigkeit abgesprochen haben straighten Thrash-Metal zu schrieben.

Tracklist:
01. Spectrum
02. Kairos
03. Relentless
04. 2011
05. Just One Fix
06. Dialog
07. Mask
08. 1433
09. Seethe
10. Born Strong
11. Embrace The Storm
12. 5772
13. No One Will Stand
14. Structure Violence (Azzes)
15. 4648
16. Firestarter (Bonus-Track)
17. Point Of No Return (Bonus-Track)

Autor: Bort

Sepultura – Live In Sao Paulo

Eigentlich, so hörte ich es von vielen Leuten, sollte diese Band nur noch ein Schatten ihrer selbst sein. Der Verlust eines Sängers, gar des Aushängeschildes dieser Band, welche eine brachiale Mischung aus Death und Tribal spielt, hatte mich selbst aber nie interessiert.

Sepultura sind neben Max Cavaleras Soulfly das Aushängeschild aller südamerikanischen Knüppelkapellen mit ureigener Dynamik und Ausdrucksfähigkeit.

Der „Neue am Mic“, sprich Derek Green, hält das zusammen, was zusammen gehört und lässt mich persönlich den alten Zeiten nicht nachtrauern. Es rummst immer noch gewaltig in der Kiste. Auch dann, wenn ich den neuen Live-Mitschnitt eines Konzertes aus Sao Paulo einlege, welcher vor kurzem veröffentlicht wurde. Kompromisslos und wie immer mit einer gehörigen Portion Aggressivität geht es hier ohne Beschönigungen und Studiobereinigungen zur Sache.Sämtliche Klassiker wie z.B. „Slave New World“, „Refuse / Resist“, „Troops Of Doom“, „Roots Bloody Roots“, Apes Of God“ oder „Necromancer“ versüßen einem das Zuhören.

Rein hypothetisch ist diese Live-CD ein gelungener Querschnitt durch eine 20-jährige Bandgeschichte mit Höhen und Tiefen. Überall wo Sepultura sind geht einfach die Luzie ab!Auch ohne Cavalera!

Autor: Christian

Soulfly – Enslaved

Was ist von einem neuen Soulfly-Album zu erwarten? Mit viel Wut im Bauch, wegen der geplatzten Reunion von Sepultura, schreit sich Max den Frust aus dem Bauch…

Ja, das achte Studioalbum ist ein Konzeptalbum, das sich um das Thema Sklaverei dreht. Eigentlich als Reunion-Album für Sepultura gedacht und als logische Fortsetzung von „Roots“, des letzten Albums mit Max Cavalera. Wer hier jedoch glaubt tribalartige Drums und Soundloops zu hören, wird überrascht sein das Neu-Drummer David Kinkade (von Malevolent Creation) das Tempo bei vielen Nummern mit Doublebasseinlagen vorgibt.

Das Album beginnt mit dem Titel „Remembrance“. Ein wenig spektakulärer Song. Der hallartig verzerrte Sprechgesang wechselt ins Schreien. Begleitet mit Pauken und Trompeten und unterlegter Doublebass, endet der Song nach knapp 2 Minuten. Zu dem nächsten Stück „Word Scum“ hat die Band ein Video gedreht. Das Lied ist reinster Death Metal. Extrem hart, umglaublich schnell. Sind das wirklich Soulfly? Den Gesang teilt sich Max mit Travis Ryan von Cattle Decapitation. Zur Auflockerung zwischendurch gibt es einen coolen Headbanger-Midtempopart zu hören.

Das Tempo aller weiteren Stücke ist überwiegend schnell. Hardcore und Thrashmetal-Elemente sind gewohnte Zutaten eines Soulfly-Albums. Nu-Metal-Einflüsse, die man auf den ersten Soulfly-Alben hört, sind nicht mehr da. Die Oldschool- Attitude kommt zum Vorschein. Einige Parts bei dem Lied “Gladiator” klingen nach Nile. Auf “Legion” höre ich ein herausragendes Gitarrensolo, gespielt von Marc Rizzo. „American Steel“ wird durch den Gastauftritt von Dez Fafara von Devil Driver aufgewertet. Bei „Plato o Plomo“ kommen Flamencogitarren zum Einsatz. Das Finale läutet der Song „Revengeance“ ein. Ein Familienevent, eingetrommelt von Zyon, dem Sohn von Max. An der Gitarre ist Max Bruder Igor zu hören. Wirklich gelungen.

Fazit: Das Album ist anständig produziert worden von Chris „Zeuss“ Harris (Chimaira,All that Remains). Das Gaspedal wird durchgehend durchgedrückt. Klingt roh und brutal. Für meinen Geschmack ist mir das Schlagzeugspiel machmal zu doublebasslastig. Marc Rizzos Gitarrenspiel gerät leider manchmal in den Hintergrund. Auch Black-Metal-Einflüsse muss ich nicht bei Soulfly hören. Diese Experimente sind jedoch verkraftbar, und Fans dieser Band können bedenkenlos zugreifen.

Tracklist:
01. Resistance
02. World Scum
03. Intervention
04. Gladiator
05. Legions
06. American Steel
07. Redemption Of Man By God
08. Treachery
09. Plata O Plomo
10. Chains
11. Revengeance

Autor: Kutten-Heini

Cavalera Conspiracy – Inflikted

Lange ist es her, seid man die beiden Cavaleras zusammen gesehen hat. Das letzte mal musikalisch zu Zeiten von „Roots“ und danach gingen beide eigene Wege.

Jetzt sind sie wieder vereint und ebenso auch ihre musikalischen Wege.

Cavalera Conspiracy klingen jedenfalls nach so ziemlich allem, außer Iggors französischem DJ-Projekt, was die beiden musikalisch auf die Beine gestellt haben. Iggor schmeißt hauptsächlich die neueren Sepultura Sachen und ab und zu, z. B. in „Dark Ark“, seine markanten Tribaldrums ins Rennen, währen Max viele an Soulfly erinnernde Arrangements beisteuert. Gerade auch gesanglich, was allerdings nicht unbedingt ein Vorteil ist. Ich mag nun mal Sätze, die 5000 mal wiederholt werden nicht. Aber auch an alte Zeiten wird sich erinnert. So kann man doch sehr deutliche Parallelen zwischen „Sanctuary“ und dem Klassiker „Arise“ ziehen. Sehr geiler Song. Hier ballerts wirklich noch mal wir früher, was auch „Terrorize“ beweist.. Generell kann man die Scheibe zu den härteren zählen, zumal bei „Hex“ auch noch die ganz alten Kamellen der „Schizophrenia“-Zeit als Referenz herangezogen werden können.

Was mich ebenfalls sehr erfreut hat, sind die Solo-Sounds, die Max wieder aus dem Nähkästchen zaubert. Gefallen mir jedenfalls deutlich besser, als die Spielereien bei Soulfly. Allgemein ist der Groove von Soulfly zugunsten der Geschwindigkeit alter Sepultura zurückgefahren worden. Schade ist nur, dass das letzte Drittel der Scheibe ein bisschen abfällt. Daher werden es auch nur 3,5 von 5 Punkte für das Duo aus dem Land des Caipirinha. Wer sich nicht vorstellen kann, wie alte Sepultura mit dem Sound neuer Sepultura und einigen Trademarks von Soulfly klingen soll, der möge doch mal „Sanctuary“ oder „Hex“ mal seinen Spiralgängen zuführen.

Autor: Zwiebel

Cavalera Conspiracy – Blunt Force Trauma

Die Cavalera Conspiracy um die beiden Sepultura-Gründungsmitglieder Max und Iggor Cavalera bringen knapp drei Jahre nach dem äußerst erfolgreichen Debut „Inflikted“ ihr zweites Studio-Album namens „Blunt Force Trauma“ auf den Markt. Viele Fans und Kritiker waren nach dem ersten gemeinsamen musikalischen Werk der Brüder seit dem 96er „Roots“ so begeistert, dass die bisher so sehnlichst erwartete Sepultura-Reunion als überflüssig abgestempelt wurde. Ob „Blunt Force Trauma“ diesem Erwartungsdruck standhalten kann erfahrt ihr in diesem Review!

Um es kurz zu machen: Nein, „Blunt Force Trauma“ kann dieser Erwartungshaltung nicht gerecht werden! Und der Grund dafür liegt eindeutig in der Gleichförmigkeit der Lieder zu Veröffentlichungen von Maxens Hauptband Soulfly. So verwundert es nicht, dass Max in einem Interview äußerte, dass er zu Beginn des Songschreibens nie wüsste zu welcher Band das jeweilige Lied passen könnte. Zitat: „I write riffs all the time and when I´m writing I don´t know if they´re going to be for Soulfly or for Cavalera, to tell you the truth. I just write them and put them on CD.“

Da verwundert es auch nicht, dass der Opener „Warlord“ vor Soulfly-Attitüde nur so strotz. Dieser Song beinhaltet alle Trademarks, die auch Soulfly auszeichnen ohne sich musikalisch von diesen abzugrenzen. Auch das Gedrumme von Iggor kann keine neuen Aspekte hinzufügen, denn der werte Herr liefert zwar eine wirklich gute Leistung ab, aber bleibt in seinem Tun stets klassisch. Warum Max das Zusammenarbeiten mit seinem Bruder als so etwas unglaublich Inspirierendes empfindet, wird nicht deutlich. Da kann höchstens auf emotionaler Ebene eine „besondere“ Magie entstanden sein, denn in der Musik zeigt sich dies nicht. Dabei steht „Warlord“ stellvertretend für die ganze Scheibe.

Max und Iggor werden an der Gitarre von Frickel- und Flamengo-König Marc Rizzo unterstützt, der mit seinem variablen Spiel die Cavalera Conspiracy vor völliger Belanglosigkeit bewahrt. Aber auch an der Gitarrenfront wird im Vergleich zu Soulfly nichts wirklich Neues geboten. Man hat stets das Gefühl solche Gitarrenpassagen schon auf etlichen Veröffentlichungen der Seelenflieger gehört zu haben. Man höre sich dazu mal die Solo-Passagen vom Titeltrack an.

Wer Soulfly kennt wird vermuten können, dass auch die Cavalera Conspiracy nicht ohne Gastmusiker auskommen kann. So wird Max bei „Lynchmob“ gesanglich durch Roger Miret von Agnostic Front unterstützt. Dieser Song ist für mich einer der Besten des Albums, da er trotzt fehlender Innovativität einfach ein wirklich cooles Stück Musik geworden ist, dass in dieser einfachen aber wirkungsvollen Weise nur von Monsieur Max geschrieben werden kann.

Hervorzuheben ist noch „I Speak Hate“, der mit seinem vom Schlagzeugspiel geprägten, abgehackten Refrain aufhorchen lässt. „Burn Waco“, geiler Songtitel, stellt zusammen mit „Thrasher“ ein sauschnelles Duo dar. Dem erstgenannten Lied kann Marc Rizzo seinen Stempel aufdrücken, da er es mit einem unglaublich lässigen, sehr smoothen Riff geschafft hat, ein Ausrufezeichen zu setzen.

Fazit:

Was bleibt nun abschließend zu dem Zweitwerk der Cavalera Conspiracy zu sagen? „Blunt Force Trauma“ ist ein klassisches, gutes Max-Metal Album geworden, welches nur sehr begrenzt in den genannten Passagen Hervorstechendes zu bieten hat. Fast zu 95% haben wir es hier mit einem Soulfly-Album zu tun, was für mich ein eindeutiger Kritikpunkt ist. Ich hätte mir deutlich mehr Eigenständigkeit erhofft und so wirkt die CC anno 2011 doch stark berechenbar. Im Vergleich zum Erstling „Inflikted“ der einfach bessere Songs enthalten hat, stellt „Blunt Force Trauma“ einen Rückschritt dar. Mir erschließt sich nicht, warum ein potenzieller Käufer, der höchstwahrscheinlich auch Soulfly hören wird, sich diese Platte kaufen sollen muss. Natürlich befindet sich das Album qualitativ auf grundsätzlich gutem, typischem Soulfly-Niveau und so kann man es ohne zu Murren hören. Wenn man es allerdings nicht gehört haben sollte, hat man ebenfalls nichts verpasst. Ich finde einfach, dass „BFT“ in dem Album-Katalog von Soulfly und der Cavalera Conspiracy untergeht.

Tracklist:
01. Warlord
02. Torture
03. Lynchmob
04. Killing Inside
05. Thrasher
06. I Speak Hate
07. Target
08. Genghis Khan
09. Burn Waco
10. Rasputin
11. Blunt Force Trauma

Autor: Bort

Ektomorf – Retribution

Wir befinden uns noch in den Startlöchern des neuen Jahres, und schon kommt mit „Retribution“ von Ektomorf das erste musikalische Highlight des Jahres daher. Die vier energiegeladenen Ungarn lassen es wieder einmal krachen und feuern ihre nächste Salve „auf die Fresse“ Metal in die Massen.

Schon die ersten beiden Songs „You Can`t Control Me“ und „Ten Plagues“ überzeugen mit fett groovenden Riffs und stellen das musikalische Können der Band um Frontmann Zoli Farkas unter Beweis. Auch in den nachfolgenden Songs wie beispielsweise „ Escape“ oder „I Hate You“ bleiben sich die Jungs von Ektomorf selbst und ihrem Stil treu und zeigen mal wieder, wie authentisch sie ihre Songs an die headbangende Bevölkerung heran tragen können. Diese schnelle, aggressiv prügelnd, brutal hämmernde Intensität der einzelnen Stücke ist einfach atemberaubend. Darüber hinaus hört man förmlich die Spielfreude heraus, mit der Ektomorf hier zu Werke gehen. So lässt man sich das gerne gefallen. Beide Daumen hoch.

Beim Song „Numb And Sick“ gastiert Ill Nino Sänger Cristian Machado und schmettert ein ohrenbetäubendes Duett mit Herrn Zoli. Damit bereichert er auf eindrucksvolle Weise den ohnehin schon sehr guten Sound und gibt der Scheibe damit eine ganz besondere Prägung. Auch wenn man gelegentlich den Eindruck gewinnen könnte, dass Ektomorf nur ein Abklatsch der berüchtigten Band um Max Cavalera, auch unter den Namen Soulfly bekannt, seien marschieren die Jungs in der Folge mit ihrem ganz eigenen Stil selbstbewusst und zielsicher bis zum vorletzten Titel ihrer neuen Platte. Bämbämbäm! Diese Scheibe haut megamäßig rein! Im abschließenden Song „Collapsed Bridge“ unternehmen Ekotomorf dann noch einen Ausflug in den Balladensektor. Die fetten Grooves werden gegen einen sanft klingenden Frontman ausgetauscht und auch bei den sonst eher harten Gitarrenklängen geht es melodisch ruhig zur Sache.

Für ein abschließendes Fazit kann ich nur feststellen, das Ergebnis von „Retribution“ kann sich hören lassen und ich freue mich schon die Jungs von Ektomorf wieder live begrüßen zu dürfen, um gemeinsam mit ihnen die Clubwände zum beben zu bringen.

Tracklist:
01.You can’t control me
02.Ten plagues
03.Face your fear
04.Escape
05.Who the fuck are you
06.Numb and sick
07.Lost and destroyed
08.Souls of fire
09.I hate you
10.Watch me
11.Mass ignorance
12.Save me
13.Whisper
14.Collapsed bridge

Autor: Mosh


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