Wertung: 8 von 10

Mit „The Horror“ schwirrt schon wieder ein Erstlingswerk zur Tür herein. Die jungen Schweden machen dabei wie viele Bands heutzutage eine kleine Zeitreise und geben einen Dreck auf neuere Errungenschaften wie Keyboards oder cleane Gesänge. Mit den besten Zutaten aus Death, Black und Thrash Metal wird ein ziemlicher klarer, lauter Einstand geschmolzen.


Nach psychedelischen Klängen geht es mit „Crypt Of Thanatophilia“ direkt los und es wird unmissverständlich klar gemacht, worum es bei Tribulation geht: knallharter Death Metal, durchsetzt mit Thrash Metal Riffs und Black Metal Blastbeatattacken. Die acht Titel gehen nahtlos ineinander über, lassen keine Atempause. Schwere, dissonante Death Metal Keulen und schnelle absolut thrashige Riffs mit wahnwitzigen Soli darüber wechseln sich ab. Einzelne Songs aus dieser halben Stunde Trommelfeuer herauszupicken, ist beinahe unmöglich.

So holzen sich die vier Schweden auf ihrem ersten Album durch die Tiefen der Hölle. Der Sound ist düster abgemischt, breite Gitarrenwände, die sich mit dem Bass vermischen, ein vorantreibendes Schlagzeug und ein angsteinflößendes Gekrächze. Dennoch wirkt die Scheibe klar produziert und keinesfalls matschig, was sehr schnell passieren kann. Die Spielfreude und auch Freude an der Musik scheint durch das Album hindurch zu wirken, man spürt, dass Tribulation wirklich der Musik frönen und nicht nur irgendein Album produzieren wollen, sondern ihr eigenes. Dazu passt der Labelname wie die Faust aufs Auge, „pulverisiert“ wird alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist.

Mit Tribulation steht also ähnlich wie die Nachbarn Deathchain wieder eine Band bereit, in der Vergangenheit des Death Metal rumzuwühlen und diese genauso zu zelebrieren. Doch kann das, was bereits vor 15 Jahren hätte aufgenommen werden können, noch innovativ sein? Die knappe Antwort lautet: Nein. Aber alleine die Tatsache, dass dieses Album vor 15 Jahren hätte erschienen können, zeugt doch auch von der Qualität. Nicht zuletzt pfeift einem dieses Album so die Gehörgänge durch, dass es auch ohne allzu viel Innovation (Oldschool!) und Schnickschnack (kein Oldschool!) schlichtweg sehr gut ist. Für Fans von Schwedentod und Morbid Angel uneingeschränkt zu empfehlen, für Fans von War Black Metal (klingt eigentlich genauso), Blackended Thrash (klingt auch genauso) und Brutal Death Metal (klingt eigentlich auch so) auch zu empfehlen. Ein sehr gutes Newcomerwerk!

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