Wertung: 9 von 10

Zwei Jahre nach ihrem gefeierten Über-Album “In Waves” (2011) sind Trivium mit ihrem neuen Output „Vengeance Falls“ zurück. Und der hat es ebenso in sich wie das Vorgängeralbum.


Auf ein Intro wird dieses Mal komplett verzichtet und es gibt mit „Brave this storm“ sofort voll auf die Fresse. Wie eine Stampede trampelt das krachende Gitarrenriff über den Hörer hinweg. Das Ding wird live für einige Furore mit Moshpit sorgen und sich sicher in die Reihe der Bandklassiker einreihen. Ähnlich stark ist dann auch der darauf folgende Titeltrack. Hier brilliert Sänger Matthew Heafy mal wieder mit seiner ausgewogenen Mischung aus tiefen Growls, verzerrten Screams und seelenhaftem Klargesang. Auch im weiteren Verlauf des Albums bleibt die Band sich selbst und diesem Schema treu, und so wechselt sich der wütende, teils rotzige Metalcore mit schon fast hymnenhaften Melodien und höchst niveauvollem Gesang ab. In genau dieses Schema reihen sich auch „No way to heal“ und „To believe“ ein. Letzteres überzeugt vor allem durch seine eingängigen Gitarren-Leads und das auf den Punkt genau gespielte Schlagzeug. Auf ihre ganz besondere Weise vereinen Trivium hier metallische Härte und Aggression mit charismatischer Melodie.

Ungefähr ab Mitte des Albums bekommt man allerdings ein wenig das Gefühl, dass man das ein oder andere so schon mal gehört hat. Irgendwo fehlt hier der richtige Spirit, und so plätschert das Album zwar solide und auf hohem Niveau, aber doch irgendwie recht gleichgültig seinem Ende entgegen. Die Stücke sind allesamt gut und können noch mit dem ein oder anderen netten Solo punkten, im Ganzen wurde hier aber wohl zu sehr auf Nummer sicher gegangen.

Das Songwriting für „Vengeance Falls“ wurde nach Angaben der Band dieses Mal stark von den Erlebnissen auf Tour geprägt. Ganz besonders entscheidend für den Schreibprozess war demnach wohl ein Zusammenstoß einiger Band-Mitglieder mit einer Gangster-Truppe. Und so ist der Name des Albums auch Programm und in seiner Gesamtstimmung extrem wütend. Darüber hinaus bündeln die Jungs aus Florida in ihren Songs aber auch eine enorme Live-Energie, welches das Album insgesamt deutlich intensiver rüberkommen lässt als „In Waves“ (2011).

Trivium lassen sich also auch anno 2013 nicht auf ein Genre reduzieren. Vielmehr hat sich die Band noch breiter aufgestellt und neue Elemente, zum Beispiel aus dem Hardrock-Bereich, zugelassen. Doch darüber vergessen sie nicht ihre altbewährten Trademarks und bleiben sich so selbst treu. Insgesamt ein sehr starkes Album, das seinem Vorgänger in nichts nachsteht.

Tracklist:

  • 01. Brave this storm
  • 02. Vengeance falls
  • 03. Strife
  • 04. No way to heal
  • 05. To believe
  • 06. At the end of this war
  • 07. Through blood and dirt and bone
  • 08. Villainy thrives
  • 09. Incineration: The broken world
  • 10. Wake (The end is nigh)

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