Es war Freitag der 21. Mai, für den Abend war Rock’n’Roll vom Feinsten auf dem Turbojugend-Festival in Hagen angesetzt. Nachdem ich und Marc um ca. 20 Uhr am Stock (Wortwitz?) ankamen und die Location bestaunten fiel mir sofort auf, dass der Sound überdurchschnittlich gut und schon allerhand Zuschauer vor Ort waren.. Nachdem wir dann 45 Minuten über Pommes und Bier ausgeharrt haben, ging es um 20:45 Uhr dann (etwas verspätet) auch tatsächlich los.

Turbojugend-Festival 2005 mit Bitter Orange, Speedway 69 uvm. am 21.05.2005

Turbojugend-Festival 2005 mit Bitter Orange, Speedway 69 uvm. am 21.05.2005

Als erstes betraten die Funky Bidges die Bühne. In einer halben Stunde verpassten mir die Hagener Jungs ein Wechselspiel der Gefühle. In manchen Momenten dachte ich: “Hey die Jungs sind ja ganz ordentlich…” und im nächsten Moment “…na ja da kommt mit Sicherheit noch besseres heute!”.

Warum dies der Fall bestand darin, dass die Bidges zwar ganz ordentlichen, deutschsprachigen Rock, mit allerhand interessanten Einflüssen und Ideen spielten aber dennoch einige Schwachpunkte aufwiesen. Wenn diese in Punkto Zusammenspiel, Gesang und Bühnenpräsenz von ihnen noch ausgemerzt werden, dann freue ich mich schon auf ein Widersehen.

Nach einer kurzen Umbaupause war es dann um 21:35 Uhr Zeit für die Helden des Deutschrocks aus Hagen – Gelbes Haus.

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Schon nach den ersten Akkorden merkte man, dass die Jungs schon eine ganze Weile zusammen spielen, da sie sehr routiniert daherkommen.

So ließen sie zum Beispiel auch bei einigen Song Samples vom Band kommen und rockten sie sich und die Zuschauer, mal härter – mal weicher durch ihr knapp eine Stunde langes Set.

Bisher kannte ich Gelbes Haus nur durch das Hören ihres aktuellen Albums, was bei mir persönlich leider kaum einen bleibenden Eindruck hinterließ. Aber ich muss wirklich sagen: “Hut ab. Live rocken die Jungs wirklich derbe!”

Nach einer Umbaupause von 15 Minuten in dem wir einen kleinen Plausch mit den Funky Bitches im Backstagebereich hielten, bestieg dann die erste nicht aus Hagen stammende Band die Bühne – Mojo Jazz Mob.

Die fünf Jungs aus Müsnter wirkten von Anfang an routiniert und ließen ein derbes Brett im Stil von „Spiritual Beggars“/“Mushroom River Band“ auf die Menge los.

Nach zwei, für Turbojugendverhältnisse etwas zu weichen Vorgängern, haben sie genau das gebracht, was bisher gefehlt hat: Der musikalische Tritt in den Allerwertesten. Zu Gute kam ihnen der wirklich fette Sound. So machte es Spaß sich ihre einstündige meist Midtempolastig-groovende Performance einzuverleiben.

Dem Mojo Jazz Mob steht bei konsequenter Weiterführung ihrer Musik definitiv noch eine große Zukunft bevor! Super Band!

Danach folgte eine weitere, kurze Umbaupause und dann war es soweit:

Bitter Orange erklommen die Bühne und schon mit ihrem Opener „Dead Girls“ bliesen sie alles weg.

Hatte ich doch bisher nie die Möglichkeit wahrgenommen mir die osnabrücker Kickassrocker live anzusehen, merkte ich doch bald, dass ich definitiv was verpasst hatte! In knapp einer ganzen Stunden gab’s von ihnen einen superben Gourmet-Arschtritt im Rock`n`Roll Gewand, mit dem ich so niemals gerechnet hätte!

Sänger Stefan wirbelt auf der Bühne wie ein wilder Derwisch und vermittelte irgendwie stets: „For those about to Rock….we salute you!“ und so rockten sie sich durch etliche Song, die zumeist sehr treibend, uptempolastig waren. Und ein weiteren Punkt erfüllten sie exzellent: Einen Turbonegro-Coversong der meiner Meinung nach schon lange fällig war. Zwar war es nur ein Einwurf im Song „Lonesome guitarman“, aber dennoch…super gemacht. Als Sahnehäubchen gab’s dann noch lecker zweistimmigen Gesang mit der „Fortitude“-Frontfrau „Poison“ Iwi und die Songs von „Killer“ Orange!

Super!

Nach der letzten Umbaupause musste ich erstmal auf die Uhr schauen und bemerken, dass es ja schon knapp 1.00 Uhr war…!

Aber na ja! Speedway 69 zuliebe riss ich mich dann noch mal am Riemen und behielt Contenance. Die 4 Jungs, die bereits auf Amerikatournee waren und bisher jedes Jahr eifrig eine CD aufnahmen, danktem es dem Publikum, dass nach Bitter Orange etwas dünner geworden, dass sie noch geblieben sind und belohnten sie mit knapp einer Stunden feinem Kickass Rock.

Für dem Abschluss des Abends waren sie genau richtig, da ihre Songs vom Tempo her angenehm variierten, aber dennoch jederzeit schön knackig-treibend waren. Dadurch, dass sie auch dermaßen professionell zu Werke gingen und ebenfalls eine feiste Party in Gang brachten, mobilisierte das Publikum noch mal sämtliche Reserven und feierte mit den 69er Speedway Jungs das Ende des Turbojugend Festivals 2005 in Hagen.

Sehr gut gefiel mir, dass vor jeder Band ein in ein seltsam bunt schillerndes Sakko gekleideter Mensch den kommenden Act mit originellenEinlagen ansagte. Daumen hoch!

Negativ fiel mir die, zwar professionelle, aber dennoch zu hektisch frickelig agierende Lichtanlage auf, die besser zu einem Grindcore Festival gepasst hätte. Machnmal ist weniger mehr!

Fazit: 1 A Festival. Super Abend! Wer auf Rock steht und nicht dort war hat definitiv etwas verpasst.

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Location: Gaststätte Stock Hagen
Datum: 21.05.2005
Autor: Marco


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