Allerdings hielt das Ultima dieses Versprechen zunächst erst mal nicht. Meine Mitfahrer mussten noch an der Abendkasse Karten kaufen. Klasse Idee, es waren ja noch 100 da. Pustekuchen. Man musste sich mit Gewalt in einem Haufen Leute durchsetzen um zu der einen Kasse zu kommen, wo dann alle 5 Minuten mal ein paar Karten verkauft wurden. Gut, wir hatten Glück, aber so kann das doch eigentlich nicht gemeint gewesen sein. Ebenso kann es nicht der Ernst der Veranstalter sein, dass 1000 Leute durch eine einzige Kontrolle gehen sollen. Ich hatte wieder Glück, allerdings gab es auch Leute, die etwa 1 ½ Stunden angestanden haben. Man könnte sagen, es wäre auch gerechtfertigt, schließlich gibt es 150 Liter Freimet. Den hat allerdings niemand gesehen, den ich gesprochen hab. Sollte es nur ein Werbegag gewesen sein? Man weiß es nicht. Wäre aber schön gewesen, zumal man an der Kontrolle auch sämtliche Getränke abgeben musste. Nicht nur Glasflaschen, nein alles.

Aber genug davon erst mal, es galt ja einige Bands des Viking/ Pagan Genres zu bewundern.

Den Anfang sollten wohl Steel Preacher gemacht haben. Kann gut sein, ich hab sie aber nicht mehr gesehen. Das ist allerdings auch schon seltsam, da ich recht schnell auf dem Gelände war. Macht aber alles nichts, meine erste Band hörte also auf den Namen Minjar. Eine Combo, die zunächst durch das Alter auffiel. Die fünf waren ziemlich jung, was aber nichts über die Professionalität aussagt, die zweifelsfrei vorhanden war. Gemacht wurde Viking Metal in Richtung Thyrfing wobei der Keyboarder sich auch der Blockflöte bediente. Zur Belohnung für die Fans gab´s vom Sänger mit dem Cowboyhut dann auch noch Captain Morgan. Verdient wars, es hatten sich wirklich erstaunlich viele Leute vor der Bühne versammelt. Die Show war aber auch sehenswert und Songs wie „Nebel von Avalon“ gingen ins Ohr. Als nächstes betraten Varg die Bretter und versuchten ihren Vorgängern nachzueifern. Das gelang aber nicht wirklich. Die ebenfalls recht jungen Wikingers hatten technische Probleme und kamen auch weitaus unprofessioneller daher. Allerdings gab es hier wohl den einzigen Dreadlock Viki am Gesang zu beobachten. Gespielt wurden, ausser dem eigenen Stück „Ruhrpott“ nur Coversongs. Dabei waren „Trollhammaren“ und „Little Dreamer“ , aber auch Songs von Amon Amarth und Moonsorrow. Witzig war das zwischenzeitliche Wettsaufen. Zwei Mann, 0,5 Liter Bier und es ging um die Wurst.

Mit der nächsten Band gabs dann endlich ein paar Wikinger. Thrudvangar spielten auf. Musikalisch war das ganze atmosphärisch und schwerer als die Vorgänger. Mit den „Aldi Keyboards“ (wie ein Kumpel sie nannte) kamen die Jungs aber gut an. Die Halle war zum ersten mal gut gefüllt und die Meute feierte zu Songs wie „Einherjer“ und „Eine Siegreiche Schlacht“. Man muss allerdings sagen, das die Songs doch etwas lang waren und die Band, mit ihrer statischen Bühnenshow nicht gerade für Abwechslung sorgte. Visuell bekam man die dann bei Asakereia. Corpsepaint ist ja in der Blackmetal Szene immer noch in. Das Mädel an der Akustik (!) Klampfe sah auch recht drollig damit aus. Gehört hat man von ihr aber nicht viel, es sei denn die anderen Instrumente machten mal Pause. Bei dem typisch schwarzmetallischen Rasenmähersound (Ja ich weiß, ich bin ein Banause) war das aber auch nicht verwunderlich. Besonders beeindrucken konnte bei dieser Combo eigentlich nur der Sänger, der eine wirklich gute und krasse Stimme hat und der Gitarrist mit seinem Zimmermannsnagel – Nietenarmband. Die Show war nicht gut, kam aber bei den Leuten sehr gut an.

Nach diesem Ausflug in den hohen Norden ging es weiter nach Thüringen. Mit Odroerir trat jetzt die erste band des Thüringer Schlachthaufens auf. Alle gehüllt in originalgetreue Kleidung der Germanen…alle? Nein nicht alle. Der Geiger der Truppe hüllte sich in eher normale Gewandung und passta auch sonst nicht zur Truppe. Völlig unmotiviert stand er auf der Bühne rum und harrte seiner spärlichen Einsätze. Viel Bühnenaction gab es auch hier nicht zu sehen, aber wenn man von Helden singt, dann ist wildes Kopfschütteln auch nicht angebracht. Der Menge vor der Bühne gefiel es auf jeden Fall und es wurde nach lauten Rufen sogar die erste Zugabe des Tages gespielt. Es sollte auch die letzte sein, wie sich später herausstellte. Auch so waren Odroerir mit ihrem nicht zu hartem Paganmetal eine Entdeckung des Festivals.

Es war an der zeit sich mal auf dem Gelände etwas umzuschauen. Der Merch war trotz der kleinen halle gut vertreten und es gab auch einige coole Sachen zu günstigen Preisen. Die günstigen Preise wurden aber nicht gerade aufs Essen übertragen. Mein Bruder musste doch tatsächlich 3,50 für ne Bratwurst in einem kleinen Brötchen hinblättern. Dafür bekommt man hier schon ´nen ausgewachsenen Döner. Durch diesen Rundgang etwas aufgehalten, musste ich leider den Anfang von Black Messiah verpassen

Das was ich noch zu sehen bekam war aber ganz cool. Coole Vikingermucke mit vielen Instrumenten, wie Geige und Keyboard. Als besonderes Schmankerl gab es „Moskau“ von Dschinghis Khan. Und danach kam sie….sie die heiß ersehnte….die, nach der sich alle Männer verzehrten….die Vikingerstripperin. Nettes Mädel, das muss man schon sagen, auch wenn das ganze mit echten Vikingern kaum was zu tun hatte. Egal, war nett und nichtmal so schmuddelig und unestetisch wie mancher nun denkt. Kommen wir aber zurück zur Musik, denn es waren die Hamburger Stormwarrior welche sich die Ehre gaben. Coole Bühnenpräsenz die Jungs, besonders Basser Justi. Leider rief mein Magen lauter als die Heavy Metal Bande und ich musste mir ein paar Happen Pizza reinverleiben. Und dann auf zur nächsten Runde Thüringen. XIV Dark Centuries bitten zum Tanze. Diesmal komplett gewandet gab es auch nur ein laute „Wotan“ und ab gings. Hier konnte jetzt von den Beinharten Metallern bewundert werden, dass eine Blockflöte doch Heavy Metal ist. Die Band wusste mit ihrem härteren, wenn auch manchmal etwas eintönigen, Vikingmetal durchaus zu überzeugen. Coole Melodien und schöne Knüppelriffs, was will man mehr? Nur sollten die Jungs vielleicht nicht so viel Nebel um sich verteile, auch wenn unsere Vorfahren vor Paris (und ich meine nicht 1940) auch aus dem Nebel zur Attacke bliesen.

Wo wir gerade bei 1940 sind. Es ist positiv zu bemerken, das sich keine Anhänger der tausend Jahre von 1933 bis 1945 (oh, waren wohl doch nur 12 Jahre) eingefunden hatten. Es gab zwar zwei oder drei seltsame Gestalten, aber es kamen keine Sprüche. Ich habe lediglich eine sehr hohe Dichte von Burzum-Fans registriert. Aber vielleicht gehört das einfach dazu. Für ein Festival, was sich mit Germanen, Heiden usw. befasst, ist es aber sicherlich sehr friedlich und verfassungskonform abgelaufen. Danke dafür. Zurück zum Geschen selbst. Es wurde interessant. Der Veranstalter betrat die Bühne und verkündete, dass Ancient Rites nicht spielen würden, wenn sie nicht zur geplanten Zeit die Bühne betreten könnten. Ich glaubte an einen Scherz, aber es wurde tatsächlich abgestimmt, ob sie waren sollten oder die anderen Bands ihr Set um einen Song kürzen sollten. Bei der unglaublichen Arroganz war die Antwort auch vorprogrammiert und die Belgier wurden wieder nach Hause geschickt. Erstmal waren aber eh die heimlichen Headliner und momentanen Szeneüberfliegen Equilibrium aus München an der Reihe. Die Halle war das einzige mal an diesem Abend richtig voll. Das war aber auch zu erwarten, bei dem Leumund, den Equilibrium im Moment genießen. Nachdem ich die Show gesehen hab muss ich auch sagen: Zu recht. Die Show ist einfach gut, die Lieder sind schön zum mitgröhlen und man sieht den Buden und Madeln an, das sie Spaß haben. Besonders Sänger Helge machte eine sehr gute Figur und suchte auch den Kontakt zum Publikum. Besonders mit dem abschließenden „Met“ brachten die Bayern die Halle dann richtig zum Kochen. Mit „Tote Heldensagen“ gab es sogar noch ein neues Stück. Da war die Meute aus Midgard zufrieden, besonders als noch angekündigt wurde, dass Ancient Rites doch spielen würden und keine Band gekürzt werden müsse.

Aber was ist besser als Met? Fleisch und Met, deswegen gabs auch die dritte und letzte Portion Thüringer Mett. Richtig, Menhir betraten die Bühne. Die härteste Zusammenrottung der Jungs aus dem Dunstkreis von Ulf Hednar. Symptomatisch für den Sound und den Mischer, fiel das Intro auch ins Wasser. Das wunderte aber wohl niemanden mehr, da der Mischer schon des öfteren nicht so ganz auf der Höhe des Geschehen gewesen war und auch nicht mehr auf diese Höhe aufschließen konnte. Mit anderen Worten: Der Sound war stellenweise unterirdisch. Egal, dann ohne Intro und ab dafür. Schönes Ding würd ich mal sagen, was Menhir da auf die Bretter zauberten. Ich hatte eine weitere Band auf meine „Besorgen-Liste“ zu fügen. Was Fix und seine Mannen da raushauten, das war echt gut. Schnell, melodisch, druckvoll. Die Show lies diesmal auch nicht zu wünschen übrig. Es wurde gebangt und Spaß gehabt. Der Kreischgesang, welcher immer wieder von cleanen Passagen abgelöst wurde, brachte auch die Heldensagen gut rüber. Zur Belohnung für das gute Publikum gab es dann mit „Ziuwari“ auch noch ´nen Hit. Naja, sagen wir fast. Irgendwie wurde der Saft abgedreht und die Jungs von der Bühne geholt. Komisch, komisch, findet ihr nicht auch? Sollten die Bands nicht ungekürzt aufspielen dürfen? Da waren einige Leute doch nicht so begeistert wie man vermuten könnte. Aber es flogen keine Äxte und Methumpen. Also konnte die umstrittenste Band des Abends, Riger weitermachen. In wie weit die Bengels jetzt der rechten Szene angehören und in wie weit nicht, das soll jeder selbst entscheiden. Ich wird mich dazu nicht äußern. Fakt ist jedenfalls, das die Klampfenfrau tierisch abgefahren bangt. Allerdings war das auch schon der Höhepunkt des Auftritts. Riger hatten ´nen miesen Sound und kamen auch so relativ langweilig rüber. Stumpf ist Trumpf, kaum Melodien und außer „Auf die Ahnen“ auch keine wirklichen Hits. Ich gestehe, ich hab´s mir nicht völlig gegeben. Es war aber auch schon Stunden 38 mit nur einer Stunde Schlaf vorbei und da brauchte ich das nicht auch noch. Dann lieber die letzten Reserven für Ensiferum gespart.

Die Finnen dankten es mir mit einer wirklich guten Show. Ich hab die Kriegsbemalte Horde allerdings auch noch nie schlecht erlebt. Da stimmt die Show, der Sound war auch OK und die gute Frau am Keyboard bot mit der Haarschüttelperformance auch noch ´nen besonderen Hingucker. Mit „Dragonheads“ gab’s auch was von der neuen EP und mit „Into Hiding“ eine Hommage an Suomis finest Amorphis. Aber auch die Hits wurden bedacht und so geriet das ganze zu einer runden Sache. Nach „Lai Lai Hey“ wurden dann aber die „Zugabe“ Rufe der Fans völlig ignoriert. Das, und die späte Stunde (man hatte etwa 1 ½ Stunden Verspätung) waren dann wohl auch der Auslöser für den Massenstrom Richtung Ausgang. So kam es dann, das bei Ancient Rites, dem Headliner und klarem Verlierer des Abends, nur noch ein paar wenige Nasen feierten.

Allerdings muss man sich auch nicht wundern, wenn der Manager (wie sich wohl im Nachhinein rausstellte war das nicht die Meinung der Band) androht zu verschwinden, wenn man nicht die vorgeschriebene Zeit bekommt. Nun, jedenfalls waren Ancient Rites noch da und sie spielten auch. Aber um diese Zeit hat man auch als Headliner ´nen schweren Stand. Es war wirklich wenig los. Nur einige „Die Hards“ mit Fahne versuchten die Stimmung noch anzuheizen. Zur Belohnung gab es auch einige Stücke der neuen Scheibe “Invictus. Allerdings wollte keine rechte Stimmung aufkommen und man muss sagen, das die Belgier auch nicht gerade vor Elan strotzten. Die Show ließ sehr zu wünschen übrig und Gunther machte mit seinen spärlichen Ansagen auch nicht gerade Stimmung. Dafür war der Gesang aber tadellos. Facettenreich und mit einer sehr coolen Psychonote versehen. Was recht gut ankam waren die Stücke der Scheibe “Dim Carcosa“. So wurden „Götterdämmerung“, „And The Horns Call For War“ und natürlich der Hit „Victory Or Valhalla“ von den verbleibenden Fans abgefeiert.

Danach war die Band noch nicht am Ende, aber ich. Mit einer Stunde Schlaf in mitlerweile 42 Stunden wird wohl auch der fieseste Kritiker verstehen, das ich mich zum Auto begab und den Ort des bunten Treibens vorzeitig verließ.

Abschließend bleibt nur zu sagen, dass es eigentlich ein nettes Festival ist, allerdings noch einiges an der Sache verbessert werden kann. Das haben die Veranstalter aber auch schon zu tun gelobt und so kann man gespannt sein auf´s nächste Jahr.

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