Wertung: 7 von 10

Während andere versuchen den Geist der Sechziger in eigenen Songs zu erhalten bzw. aufleben zu lassen, nahm man hier die Originale her um sie im Ulver’schen Sinne zu restaurieren. Ulver für Quereinsteiger.


Mit dem Multiinstrumentalisten Daniel O’ Sullivan kehrte, nachzuhören seit dem letztjährigen „Wars Of The Roses“, eine gewisse Affinität zum Popsong ein, was Ulver einerseits zugänglicher macht, aber auch berechenbarer. So ist „Childhood’s End“, ein Coveralbum aus 60ies-Psychedelic-Perlen, ein durchaus begreiflicher Schritt.

Die Songauswahl ist überaus lobenswert. Manch Vergessenes (Common People, Les Fleur De Lys, Music Emporium) kramte man zu Recht aus der Kiste, bei vorhersehbaren Vertretern (Byrds, Jefferson Airplane, 13th Floor Elevators) grub man abseits der allgemein bekannten Standards. Und die Troggs z.B. sind sicher nicht jedem als psychedelische Tüftler in Erinnerung geblieben.

Wüsste man nicht um den Ursprung, ginge „Childhood’s End“ auch als Ulver-Urheberschaft durch. Stets nah am Original, werden die Stücke in Ulvers charakteristischen Sound gebettet. Die Songs werden schlicht zu Ulver-Songs. Das die Fassungen selten die Qualitäten der Vorlagen erreichen, fällt nicht weiter ins Gewicht. Kann auch nicht Sinn der Sache sein, wenn man sich an Unschlagbarem wie „Magic Hollow“ oder „Where Is Yesterday“ versucht. Die Qualität wird eher verlagert. Ulverised sozusagen. Im besten Sinne.

Ob „Childhood’s End“, wenn auch nicht gänzlich überzeugend, doch fraglos mehr als bloß Fußnote, als zukunftsweisend für weitere Unternehmungen zu verstehen ist, bleibt abzuwarten. Im Endeffekt ein Album, welches man sich einfach „nur“ unheimlich gerne anhört. Wiederholt, versteht sich. Und nicht zuletzt eine gelungene Aufforderung die unbehandelten, psychedelischen Klassiker und Obskuritäten zu entdecken und eine Zurschaustellung guten Geschmacks.

Das musikalische Konzept im Kontext mit Albumtitel und Artwork steht außer Konkurrenz.

Tracklist:

  • 01. Bracelets of Fingers (The Pretty Things)
  • 02. Everybody’s Been Burned (Byrds)
  • 03. The Trap (Bonniwell’s Music Machine)
  • 04. In the Past (Chocolate Watchband)
  • 05. Today (Jefferson Airplane)
  • 06. Can You Travel in the Dark Alone (Gandalf)
  • 07. I Had Too Much to Dream Last Night (Electric Prunes)
  • 08. Street Song (13th Floor Elevators)
  • 09. 66-5-4-3-2-1 (Troggs)
  • 10. Dark is the Bark (Left Banke)
  • 11. Magic Hollow (Beau Brummels)
  • 12. Soon There Will Be Thunder (Common People)
  • 13. Velvet Sunsets (Music Emporium)
  • 14. Lament of the Astral Cowboy (Curt Boettcher)
  • 15. I Can See the Light (Les Fleur De Lys)
  • 16. Where is Yesterday (United States Of America)

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