Wertung: 9 von 10

unleashed-dawn-of-the-nineOhne Unleashed wäre die Death-Metal-Gesellschaft seit jeher ein trauriger Ort! Auf die Schweden ist Verlass wie nie zuvor – kein Wunder also, dass auch „Dawn Of The Nine“ einmal mehr ein kompromissloser Abgesang auf heutige Religionen und modernen Firlefanz ist. Auch 2015 beweisen die Veteranen, dass (hallo, deutsche Pagan-Szene!) heidnisch geprägte Musiker nicht zwangsläufig von dünnärmigen Milchgesichtern repräsentiert werden, die im jugendlichen Wahnsinn zu Wotan und Thor abschunkeln, ohne auch nur ein Fünkchen Verständnis für den alten Götterglauben zu besitzen. Ganz davon zu schweigen, dass die Hälfte von ihnen noch nicht einmal in die Windeln gemacht hat, als Unleashed bereits die Bühnen dieser Welt unsicher gemacht haben!

Auch wenn Unleashed wie immer mächtig loslegen und ihre gewohnte Qualität darbieten, beweist das schwedische Trüppchen einmal mehr, dass sie selbst im Jahr 2015 noch überraschen können. „Dawn Of The Nine“ ist nicht so prügellastig wie „Odalheim“, setzt sich an den richtigen Stellen etwas ruhiger in Szene und untermauert, dass musikgewordene Brutalität keineswegs ausschließlich durch Geschwindigkeit und Blastbeats generiert werden werden muss. Das Organ von Hedlund ist in Bestform, während die Gitarren-Front Olsson und Folkare rein gar nichts vermissen lässt. Dass über Anders Schultz‘ Fähigkeiten an der Schießbude schon längst keine Worte mehr verloren werden müssen, versteht sich ganz von selbst!

Im Gegensatz zu einem ganzen Arsenal langjähriger Rock- und Metalkapellen, die jahrein, jahraus das identische Album präsentieren, gelingt Unleashed der seltene Spagat, sowohl neue als auch alte Hörer bestens zu unterhalten. Die Schweden ruhen sich nicht auf ihren Lorbeeren aus, sondern schaffen es erneut, den Hörer eine Stunde lang in eine Bestie zu verwandeln, die gedanklich in ferne Zeiten reist und jedem dahergelaufenen Christen die Rübe abschlägt. Und mal ehrlich: Was will der geneigte Todesblei-Fan mehr? Trotz der vielen Stockholmer Bands, die früher oder später auf den „melodischen Trend“ umgestiegen sind, bleiben Unleashed weiterhin die einnehmenden und blutrünstigen Nordmänner, auf die sich ein jeder Metaller seit mittlerweile mehr als zwei Jahrzehnten verlassen kann.

Keine Frage, „Dawn Of The Nine“ ist nicht das beste Werk der Schweden, aber im Rahmen der Möglichkeiten derart eigenständig, dass Vergleiche überhaupt nicht nötig sind. Spitzt eure Lauscher, wenn ihr Bock auf ein weiteres schwedisches Todesblei-Manifest habt! Und, na ja … haut euch das Ding auch unbedingt um die Ohren, wenn gerade keine Lust besteht! Unleashed werden nicht älter, sie werden besser.

Tracklist:
1. A New Day Will Rise
2. They Came To Die
3. Defenders Of Midgard
4. Where Is Your God Now?
5. The Bolt Thrower
6. Let The Hammer Fly
7. Where Churches Once Burned
8. Land Of The Thousand Lakes
9. Dawn Of The Nine
10. Welcome The Son Of Thor!

UNLEASHED – Where Is Your God Now? (OFFICIAL LYRIC VIDEO)

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