METALLER TESTEN DINGE – Test 9 – Upcycling – Altem zu neuem Leben verhelfen

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Wie wurden wir von Selbstversorgern zu Massenkonsumenten?

Upcycling – Altem zu neuem Leben verhelfen

Upcycling – Altem zu neuem Leben verhelfen

Unsere Gesellschaft in Europa war bis circa 1800 und darüber hinaus noch stark geprägt durch die typischen Anzeichen einer Agrargesellschaft. So befanden sich in dieser Zeit die meisten Berufstätigen im Bereich der Landwirtschaft, in dem so genannten primären Sektor. Das bedeutet, dass die meisten Menschen als Bauern oder als Viehzüchter ihren Lebensunterhalt bestritten. Dazu kam, dass dies oft auch durch geringe Arbeitsteilung bestritten wurde, da die Menschen meist in Großfamilien lebten und alle mit anpacken mussten, da der Einsatz von Maschinen nicht oder nur in geringem Maße möglich war. Daraus ergab sich zwangsläufig auch eine Verschmelzung von Arbeitszeit und Freizeit. Aber auch der Selbstversorgeranteil war in diesen Zeiten recht hoch. In dieser Zeit hatten die Menschen nicht viel und wurden von einer wenig produktiven Landwirtschaft dominiert.

Mit dem zunehmenden Einsatz von Maschinen und Düngemitteln fanden erste Anzeichen der einsetzenden Industriellen Revolution auch Einzug in dem Bereich der Landwirtschaft. Durch diese Intensivierung der Landwirtschaft und durch neue Produktionsmethoden wurden die Arbeiten einfacher und schneller. Zudem wurden weniger helfende Hände benötigt, da nun Maschinen einen Teil der Arbeit übernahmen. Viel zur Verfügung hatten die Menschen auf dem Land hier dennoch nicht, aber zumindest wurde die Arbeit etwas leichter.

Um 1900 kann man den Höhepunkt der Industriellen Revolution in Europa ansetzen. Mit dieser kam es zu einer radikalen Veränderung der Produktionsmethoden, die zur Modernisierung beitrugen und wirtschaftlichen Aufschwung brachten. Die dabei entstandene Industriegesellschaft ist geprägt durch eine Produktion von Gütern und Waren in Fabriken und durch einen hohen Grad der Arbeitsteilung, ganz im Gegensatz zur Agrargesellschaft. Damit eng verbunden war auch die Entwicklung der Verstädterung, da nun die Menschen auf der Suche nach Arbeit im sekundären Sektor in die Städte zogen. Es liegt nahe, dass somit auch eine Trennung von Wohn- und Arbeitsstätten erfolgte. Damit verknüpft war aber auch eine Zunahme der Bürokratisierung und, da nun mehr Geld in die Haushalte kam, eine Erhöhung des Lebensstandards, vor allem auf materieller Ebene. Allerdings führten die vielen errichteten Fabriken und weitere Aspekte der Industriellen Revolution auch zu Umweltproblemen, mit denen man sich zuvor noch nicht auseinandersetzen musste. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung und der damit verbundenen Veränderung der Lebensverhältnisse stiegen natürlich auch die Konsumbereitschaft bzw. die Konsummöglichkeit der Menschen an.

Jack Daniels Seifen-, Essig- u. Ölspender

Jack Daniels Seifen-, Essig- u. Ölspender

Seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert sind hingegen Dienstleistungs- und Informationsgesellschaften das prägende Bild der Gesellschaft in Europa. Mit der Entwicklung der Elektronik, der Automobilindustrie und der Petrochemie gab es für die Dienstleistungsgesellschaft kein Halten mehr. Dauerhafte Konsumgüter standen zur Verfügung, Dienstleistungen gab es an allen Ecken und Enden und das Auto als Massenverkehrsmittel hatte sich längst etabliert. Für die Menschen bedeutet dies natürlich ein hohes Maß an sozialer Mobilität und ein Reagieren auf vielfältige Berufsstrukturen. Es ist somit nicht verwunderlich, dass man sich für seine Arbeit und Anpassungsfähigkeit auch öfter mal etwas gönnen wollte: der Massenkonsum war somit auch gleich geboren. Da man Entwicklung bekanntlich nicht aufhalten kann, wurde die Informationstechnik weiter ausgebaut und das World Wide Web stand bald vor jeder Haustür. Ein riesiger Markt eröffnete sich, der Einzug in alle Lebensbereiche erhielt. Weiter wurden neue Technologien zum Beispiel im Bereich der Bio- und Gentechnik, aber auch in der Mikroelektronik entwickelt.

Die Suche nach der Individualität im eigenen Heim

In den letzten zehn Jahren wurde der Anspruch nach mehr Individualität immer größer. Es galt, sich von der breiten Bevölkerungsmasse abzusetzen, die, übertrieben gesagt, alle in neuen Häusern leben, tolle Autos vor der Tür stehen und die neusten Flachbildschirme im Wohnzimmer hängen haben und die sich dabei immer gleicher und gleicher wurde. Etwas Besonderes sollte das eigene Heim kennzeichnen und ihm einen persönlichen Charme verleihen. Etwas, das nicht einfach so bei Amazon bestellt, bei Ikea gekauft oder beim Einkaufsbummel einem jeden über den Weg laufen konnte, musste her. So kamen einige Personen auf die Idee, Produkten, die nicht mehr gebraucht wurden, eine neue Funktion zu verleihen und sie so mit Hilfe von Upcycling zu etwas Einzigartigem zu machen. Beispielsweise wurden aus alten Fahrradschläuchen auf einmal stylische Handtaschen oder aus benutzen Tretrapacks künstlerische Lampenschirme. Der Phantasie waren und sind keine Grenzen gesetzt! Manch andere hatten jedoch auch den Beweggrund unsere Wegwerfgesellschaft ein wenig aufzurütteln. Wie oft schmeißen wir unbenutzte Gegenstände einfach weg, verursachen täglich Müllberge und machen uns nicht einmal Gedanken darüber? Das Upcycling hat auch die Grundidee, Dingen, die wir achtlos wegwerfen und die im besten Fall dann recycelt werden, schon vorher einen neuen Nutzen zu geben und sie so zu etwas Außergewöhnlichem zu machen. Im Prinzip erhält dabei Abfall einen Wert, der Kreativität erfordert, Individualität garantiert und dazu einfach auch noch Spaß macht. Bewundernde Blicke sind meistens garantiert – denn so etwas kann man nicht von der Stange kaufen!

Drei Möglichkeiten des Upcyclings

Upcycling Lampe

Upcycling Lampe

Lampen

Ein schönes Beispiel für Upcycling ist die Herstellung von Lampen. Aus unglaublich vielen Gegenständen lassen sich individuelle Lampen bauen, die so in keinem Geschäft zu finden, geschweige denn zu kaufen, sind! Zum Beispiel kann aus einer alten, dickbauchigen Vase mit Hilfe von alten Glühbirnen und einer Glühbirnenfassung eine Designerlampe werden, die den Raum mit indirektem Licht wohlig ausleuchtet.

Es kann aber auch, für die Hartgesottenen, aus einer leeren Jack Daniels Flasche, oder aus einer anderen leeren Flasche eures Lieblingsgetränks, ebenso eine kleine Leuchte werden, die sogar als individuelles Geschenk dienen kann und bestimmt für Fans sorgt.

 

 

 

Spender

Wer die Flasche seines Lieblingsgetränks jedoch öfter sehen möchte, ohne immer gleich daran nippen zu müssen, sollte sich aus der bevorzugten Flasche einen Seifenspender fürs Bad oder Essig- und Ölspender für die Küche basteln. Sieht cool aus und sorgt bestimmt für Gesprächsstoff!

Jack Daniels Seifen-, Essig- u. Ölspender

Jack Daniels Seifen-, Essig- u. Ölspender

Taschen

Whiskastasche Upcycling

Whiskastasche Upcycling

Ganz spannend ist auch die Idee des Upcyclings von Katzenfuttertüten. Jeder Katzenbesitzer kennt das: Es sammeln sich unzählige Nassfuttertüten, die stinkend im Müll verschwinden. Dies könnte man auch anders lösen! So können diese Tütchen als erstes gründlich ausgewaschen und getrocknet werden. In einem zweiten Schritt schneidet man diese dann zu gleichförmigen Vierecken zurecht und vernäht sie anschließend unter der Nähmaschine wieder miteinander. So kann eine Tasche entstehen, die sogar noch Hinweise auf das Lieblingsfutter des eigenen Vierbeiners liefert. Natürlich eignen sich hierfür auch andere Produkte, wie zum Beispiel die Folie der Lieblingsschokolade oder aber auch Salatdressingtüten. Wie schon gesagt: Der Phantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt.

Wie bereits an diesen drei Beispielen zu sehen ist, braucht man nur etwas unkonventionelles Denken, ein bisschen Kreativität und ein wenig Bastelgeschick, um aus alten Dingen Neues zu machen, das dem Drang nach Individualität entspricht! Probiert es aus und habt Spaß!

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Gastbeitrag: Steffi K.


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