Wertung: 8 von 10

Dass Wolverine Records ein goldenes Händchen für interessante, unterhaltsame Bands hat, das ist ja bisher schon reichlich klar geworden, einmal mehr beweisen sie es mit einer Compilation, die sowohl Qualitativ als auch Quantitativ in der oberen Liga mitspielt.


Den Hörer erwartet ein reichhaltiges Angebot aus 21 Stücken, typischerweise hauptsächlich aus den Bereichen Rockabilly und Punkrock, sowie kleinere Abschweifungen in Richtung Swing, was letztendlich den Namen „Saints & Sinners“ trägt. Und wie im wahren Leben überwiegen die sündig düsteren Klänge die reinen klaren eindeutig.

Anders als bei so manch anderen Compilation, wo auf ein paar Hammersongs schnell mal die Grütze untergerührt wird, um Namen bekannter zu machen, gibt es auf „Saints & Sinners“ kaum einen Track, der nicht entweder unterhaltsam oder für sein Genre grundsolide gemacht ist, ganz im Gegenteil bleibt das Level des Dargebotenen stets hoch und abwechslungsreich, fast ohne abzuweichen.

Da ich mich schon an anderer Stelle positiv über den ein oder anderen Act ausgelassen habe, namentlich die Gutter Demons und Johnny Rocket, möchte ich hier andere Songs hervorheben, die auf mich einen positiven Eindruck gemacht haben.

Gleich der erste Song „Radio Revolution“ von den Strawberry Blondes aus dem Vereinigen Königreich, läutet das Album sehr gut ein. Der Sound erinnert mich an The Offspring oder anderen neunziger Jahre Punkrock, hier aber noch mit starkem britischem Dialekt, was überraschenderweise eine geniale Mischung ergibt.

Moderner aber nicht weniger druckvoll präsentieren sich die Finnen von Francine. Ich würde „I Don’t Give a Damn“ als Punkrocksong bezeichnen, wobei der Sound sehr viel sauberer klingt und sehr professionell wirkt. Laut MySpace–Seite der Band kann man das auch nach 18 Jahren Bandgeschichte erwarten.

Eine weitere interessante Combo sind Helldriver, die Rockabilly mit deutschen Texten machen und auf diesem Album „Mädchen mit Motorsägen“ ihre Liebe gestehen. Mir persönlich ist Rockabilly mit deutschen Texten völlig neu, aber mein Eindruck ist sehr gut.

Ich könnte durchaus die weiteren 16 Titel beschreiben und davon zumindest 13 ebenso gut finden, wie die eben genannten, davon sollte sich aber jeder selbst überzeugen, denn der wirkliche Hammer an dieser Scheibe ist, dass sie für lächerliche 4–5 Euro zu haben ist! 4 Euro im Pappschuber oder 5 Euro im Jewelcase, erscheinen mir doch sehr günstig für einen so unterhaltsamen Sampler.

Natürlich muss ich einige Einschränkungen machen, denn für gestandene Rockabillys wird das Angebot zu mager sein, dasselbe gilt für Punkrocker. Allen anderen kann ich aber nur empfehlen zuzugreifen und sich selbst zu überzeugen.

Tracklist

  • 01. Strawberry Blondes – Revolution Radio
  • 02. Mike Zero – Waster
  • 03. Out Of Luck – Psycho’s Mind
  • 04. Rämouns – Surfin Safari
  • 05. Turbonegra – Rendevous with Anus
  • 06. Rumble Club – Vampire Girls From Outerspace
  • 07. Pipes and Pints – City by the Sea
  • 08. Francine – I Don’t Give a Damn
  • 09. Ripmen – Freakshow
  • 10. Hybrid Children – Blackheart Baby
  • 11. The Sewer Rats – Ridin‘ Downtown
  • 12. Pinkspots & der Hutklub – Ein wunderschöner Tag
  • 13. Wyldfires – Fox Devil Wild
  • 14. The Spook – Of Gods And Monsters
  • 15. Gutter Demons – House by the Cementary
  • 16. The Booze Brothers – All Nighter
  • 17. Helldriver – Mädchen mit Motorsägen
  • 18. The Spookshow – Kneeling Drinkads Plea
  • 19. Johnny Rocket – Drink Me Pretty
  • 20. The Clerks – You shook me all night long
  • 21. Sarah Blackwood – Lonely Parade

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