Wertung: 8.5 von 10

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Drei Jahre nach dem letzten Release “Nekrodepression“ meldet sich das Bonner Gespann mit seinem 5. Langdreher und gleichzeitig dem ersten Release für „Temple of Torturous“ zurück.

Zwischenzeitlich wurden diverse Live-Auftritte, etwa die gemeinsame Tour mit Ahab und Omega Massif absolviert, die Inspirationen für „Romantik“ sind daher offensichtlich und Szenegrößen der Düster-Abteilung wie etwa Tom Warrior fanden schon vor Jahren mehr als lobende Worte für das Trio, das auch schon die adelnde Bühne des Roadburn Festivals entern durfte.

VALBORG, seit 2008 in konstanter Besetzung, haben mit „Romantik“ einen simplen, aber gerade deswegen atmosphärischen Klangteppich geknüpft, der den Hörer in die dunkelsten Sphären trägt und ihn dort ausharren lässt. Das durch und durch gradlinige, homogene Album wirkt wie aus einem Guss, Ausschläge nach oben oder unten gibt es weder musikalisch noch qualitativ. Die Rhythmussektion geht keine Experimente ein und legt für alle sechs Songs das dunkle Fundament, während Gitarre und Gesang, genau genommen eine Mischung aus Erzählen, Klagen und teilweise epischen Chören, jedem einzelnen Song Stimmung und Atmosphäre einhauchen. Bereits beim 8-minütigen Opener „Vampyr“ beginnt die Gitarre in der zweiten Songhälfte dezent zu sägen, es wird aber zum Glück nicht übertrieben, denn jede Note zuviel würde die Stimmung killen …

Die Synthesizer sind in keinster Weise aufdringlich und klingen glücklicherweise auch nie nach Bontempi-Anfänger-Keyboard, im Gegenteil sie fräsen die Muster in die Soundklötze, welche zum Beispiel als bei „Sulphur Vitriol Angel“ als Leadpassage von der Gitarre übernommen wird. „Kryptische Arroganz“ und „The Haunted Womb“ hellen das sonst düstere Album etwas auf, sorgen auf epische Art für ein Grande Finale der akustischen Nachtwanderung.

Hat man Alben von Type O Negative, Celtic Frost und Tryptikon im Regal oder übt man sich gerne im slo-mo-Bangen, dann sei demjenigen die „Romantik“ von VALBORG ans Herz gelegt. Eine Romantik in etwa so, als ob man(n) für das erste Date „Tanz der Teufel“ auswählt …

Einziger Kritikpunkt, wenn auch rein subjektiv, ist dass trotz einer Länge von 39 Minuten, der Durchlauf zu kurz erscheint. Egal, Playtaste drücken und nochmal zurücklehnen …

Genusshörer dürfen sich freuen, denn neben dem ohnehin ansprechendem CD-Release folgt Dank Temple Of Torturous einen Monat später eine Vinyl-Version.

Pete Steel wäre stolz.

Tracklist:
Vampyr
Blitz aus Sodom
Comtesse
Sulphur Vitriol Angel
Kryptische Arroganz
The Haunted Womb

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