Eine Besonderheit des Albums lässt sich vielleicht schon anhand des Titels erahnen. Die Texte sind nämlich, wie auch der Albumtitel, komplett in französischer Sprache gehalten. Da mein Französisch leider etwas eingerostet ist, kann ich daher zu den Texten nicht allzu viel sagen. Nur so viel sei gesagt: Ymir ist laut nordischer Mythologie ein Riese, der als erstes Lebewesen gilt und später von den ersten Göttern Odin, Vé und Vili getötet wird damit sie aus dessen Körper dann die Erde erbauen können. Aber auch wenn ich den Lyrics nicht so richtig folgen kann versprüht allein der Klang der Sprache einen gewissen Charme. Französischen Blackmetal hört man eben nicht alle Tage.

Musikalisch wird gut verdauliche Kost serviert. Die fetten Arrangements kommen erhaben und majestätisch aus den Boxen und lassen dem Blackmetaller das Herz aufgehen. Schnörkelos und gerade heraus wird hier ein Riffgewitter nach dem nächsten abgefeuert welches von einem treibenden Schlagzeug untermauert wird. Dazu kommt der Grunz und Keifgesang von Sänger Thorleif der sich wie ein wärmendes Fell an die Kompositionen anschmiegt. Auch Sound und Produktion können auf ganzer Linie überzeugen.

Gelegentlich hat man allerdings das Gefühl, dass die Jungs aus Quebec es etwas übertreiben, denn mitunter klingen die Songs auch mal ein wenig überladen, sodass man nicht mehr wirklich durchblickt. Demgegenüber stehen aber auch immer wieder gut durchdachte Stücke, die mit schönen Melodieführungen, gezielt eingesetzten Synthies und Folk Elementen überzeugen können. Als Beispiel hierfür seien das sehr rhythmische „Chants de guerre“ und das geringfügig ruhigere „De murmures et de givre“ genannt. Wobei ruhiger wohl eher relativ ist. Denn eigentlich tritt Valknacht auf „Le Sacrifice d’Ymir“ von vorne bis hinten ordentlich aufs Gaspedal.

Insgesamt hat Valknacht hier also ein solides Blackmetal Album ohne viel Schnick Schnack und unnötigem Gedudel heraus gebracht. Die kraftvollen, epischen Songs schießen druckvoll durch die Gehörgänge und hinterlassen einen stimmigen Eindruck. Für Fans des Genres auf jeden Fall zu empfehlen.

Tracklist:

  • 01.Normandnorum Ira (Intro)
  • 02.Bataille de Maldon
  • 03.Chants de guerre
  • 04.Sur les ruines de Rome
  • 05.Le Sacrifice d’Ymir
  • 06.De murmures et de givre
  • 07.Que le sang constelle mes mains
  • 08.Le carmin des anges