Weniger stolz klingt dann schon das, was auf dem Cover oben rechts in der Ecke angeprangert wird. Dort wird nämlich mit Live-Perfomences von Künstlern wie Franz Ferdinand, Placebo und The Streets geworben, was ja nicht unbedingt die allergrößten Festival-Bands sind. Aber okay. Man soll ja nicht urteilen, ehe man genauestens weiß, womit man es zu tun hat.

Tatsächlich taucht von diesen Gruppen nur sehr wenig auf. Hauptsächlich geht es um den Ansturm, die Vorfreude und die Menschen. Ein weiterer, wichtiger Part ist die Historie: 1971 fing das Fest demnach noch sehr klein, und mit amateurhafter Technik an. Doch nach einigen Jahren wurde es immer größer und die Riesenveranstaltung, die übrigens all ihre Gewinne wohltätigen Zwecken spendet, (welchen genau ist mir allerdings verborgen geblieben) und mit nur 12 Festangestellten und 20.000 Freiwilligen arbeitet, wuchs und wuchs, bis mit den 115.000 Besuchern das bisherige Limit erreicht wurde.

Weniger im Vordergrund ist, wie gesagt, der musikalische Teil, der jedoch für die Besucher scheinbar auch nicht weiter wichtig ist. Den Leuten scheint es vermehrt nur ums Kiffen, Sex und Alkohol zu gehen. Wer jetzt denkt: „Hey! Wie in Wacken„, der irrt. Roskilde ist fünf mal mehr Woodstock als Wacken. Ja, da geht es wirklich mehr ums nackt im Schlamm tanzen.

Aber gut. Jedes Festival sollte einen anderen Charakter haben. Das ist wichtig. Auf der anderen Seite wird aber auch nicht nur von den positiven Seiten erzählt. Auch von einem Unfall, der sich vor ein paar Jahren (2000) ereignet hat und bei dem während eines Auftritts der Band Pearl Jam neun Menschen ihr Leben lassen mussten. Grund war offenbar der matschige Boden, auf dem die Opfer keinen Halt mehr fanden und die nachdrängenden Massen, die die Gestürzten einfach nieder trampelten.

Die DVD ist alles in allem sehr interessant, auch wenn von „The Music“ eigentlich nur in Maßen was aufgetaucht ist. Für Konzertveranstalter und solche, die es mal werden wollen, ist es vielleicht auch ein Lehrstück. Insgesamt hinterlässt das Festival selbst nur einen schwachen Eindruck, während die Erzählungen des Mitorganisators durchaus was hergeben. Darum sind es am Ende drei Gitarren.