Ich war irgendwie angetan von dem banalen Titel und wollte mal sehen, was denn eine Band, die sich Blutrache nennt, so auf die Beine stellt.

„Hate“, Hass, hält eindeutig was es verspricht. Musik für den Moment im Leben, den man sicher nicht mit seiner Liebsten verbringt, sondern eher vorm Stadion den Fans des gegnerischen Teams die Zähne neu ordnet. Also eindeutig Hass Metal, wenn man so will.Das ist super wenn man Scheiße drauf ist, sich die besagte Liebste mit dem besten Kumpel in der Kiste vergnügt hat oder man mal wieder mit der Karre liegen geblieben ist, denn ansonsten könnte man die stellenweise Eintönigkeit entdecken, die sich durch das Album zieht.

In den Texten hassen die Jungs so ziemlich alles, was man im Moment Gesellschaft nennt und springen ganz auf den Zeitgeistzug auf. Es gibt sogar einen Song namens Mother und einen Namens Lying Society, was nicht unbedingt für die Originalität spricht. Auch wenn sich Sänger Mario alle Mühe gibt und qualitativ eine Glanzleistung am Micro abliefert, richtig überzeugen konnte mich das Album aber nicht. Musikalisch hinkt „Hate“ dem Sänger hinterher, zu synchron sind die Stücke und haben einfach nicht den Kick, den man sich wünschen mag, aber zusammen mit der Stimme von Mario in Kombination ist der Tonträger für Fans mit Sicherheit ein Muss. Ein weiteres Manko: die kurze Spieldauer. Mit etwas mehr als 29 Minuten ist dieser Tonträger schnell und häufig durchgehört. Dazu kommt ein, in meinen Augen, geringer Wiederhörfaktor, denn die Aufnahme ist so geradlinig aufgebaut, das auf Kleinigkeiten völlig verzichtet wurde. In meinen Ohren klingt es zudem sehr danach, das Vendetta mit diesem Tonträger nicht mehr als ein Produkt ohne viel Herzblut auf den Markt schleudern. Traurig aber wahr.Trotz diverser Veränderungen im Line Up seit 1988 und dem damaligen letzten Album ist dieses dritte (!) Album nach 19 Jahren kein würdiges Comeback Album, aber eben auch nicht schlecht. Wer Thrash Metal liebt wird an diesem Album kurzweilig Freude haben und muss den Kauf nicht bereuen. Die alteingesessenen Fans, denen ich hiermit meine Hochachtung für ihre Geduld aussprechen will, werden längst das Album erstanden haben und mir widersprechen.Dennoch gebe ich diesem eher mittelmäßigen Comeback 3,5 Gitarren – 3 Gitarren für die CD, 0,5 Gitarren für das Comeback nach 19 Jahren.

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