Vendetta gehen wieder auf Tour und wollen es nochmal wissen, auch wenn von der Besetzung des bis dato besten Albums „Braindamage“ nur noch Bassist Klaus „Heiner“ Ullrich vorhanden ist und die Band nur noch mit einer anstatt mit zwei Gitarren unterwegs ist.

Als Support dabei waren die Schweizer Bands Shadow’s Far und Mortal Factor und die lokalen Veranstalter ’’’Sudden Death’’’.


Den Anfang machten Mortal Factor, die wie gesagt aus der Schweiz stammen, und zwar aus dem schönen Luzern. Die fünf Thrasher bewiesen eindrucksvoll, dass man dort viel mehr zu bieten hat als Schokolade, Taschenmesser und niedrige Steuern, nämlich auch geilen Thrash Metal mit Death Metal angehaucht, und starker Dew-Scented-Schlagseite. Zwar war der Sound zu Beginn noch recht matschig, aber der Mischer schaffte schnell Abhilfe. Da sich zu Anfang noch nicht viel im Publikum tat, nutzte Sänger Amadé den Platz vor der Bühne, um einen Circle Pit zu initiieren, der schnell mehr Teilnehmer fand. So ging es nach drei Songs ordentlich ab im Publikum, doch auch die Jungens auf der Bühne ließen sich nicht lumpen, schüttelten die Matten und präsentierten sich als sehr gut eingespielte Band.

Großartiger Auftritt! Schade, dass es erst eine 3-Track Promo-CD und einen Beitrag auf dem Kill City Vol. 13-Sampler gibt.

In eine musikalisch ähnliche Kerbe schlugen Shadow’s Far aus dem Schweizer Kanton Uri. Allerdings kam die Musik live wesentlich Core-lastiger herüber, als es sich auf der MySpace-Seite der Band anhörte. Das könnte an Sänger Roman gelegen haben, dessen Stimme eher nach Metalcore als nach Thrash Metal klang. Auch fehlte der Band des berühmte „gewisse Etwas“, das bei den Vorgängern auf jeden Fall da war. Nichtsdestotrotz fanden sich nach und nach mehr Leute ein, um die Haare zu schütteln, obwohl auch hier der Sound zu Beginn wieder recht undifferenziert war und viele Feinheiten der Musik verloren gingen. Dennoch ein zufrieden stellender Auftritt, bei dem die Band zeigte, was sie kann.

Weiter gings mit den Death Metal-Veteranen und Veranstaltern Sudden Death, die, wie man es von ihnen gewohnt ist, ihr Bestes gaben, um den Bastard Club dem Erdboden gleich zu machen. Und es klappte mal wieder: mit Krachern wie „The Sun“, „Until Hell Froze“ oder „Germ Under God“ zeigte der Vierer erneut, dass Musik nicht immer neu und innovativ sein muss, wenn sie einem einfach nur „die Fresse wegballert“. Die Menge brachte dazu einige beachtliche Circle Pits zustande und Bassist Markus Weckermann war natürlich wieder mittendrin. Osnabrücks Abrisskommando Nr. 1 bewies eindeutig, dass sie eine der besten Livebands überhaupt sind. Falls irgendjemand aus dem Kreise der werten Leserschaft daran zweifelt, kann ihm nur geraten werden, Sudden Death am 25. April im Westwerk zusammen mit Grantig und Disbelief anzusehen.

Nach einem derarigen Inferno hat man es als „die Band danach“ natürlich schwer, und wie es abzusehen war, verzogen sich die meisten der Anwesenden kurz nachdem Vendetta begonnen hatten. Dass die Band ihre besten Tage hinter sich hat, zeigte sich aber nicht allein am Publikumszuspruch: die Truppe präsentierte sich sehr gezwungen, Stageacting und Motivation des eh schon spärlichen Publikums blieben fast komplett aus. Schade, denn die Setlist gab mit „On The Road“, „Dead People Are Cool“, „Hate“ und dem Motörhead-Cover „Overkill“ einiges her; auch der Sound war druckvoll und jedes Instrument gut zu hören.

Ein im Großen und Ganzen guter Konzertabend, wenngleich der Headliner ganz klar besser hätte sein können. Selbst wenn man nach Sudden Death spielt heißt das nicht, dass man sich davon entmutigen lassen muss und sich gar keine Mühe mehr gibt. So wird das nichts mit dem neuerlichen Erfolg!

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