Preis für die Beste Regie für Fatih Akin, Filmpreis Beste Darstellerin für Diane Kruger für „Aus dem Nichts“
Dokumentarfilmpreis für Regisseurinnen Yasemin und Nesrin Samdereli für „Die Nacht der Nächte“
Filmpreis Beste Montage für Editor Stephan Krumbiegel für„Beuys“ und „Peter Handke – Bin im Wald. Kann sein, daß ich mich verspäte…“
Verleihung der 39. Bayerischen Filmpreise heute Abend in München

Heute Abend wurde im Münchner Prinzregententheater zum 39. Mal der Bayerische Filmpreis verliehen. Die stellvertretende bayerische Ministerpräsidentin und Bayerische Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie Ilse Aigner vergab die Auszeichnungen vor 1.000 Gästen aus der deutschen Filmbranche. Mit vier Preisen wurden persönliche Leistungen in vier filmstiftungsgeförderten Produktionen ausgezeichnet: Fatih Akin erhielt den Preis für die Beste Regie für „Aus dem Nichts“, seine Hauptdarstellerin Diane Kruger den Filmpreis für die Beste Darstellerin. Editor Stephan Krumbiegel wurde für den Schnitt der filmstiftungsgeförderten Dokumentarfilme „Beuys“ und „Peter Handke – Bin im Wald. Kann sein, daß ich mich verspäte…“ ausgezeichnet. Der Dokumentarfilmpreis ging zudem an die Regisseurinnen und Autorinnen Yasemin und Nesrin Samdereli für „Die Nacht der Nächte“.

„‘Aus dem Nichts‘ trifft den Nerv der Zeit, ist packend inszeniert und überragend gespielt. Fatih Akin und Diane Kruger ist ein ebenso aktuelles wie kontroverses Politdrama gelungen, das international wie national große Erfolge feiert. Herzliche Glückwünsche zu gleich zwei Bayerischen Filmpreisen!“, so Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW. „Gratulation auch an die Regisseurinnen Yasemin und Nesrin Samdereli, die Produzenten Arne Birkenstock sowie Anja-Karina Richter und natürlich auch an Editor Stephan Krumbiegel, der mit seinem Schnitt zwei der herausragenden Dokumentarfilme des vergangenen Jahres gestaltet hat.“

Die Filme im Einzelnen

„Aus dem Nichts“
„Aus dem Nichts“ ist eine Produktion von bombero international in Koproduktion mit Warner Bros. FilmProductions Germany, Macassar Productions (F), Pathé (F) und corazón international. Fatih Akins Thriller handelt von der Liebe einer Frau zu ihrer Familie über den Tod hinaus. Aus dem Nichts zerbricht ihr Leben: Ihr Mann und Sohn sterben bei einem Bombenanschlag. Die Polizei fasst zwei Verdächtige, ein Neonazi-Paar. Die junge Frau will Gerechtigkeit – für sie gibt es keine Alternative. In den Hauptrollen sind Diane Kruger, Denis Moschitto und Numan Acar zu sehen. „Aus dem Nichts“ wurde Anfang Januar mit dem Golden Globe Award als Bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet und erhielt kurze Zeit später in Santa Monica den Critics‘ Choice Award als Bester fremdsprachiger Film. Die Produktion geht für Deutschland ins Oscar-Rennen – die Nominierungen erfolgen am 23. Januar. Für ihre Darstellung hatte Diane Kruger in Cannes den Preis als Beste Darstellerin erhalten. Bei der Bambi-Verleihung 2017 wurden Diane Kruger und Fatih Akin für „Aus dem Nichts“ zudem mit dem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet.

Gemeinsam mit der Filmstiftung unterstützte die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein den Film als Hauptförderer, weitere Mittel kamen von FFA, BKM und dem DFFF. Seine Weltpremiere feierte der Film im Wettbewerb des 70. Festival de Cannes und war danach u. a. bei den Festivals in Sydney, Moskau, Karlovy Vary, Toronto, Busan und Chicago zu Gast. „Aus dem Nichts“ startete im Verleih von Warner Bros. am 23. November in den deutschen Kinos, mittlerweile zog er 400.000 Besucher in die deutschen Kinos. In den USA kam er am 27. Dezember in die Spielstätten. Der Kölner Weltvertrieb The Match Factory verkaufte ihn bereits in über 60 Länder.

„Die Nacht der Nächte“
Der Dokumentarfilm portraitiert vier Ehepaare, die auf weit mehr als 50 gemeinsame Jahre zurückblicken. Die Sugiharas sind ein japanisches Paar, das in seiner Jugend zwangsverheiratet wurde. Die Hampanas leben in Indien und entstammen unterschiedlichen Kasten; durch ihre Heirat widersetzten sie sich gesellschaftlichen Konventionen und brachen mit ihren Familien. Die Rotthausers sind ein bodenständiges Ruhrgebietspaar mit knorrigem Charme. Und die Amerikaner Bill und Norm sind ein homosexuelles Paar, das seine rechtlichen Probleme zunächst damit löste, dass der eine der Männer den anderen adoptierte. Nachdem in den USA gleichgeschlechtliche Ehen ermöglicht wurden, gaben sich Bill und Norm auch offiziell das Ja-Wort. Knetanimationen ergänzen den Film.
„Die Nacht der Nächte“ von Yasemin und Nesrin Samdereli ist eine Produktion der Kölner Fruitmarket und der S2R Film. Die Film- und Medienstiftung förderte das Projekt ebenso wie das Medienboard Berlin-Brandenburg und der DFFF. Concorde bringt den Film am 5. April in die Kinos.

Stephan Krumbiegel
Der Editor Stephan Krumbiegel wurde für den Schnitt der filmstiftungsgeförderten Dokumentarfilme „Beuys“ (Regie: Andres Veiel, Produktion: zero one film und Terz Film) und „Peter Handke – Bin im Wald. Kann sein, daß ich mich verspäte…“ (Regie: Corinna Belz, Produktion: zero one film) mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. „Beuys“ steht aktuell in der Vorauswahl zum Deutschen Filmpreis, und „Peter Handke…“ wurde beim Film Festival Cologne mit dem Filmpreis NRW geehrt. Krumbiegel hat sich als Editor für Dokumentarfilme einen Namen gemacht und erhielt 2010 für „Wiegenlieder“ den Schnitt-Preis des Kölner Filmplus-Festivals. Hier war er im vergangenen Jahr auch für seine Arbeit zu „Beuys“ nominiert.

Über die Preisträger des Bayerischen Filmpreises entschied eine unabhängige Jury. Dieser gehörten in diesem Jahr Isolde Barth, Dagmar Biller, Daniel Curio, Susanne Hermanski, Caroline Link, Elisabeth Kuonen-Reich, Maggie Peren, Bettina Reitz, Bettina Ricklefs, Gernot Roll, Jule Ronstedt und Dr. Klaus Schaefer an.

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Pressemitteilung: Film- und Medienstiftung NRW GmbH


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