Wertung: 9 von 10

Ein starkes Debut-Album abzuliefern ist eine Sache. Einen Nachfolger auf gleichem musikalischem Niveau zu produzieren ist da schon etwas ganz anderes. Umso gespannter ist man daher auf den neuesten Output der Hamburger Folk-Metaller von Vogelfrey, die zwei Jahre nach ihrem Debut „wiegenlied“ nun ihr zweites Werk „12 Schritte Bis Zum Strick“ am Start haben.


Und wieder nehmen uns die Jungs mit auf eine abwechslungsreiche Reise durch die Mittelalterliche Lied- und Dichtkunst. Dabei drücken Vogelfrey dem Material ganz deutlich ihren Stempel auf und untermauern damit ihre Stellung als hoffnungsvoller Nachwuchs-Act im Mittelalter Genre.

Nach dem kurzen „Intro“ geht es gewohnt wild zu Werke. Erzählt wird zunächst die Geschichte der „6 Vaganten“, die als Geächtete durch die Wälder ziehen und rauben und morden. Darauf folgt das düstere, sehr metal-lastige und von Blast Attacken geprägte „Düsterpflicht“. Hier vernimmt man sogar einige gegrowlte Gesangspart, die dem Stück eine noch gefährlichere Atmosphäre vermitteln. Das sowohl musikalisch wie auch lyrisch sehr einfach gehaltene „Schuld ist nur der Met“ dürfte aufgrund des sehr eingängigen Refrains zu einer guten Live-Hymne werden. Ansonsten ist dem Stück nicht besonders viel abzugewinnen.

Aber Vogelfrey wären nicht Vogelfrey, wenn es zu den wilden rockigen Sachen nicht auch ein Kontrastprogramm gäbe. Hier lassen sich „Der Tod und das Mädchen“, „Sommer“ und „Lebenslehre“ anführen. Sie zeigen die Band von ihrer ruhigen und filigranen Seite und bestätigen einmal mehr das musikalische Können der einzelnen Musiker. Aber auch die kompositorische Klasse der Band kommt ihr sehr gut zum Ausdruck. Insgesamt überzeugen alle Stücke aufgrund ihrer Vielschichtigkeit und ihres Facettenreichtums. Dabei schaffen es Vogelfrey auf „12 Schritte Bis Zum Strick“ wesentlich besser als noch auf dem Debut den Stücken ihren eigenen Sound zu verleihen. Trotzdem wirkt das Album homogen und zusammengehörend.

An Großtaten von Bands wie In Extremo oder Subway to Sally reicht das neue Album der Hamburger zwar noch nicht heran, die Band ist aber auf einem sehr guten Weg und hat sich weiterentwickelt. Fans des Genres sollte sich diese Scheibe auf jeden Fall gönnen.

Tracklist:

  • 1.Intro
  • 2.6 Vaganten
  • 3.Düsterpflicht
  • 4.Schuld ist nur der Met
  • 5.Der Tod und das Mädchen
  • 6.Lindwurm Massaker
  • 7.Freitod
  • 8.Sommer
  • 9.Der Tusch!
  • 10.Lebenslehre
  • 11.Flamme bin ich sicherlich
  • 12.Galgenvogel

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