Wertung: 4 von 10

Thrash Metal ist längst nicht mehr das, was er in seiner Anfangszeit einmal gewesen ist. Diese Tatsache ist Fakt.


Aus den einstigen Pionieren wie Slayer, Sodom oder Venom sind inzwischen legendäre Namen geworden und Alben dieser Bands werden durch Medien aller Art hochgepusht, die Produktionen sind glatt und der Sound ist nicht mehr so rau wie er einmal war. Auch bei neuen Kapellen ist eine ähnliche Entwicklung zu beobachten. Vorreiter hierfür sind Aufsteiger wie Suicidal Angels, Warbringer oder Toxic Holocaust. Aggressive Musik, die eindeutig dem Old-School-Thrash vergangener Tage zuzuordnen ist, aber trotzdem ordentlichst produziert ist. Wühlt man sich dann aber durch den Untergrund, so findet man die ein oder andere Band, die sonst was auf diese aktuelle Situation gibt. Eine dieser Kombos sind die Australier Vomitor, bei der einige Mitglieder bereits mit Gospel Of The Horns von sich reden gemacht haben. Anfang 2013 wirft das Trio mit „The Escalation“ ihr drittes Album auf den Markt.

Bereits beim Anblick des Bandfotos entwickelt sich eine grobe Vorstellung von dem, was einem in der nächsten halben Stunde um die Ohren geballert wird. Die Herren scheinen irgendwo Anfang der 80er aufgehört zu haben aktuelle Kalender zu kaufen. Patronengurte, Stahlhelm und Kutte geben ein eindeutiges Bild ab.

Das Spektakel beginnt mit einem langsam näherkommenden Klumpen Klang, der aus einer breiigen Mischung aus Bass und Gitarre besteht und sich über zwei Minuten hinzieht. Völlig abrupt knüppeln sich die Australier dann durch den Song „Pitch Black“. Die Aufnahmen, die scheinbar nur kurz am Mischpult vorbei gelaufen sind, geben lediglich an wenigen Stellen ein klares Bild auf die Struktur des Songs. Über diesem, auf den ersten (vieleicht auch noch auf den zweiten und dritten) Blick unorganisierten Haufen Schwermetall, vernimmt man hier und da so etwas wie eine Stimme, bei der man die Lyrics jedoch nur erahnen kann. Nach insgesamt etwas mehr als fünf Minuten ist der Opener des Albums vorbei und man fragt sich, was man da eigentlich gehört hat. Vomitor gönnen dem Hörer jedoch keine Pause und so geht es fast nahtlos weiter. Der Song „Prayer Of Nightmare“ beginnt mit einem stark verzerrten Solo, welches direkt vom Gekeife des Sängers abgelöst wird. Im gleichen Schema wie bereits im Opener, prügelt man sich durch eine Aneinanderreihung von wiederkehrenden Riffs und songdienlichem Double-Bass-Drumming. Hier und da wird ein weiteres Solo eingebaut, und mit dem im Vergleich recht langsamen Ende des Songs kann man schon fast von einer Art Abwechslung reden. Aber auch nur fast… Die folgenden Stücke „Salem Witches Grave“ und „Hellburst To Fight“ bringen keine nennenswerten Neuerungen in den wüsten Sound des australischen Dreierpacks. Beim letzteren scheinen die Herren sogar noch eine Schüppe drauflegen zu wollen. Ein Stück von wahnsinniger Geschwindigkeit, bei dem selbst „Necrophobic“ von Slayer wie ein Doom-Stück daherkommt. Ab dem Mittelteil drücken Vomitor allerdings auf die Bremse und es werden bis zum Schluss im Mid-Tempo einige weitere kreischende Soli eingeschoben. Die folgenden Songs auf dem Weg zur Zielgeraden, „The Escalation“ und das eindeutig zu verstehende „Metal Or Die“, prügeln vor sich hin und nur an ein paar wenigen Stellen kommt (mit bereits bekannten Mitteln) noch einmal etwas wie Abwechslung in den Sound. Das letzte Stück des Albums, „Horrors Of Black Earth“, stellt jedoch zum Abschluss eine Art Highlight da. Der Song lädt durch sein gedrosseltes Tempo sehr zum Headbangen ein. Nach insgesamt knapp 31 Minuten ist das Geballer vorbei.

Für mich persönlich war es an dieser Stelle im ersten Moment schwer zu entscheiden in welche Richtung nun das Fazit zum vorliegenden Album gehen soll. Die Play-Taste erneut drücken und mich auf die Suche nach einem vielleicht sehr gut versteckten Sinn hinter den ballernden Noten machen oder bekommen Vomitor den Stempel „Finger Weg“? Nach ein wenig hin und her habe ich mir das Album dann doch noch ein paar Mal angehört und kann guten Gewissens zu folgendem Schluss kommen: Vomitor liefern mit „The Escalation“ ein Machwerk ab, welches von vielen Metallern nicht gut aufgenommen werden wird. Selbst für mich als Fan von Geheimtipps und unbekannteren Bands ist der Sound noch nicht einmal gemessen an heutigen Standards, einfach unterirdisch. Die Vocals sind unverständlich, so wie es sonst im düstersten Black Metal der Fall ist, und es ist schwer sich damit anzufreunden, wenn man das Album zu Hause auflegt. Alles in allem ist es mit den Hörgewohnheiten der heutigen Metalheads, auch von denen, die sich dem Thrash Metal hingeben, nicht wirklich vereinbar. Die-Hard-Underground-Fans, denen Produktionen der großen Labels viel zu glatt sind, werden mit dem Album eher glücklich werden, und ich denke etwas anderes wollen die Musiker von Vomitor auch gar nicht erreichen.

Tracklist

  • 1. Pits Of Nightmare/Pitch Black
  • 2. Prayer Of Nightmare
  • 3. Salem Witches Grave
  • 4. Hellburst To Fight
  • 5. The Escalation
  • 6. Metal Or Die
  • 7. Horrors Of Black Earth

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