Wertung: 8 von 10

„Es ist nicht wichtig, wer wir sind. Von Bedeutung ist nur, wer wir nicht sind.“(Homepage) Von Branden wissen genau, was sie wollen, und machen dies im neuen Album „Flammenreich“ deutlich.


Seit acht Jahren existiert die Band Von Branden und ist dennoch nur wenigen ein Begriff. Man erfährt nicht viel über sie und muss lange nach Informationen suchen, um dahinter zu kommen, dass es sich um ein Trio handelt: Sol (Vocals, Keys), Ves (Guitars, Bass, Keys) und Arminius (Drums, Keys) verbergen sich hinter dem Namen und scheinen nur eins machen zu wollen: Musik. Auf ihrer Homepage erfährt man gar nichts, nur eben, was sie nicht sind: Von Branden sind auf keinen Fall wie die meisten anderen. Sie führen ein Schattendasein und fühlen sich damit wohl ganz gut. 2007 kam das erste Album raus und es folgten fünf stille Jahre. Nun aber sind sie zurück und hauen dem geneigten Hörer mit „Flammenreich“ ein Black Metal-Album um die Ohren, das sich gewaschen hat.

Der Gesang auf Deutsch und Englisch ist dunkel, durchzogen von Growls, die aber weitgehend verständlich sind, was man von anderen Sängern nicht immer behaupten kann. Gelungene Gitarrensoli sind zu hören, so beispielsweise am Ende von „Eremite“. Der Titelsong beginnt mit tiefen, vereinzelten Tönen, die einem Klavier entstammen, und geht dann in guten Metal über, der von der Gitarre dominiert wird. In ähnlichem Ton geht es weiter: Gitarrenlastiger Metal mit gekonnt aggressiver Stimme und den richtigen Soli zur richtigen Zeit. Hinzu kommen Texte, die eine Mischung aus Hass, Anflehen, Anklage und Liebe widerspiegeln, von „Sehnsucht“, „Flammenreich“ und „Verlust“ handeln und durchaus Potential haben.

Von Branden machen mit ihrer zweiten Platte alles richtig. Sie können überzeugen und mitreißen und präsentieren einen Longplayer, der so schnell nicht langweilig wird. Die Mischung deutscher und englischer Texte scheint wohlüberlegt und bietet Abwechslung. Das Cover malt eine düstere Gegend, in der eine verschwommene Gestalt steht. Es ist nicht der Knaller, aber unterstreicht den Wunsch der Band, inkognito zu bleiben. Einziger Kritikpunkt: Die Songs klingen meist zu ähnlich. Es fehlt das herausragend Andere, es fehlen große Unterschiede zwischen den einzelnen Liedern. Zwar wird es nicht direkt langweilig und bei mehrmaligem Hören sind die Unterschiede auch deutlich, aber das Getragene und vielleicht sogar Tragische zieht sich durch und lässt bei Freunden schnellerer Rhythmen Unmut aufkommen. Von Brandens „Flammenreich“ sollte man sich trotzdem einmal anhören.

Tracklist

  • 01. Für die nächste Ewigkeit
  • 02. Eremite
  • 03. Flammenreich
  • 04. Sehnsucht
  • 05. Reverence
  • 06. Verlust
  • 07. Desert Sand
  • 08. Monologue

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