Das 22. Wacken Open Air ist Geschichte. Nicht nur weil es leider schon vorbei ist, sondern auch weil es (mal wieder) Geschichte geschrieben hat. In diesem Jahr lag die Besucherzahl bei knapp 86.000 Menschen, davon 75.000 zahlende Besucher sowie 10.780 weitere Teilnehmer. Damit löste das Wacken Open Air erstmals Rock am Ring nicht nur nach Anzahl der Bands (125 an der Zahl), sondern auch von der Besucherzahl her, als Nummer eins ab. Auch der Wettergott meinte es in diesem Jahr wieder mehr als gut und bescherte den Metalheads größtenteils großartiges Wetter mit wolkenfreiem Himmel.


Mittwoch 03.08.2011

In diesem Jahr startete unsere Reise gen Wacken bereits um 06.30 Uhr in der früh. Die Anreise gestaltete sich in diesem Jahr fast staufrei und ohne nennenswerte Probleme. Nach dem Check-in fuhren wir auf unseren Campground und schlugen unser Lager auf. Schon während des Aufbaus brach die Wolkendecke auf und erschwerte aufgrund der Hitze unseren Aufbau 😉 Gleich freundete man sich mit den Nachbarn an. In diesem Jahr handelte es sich um einen Podcaster des NDR. Nachdem wir uns eingerichtet hatten ging es los auf die anderen Campgrounds und den Biergarten, da das Infield noch nicht geöffnet hatte. In diesem Jahr gestaltete es sich alles ein klein wenig größer. So wurde z.B. das Bullhead City Wrestling Zelt von einem 4-Master in einen 8-Master umgestaltet und die FOH der Hauptbühnen um eine weitere Video-Wall erweitert. Den restlichen Mittwoch verbrachten wir mit der Erkundung des Geländes…….und natürlich viel Alkohol im Biergarten bei Musik von Blechblosn und den W:o:a Firefighters.

Donnerstag 04.08.2011

Das 22. W:O:A wurde wie schon in jedem Jahr von der Band Skyline eröffnet welche auch in diesem Jahr mit hochkarätigen Gästen wie Doro Pesch, U.D.O und Chris Boltendahl auftrumpften. Nach einer kurzen Pause gab es eine Premiere auf der Black-Stage. Bülent Ceylan betrat die Bühne und brachte das Publikum mit einer Mischung aus Einkaufen, Adolf Hilter und einem CD-Player zum gröhlen.

Spätestens jetzt waren die Metalheads in der passenden Laune für Frei.Wild. Die südtiroler Jungs brachten den Acker gewaltig zu beben und feierten zeitgleich ihr zehnjähriges Jubiläum. Nach einer kurzen Pause ging es weiter mit ein wenig Powermetal von Helloween aus Hamburg. Nun waren Blind Guardian um Sänger Hansi Kürsch an der Reihe. Wie gewohnt folgte eineinhalb Stunden eine Reise in Ländereien von Tolkien bis nach Valhalla. Auch durfte natürlich ein Abstecher in „The Forest“ mit der von den Fans wie üblich im Alleingang gesungenen Ballade „The Bard’s Song“ nicht fehlen.

Nach einer grandiosen Show wurde das eh schon prall gefüllte Gelände noch voller und die Masse wartete gespannt auf den einen…..auf den wahren…..FUCKING PRINCE OF DARKNESS!!!

Ozzy Osbourne. Der Godfather of Metal betrat pünktlich die True Metal Stage und riss eine Show vom allerfeinsten ab. Es waren viele bekannte, aber auch neue Stücke untergebracht. Ebenfalls Songs aus seiner Zeit mit Black Sabbath. Spätestens nachdem er sich und die ersten Reihen wortwörtlich eingeschäumt hatte, waren auch die letzten Metalheads auf dem lautesten Acker der Welt dem Bann Prince of Darkness verfallen.

Freitag 05.08.2011

Der Freitag beginnt nach einem ausgiebigem Frühstück und ein paar Aufwärm-Bierchen für mich um 12 Uhr vor der Black Stage, wo Ensiferum eine unterhaltsame Show abliefern. Das Infield ist für diese frühe Zeit schon sehr gut gefüllt und die Zuschauer sind nur allzu bereit ordentlich die Matten zu schütteln. Aber auch die Finnen scheinen wirklich Spaß zu haben und nur der teilweise recht miese Sound trübt den Auftritt ein wenig. Weiter geht es für mich dann auf der zu dieser Zeit gemütlichen Wackinger Stage. Dort bereiten sich gerade Ignis Fatuu auf ihren Auftritt vor. Die Mittelalter Rocker aus Franken haben Anfang des Jahres gerade ihr starkes neues Album „Neue Ufer“ veröffentlicht und beginnen ihren Set erwartungsgemäß mit Stoff von eben diesem Album. „Wörterschmied“ und „Scheerenschnitte“, werden vom feierwilligen Publikum gebührend abgefeiert und es entwickelt sich eine schöne Partystimmung vor der Bühne. Der Sound ist ordentlich und die Spielleute überzeugen durch musikalisches Können. Fast zeitgleich spielen im Bullhead Zelt Betontod. Die machen zwar keinen Metal, dafür aber knallharten Deutschpunk mit kompromisslosen Texten, wummerndem Schlagzeug und krächzenden Gitarren. Heute sind die Jungs sehr gut aufgelegt und verwandeln das Zelt schnell in eine einzig große Party. Band Klassiker wie „Glück Auf“, „Kinder des Zorns“ und „Exzessiver Alkoholgenuss“ werden begeistert mitgegrölt und auch der sich vor der Bühne auftuende Moshpit ist nicht zu verachten. Sauber Jungs. Weiter so.

Nach kurzer Pause geht es auf der Party Stage mit den Fantasy Metallern „Rhapsody of Fire“ weiter. Überraschenderweise ist das Gelände vor der Bühne recht gut gefüllt. Ist es doch ruhig geworden um die Italiener, die ihre besten Jahre sicherlich schon hinter sich haben. Das zeigt sich auch heute. Der Sound ist fast durchgehend schwammig und die Setlist lässt sehr zu wünschen übrig. Der Schwerpunkt liegt auf den neueren, sehr komplexen Werken, die live einfach schlecht rüber kommen. Natürlich kommt die Band um Songs wie „Holy Thunderforce“ und „Dawn Of Victory“ nicht herum, das Debut Album „Legendary Tales“ wird aber komplett außer Acht gelassen und vom, meiner Meinung nach, besten Album „Symphony Of Enchanted Lands“ wird nur „Emerald Sword“ zum Besten gegeben. Mastermind und Gittarero Luca Turilli langweilt mit endlosen Soli und italienischen Operngesang muss ich auf dem W.O.A auch nicht unbedingt haben. Heldenbeerdigung.

Ein ganz anderes Kaliber ist dagegen die Metalcore Institution Heaven Shall Burn. Einheitlich im rot-schwarzen Dress gekleidet entern die Thüringer die Black Stage und beginnen ihren Set eher unklassisch mit „Profane Belivers“. Sofort beginnt die Meute vor der Bühne zu springen und es erhebt sich eine Staubwolke. Der Sound ist druckvoll und auch im hinteren Bereich noch gut zu vernehmen. Es folgt ein gut gemischtes Best-Of Programm, welches keine Wünsche übrig lässt. Der sonst übliche Circle Pit um den Mischer muss heute leider ausfallen. Dafür gibt es zwei Circle Pits um die Delay Türme, was sehr beeindruckend aussieht. Geiles Brett.

Kommen wir nun zum unumstrittenen Headliner des Festivals. Judas Priest haben mit Zwei ein Viertel Stunden Spielzeit den mit Abstand größten Slot. Und diesen wissen sie auch mit Metal-Klassikern ansprechend zu füllen. „Rapid Fire“, „Judas Rising“, „Night Crawler“ und „Turbo Lover“ sind da nur wenige Beispiele. Hier wird so mancher Metalhead in Erinnerungen schwelgen. Die gigantische Lichtshow untermalt den Gig hervorragend und der Sound ist laut und druckvoll. Allerdings muss man hier auch anmerken, dass den Herren auf der Bühne, allen voran Rob Halford, ihr Alter deutlich anzumerken ist. Dass der alte Herr stimmlich nicht mehr in der Lage ist Klassiker wie „Painkiller“ angemessen zu singen, dürfte klar sein. Aber dass er seine Augen keine fünf Minuten mehr vom Teleprompter lassen kann ohne den Text zu vergessen ist schon ein wenig peinlich. Judas Priest haben die Metal Szene in den letzten dreißig Jahren zwar beeinflusst wie kaum eine andere Band, irgendwann ist aber für jede Band der Tag gekommen sich zu verabschieden. Und das haben Judas Priest gut erkannt.

Beim Gang über den Festivalvorplatz nötigen mich die vielen verschiedenen Gerüche der verschiedensten Fressbuden quasi zur Nahrungsaufnahme. Die Frage ist nur, was man essen soll. Vom klassischen Steak über Nudeln bis hin zu veganem Essen ist hier wirklich alles vertreten (Pluspunkt). Wenn ich mir dann allerdings die Preistafeln anschaue, wird mir fast schlecht. Eigentlich kann man sich auch gleich die fünf Euro Scheine parat legen und bei jeden Essen pauschal auf den Tresen hauen. Ich entscheide mich für eine Pommes mit Mayo. Kostenpunkt 3,50€ (Minuspunkt). Die Getränkepreise sind zwar seit einigen Jahren stabil, aber dennoch enorm hoch. 3,50€ für ein 0,4l Bier find ich immer noch frech. Aber es bleibt einem ja nichts anderes übrig. Schließlich stehen heute noch ein paar Bands auf dem Programm. Um 0.00 Uhr finde ich mich wieder einmal im Bullhead Zelt ein um den zarten Klängen der Hannoveraner Spaß-Metaller Excrementory Grindfuckers zu lauschen. Diese scheinen sichtlich Spaß zu haben und heizen dem gut gefüllten Zelt so richtig ein. Die Mischung aus Schlager, Popmusik und Grindcore kommt beim Publikum gut an und die Texte von „Ein bisschen Grind muss sein“ oder „I‘ve been looking for Grindcore“ werden aus vollem Halse mitgesungen. Ganz besonders hat es den Jungs der kleine Steg angetan, der von der Bühne zu einem Boxring in der Mitte des Zeltes führt. Hier duellieren sich abwechselnd Him, Rob und Horn mit Mikro und Gitarre. Das macht richtig Spaß. Einziger Minuspunkt ist der viel zu laute Sound, der gerade bei den Grunz-Passagen schon richtig in den Ohren schmerzt. Ansonsten aber ein cooler Auftritt. Nun schnell ein fliegender Wechsel zur True Metal Stage, wo mich ein Feuerwerk australischer Lebensfreude und erdiger Aussie-Hardrock erwartet. Airbourne stehen auf der Bühne und feiern mit den verbliebenen Headbangern eine ausgelassene Party. Zwar ist die Lautstärke bei weitem nicht so laut, wie noch bei ihrem Auftritt auf dem W.O.A. 2008, soundtechnisch ist aber alles soweit in Ordnung. Die Gitarren klingen böse und Sänger Joel O‘Keefe, mit freiem Oberkörper grölt enthusiastisch ins Mikro. Auch die obligatorische Besteigung der Bühne darf natürlich nicht fehlen. Zum Abschluss des Abends dürfen dann auf der Party Stage noch die Jungs von Saltatio Mortis ran. Die Mittelalter-Rocker haben mich bereits auf dem Rockharz Open Air schwer begeistert und können auch heute ihre Klasse als Partyband bestätigen. Sänger Alea ist stimmlich voll und ganz auf der Höhe und ein guter Sound sorgt dafür, dass auch der Rest der Band gut zu hören ist. Positiv wirkt sich hier aus, dass die Menge vor der Bühne, für Wacken Verhältnisse, recht überschaubar ist. So kommt man auch ohne größere Anstrengungen ziemlich nah vor die Bühne. Es entwickelt sich eine ausgelassene Feierstimmung und das von Alea angefeuerte Publikum, tanzt, springt und singt beherzt mit. Höhepunkt ist natürlich neben dem abschließenden „Spielmannsschwur“ der Gastauftritt von Doro Pesch bei „Salome“. Aber auch das neu vorgestellte Stück „Til Eulenspiegel“ wird wohlwollend aufgenommen. Auch wenn sich die Setlist weitestgehend bekannt war und ich die Band vor wenigen Wochen bereits gesehen hatte, war es doch ein kurzweiliger Auftritt, der Lust auf mehr macht.

Samstag 06.08.2011

Am Samstag zeigen sich dann doch die ersten Ermüdung-serscheinungen und darum lasse ich es etwas ruhiger angehen. Während Kataklysm die Black Stage in Schutt und Asche legen, schlendere ich ein wenig über den Metalmarkt, der durch sein breites Angebot an Merchandise zu überzeugen versucht. Leider ist zu beobachten, dass die Qualität der einzelnen Stände in den letzten Jahren immer mehr abgenommen hat. Masse statt Klasse scheint hier das Motto zu sein. Wer jedoch ein wenig Zeit und Geduld aufbringt, kann sicherlich das ein oder andere Schnäppchen schlagen. Als ich dann bei Dir En Grey das Infield betrete, fühle ich mich irgendwie um sieben oder acht Jahre in der Zeit zurückversetzt, denn so leer habe ich das Gelände an einem Samstagnachmittag schon lange nicht mehr gesehen. Mir wird aber schnell klar, woran das liegt nachdem ich die ersten Töne der Japanischen J-Rock Band vernehme. Für mich klingt der Gesang wie eine Mischung aus Angela Gossow, Tarja Turunen und Danni Filth und der Rest klingt, diplomatisch ausgedrückt, auch eher bescheiden. Leider nichts für meine Ohren.

Richtig voll wird es dann bei Knorkator, die unverständlicher Weise auf der Party Stage auftreten, während auf der Black Stage Mayhem rocken. Glücklicherweise befinde ich mich schon auf dem Gelände, denn wer jetzt noch kommt, muss sich auf Warten einstellen. Erst ca. 20 Minuten nachdem Knorkator ihren Gig begonnen haben, lässt der Strom an Zuschauern nach und vor der Bühne wird es richtig eng. Jetzt zeigt sich auch, dass die Party Stage für Knorkator total unterdimensioniert ist. Denn während der Sound vorne noch ganz ordentlich ist, kommt hinten nur noch ein einziger Brei an, der zudem auch noch viel zu leise ist. Von der Sicht auf die Bühne wollen wir mal gar nicht sprechen. Dennoch gefällt den meisten, was Alf Ator, Stumpen und Co. da vorne auf der Bühne fabrizieren. Ein ganz besonderes Highlight ist aber das Huckepack pogen, bei dem man sich auf die Schultern seines Vordermannes setzt und dann heftig anfängt die umstehenden Leute anzupogen. Auch Knorkator haben auf der Bühne sichtlich Spaß und so vergehen die 60 Minuten Spielzeit wie im Fluge. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verfolge ich dann den Auftritt von Iced Earth, denn heute ist der letzte Auftritt von Sänger Matt Barlow. Sehr schade, denn der Sänger mit der charismatischen Stimme hat Iced Earth stets zu etwas ganz Besonderem gemacht. So auch heute. Die Band gibt einen Querschnitt durch ihre Schaffenskarriere zu bestem und überzeugt mit sehr gutem Sound und spielerischer Klasse. Leider kommt die Lichtshow wegen der noch frühen Spielzeit nicht so gut zur Geltung. Aber das ist nur ein kleiner Wermutstropfen, denn ansonsten sind Iced Earth sehr stark. Die Setlist beschränkt sich zwar auf ältere Songs mit Schwerpunkt auf der „Something Wicked This Way Comes“-Ära, allerdings wird auch die Ripper Ära mit „Declaration Day“ bedacht. Zum Ende des Gigs gibt es dann noch ein wenig Pathos der Marke John Schaeffer und die üblichen Verbrüderungsumarmungen zwischen Barlow und Schaeffer. Gegen 18.00 Uhr schließen die Amis ihren Auftritt dann mit „Iced Earth“ stilecht ab.

Bereits bei seinem ersten Auftritt mit Avantasia in Wacken konnte Tobias Sammet auf ganzer Linier überzeugen. Großartige Songs, großartige Musiker und eine tolle Atmosphäre. Und so war es klar, dass die All-Star Truppe auch in diesem Jahr wieder auf meinem persönlichen Billing stand. Leider meint es das Wetter nicht so gut mit uns und es beginnt quasi pünktlich zum Konzertbeginn an zu regnen. Dies trübt natürlich die Stimmung, nicht jedoch die musikalische Klasse von Avantasia. Die vielen Gastsänger (u.a. Michael Kiske, Jorn Lande und Kai Hansen) legen sich richtig ins Zeug und hauchen den Songs sehr viel Leben ein. Ob es nun die kräftig rauchige Stimme von Jorn Lande bei „The Scarecrow“ oder das charismatische Auftreten von Kai Hansen (mit Stock und Zylinder) bei „Death Is Just A Feeling“ ist. Die Gänsehaut ist hier vorprogrammiert. Und dass man Hansen und Kiske noch mal zusammen auf einer Bühne sieht, hätte vor einigen Jahren auch niemand gedacht. Alles in allem also eine gelungene Vorstellung. Für Wiederholungstäter allerdings ist die Setlist leicht vorhersehbar, gleicht sie doch in weiten Teilen der des letzten Wacken Auftritts. Das ist aber neben dem Wetter aber auch der einzige Kritikpunkt.

Als man dann gegen kurz vor elf eine rauchig kratzende Stimme mit den Worten „Good evening. We are Motörhead, and we play Rock`n`Roll“ vernimmt, da wird jedem schnell klar, dass man keine große Pyroshow oder atemberaubende Lichteffekte für eine gute Show braucht. Das Trio um Frontwarze Lemmy kann das jedenfalls auch ohne. Gitarre und Bass kommen rotzfrech aus den Boxen und Drummer Mikkey D. trommelt sich mal wieder die Seele aus dem Leib, als gäb`s kein Morgen mehr. Gut 90 Minuten geben die Herren alles und räumen kräftig ab. Das Infield ist so voll, dass die Haupteingänge teilweise schon gesperrt sind und auch der Vorplatz sowie der Platz vor der Videoleinwand am Party-Stage Eingang sind gut gefüllt. Keiner will sich die Rock’n’Roll Legende entgehen lassen. Und so feiern alle ausgelassen bei bestem Sound und beschließen damit das Wacken Open Air 2011 standesgemäß.

Das Wacken Open Air 2011 hat wieder einmal alle Rekorde gesprengt und sich noch fester in der internationalen Festival-Landschaft manifestiert. Seit dem Chaos-Jahr 2007 hat sich das Festival zu einem der am besten organisierten Festivals entwickelt und es ist einfach Wahnsinn, was sich hier abspielt. Die Versorgungssituation auf den Zeltplätzen ist weitestgehend in Ordnung und auch das Angebot an Speisen und Getränken ist so vielfältig, wie ich es auf noch keinem anderen Festival erlebt hab. Wacken ist und bleibt Kult. Tausende Menschen aus alle Herren Länder feiern zusammen eine riesige Metal-Party. Top-Acts aus allen Bereichen des Heavy Metal sind vertreten und die Stimmung ist der Wahnsinn. Allerdings hat diese Entwicklung auch seine Schattenseiten. Das gesamte Festival gibt sich nach und nach dem kommerziellem Ausverkauf hin und die einst so familiäre und friedliche Atmosphäre geht immer mehr verloren. Seien es nun die unzähligen Wacken Devotionalien oder die überdimensionale Präsenz in den Medien. Mit dem eigentlichen Wacken Geist hat das nicht mehr viel zu tun. Man hat das Gefühl, dass es vielen Besuchern nur noch um den Kult „Wacken“ geht und nicht mehr um die Bands die sich auf den Bühnen den Arsch abrocken. Außerdem wird es für die Veranstalter immer schwieriger etwas Neues, Interessantes und vor allem Besonderes auf die Beine zu stellen. Klar. Acts wie Ozzy Osbourne oder Judas Priest sieht man nicht mal eben auf dem Schützenfest in Klein Kleckerdorf. Aber ob es nun so viel besser ist sie auf der Leinwand zu sehen, weil vor der Bühne kein Platz mehr ist, sei mal dahin gestellt. Dann wären da noch die vielen Bandüberschneidungen, die es teilweise unmöglich machen alles Bands zu sehen, die man gerne sehen möchte. Und was den Sound betrifft, so ist er auch in diesem Jahr bei vielen Bands wieder einmal „nur“ durchschnittlich. Meistens ist es voll. Sei es auf den Toilettencontainern, bei den Duschen oder beim Bier holen. Überall wartet man. Hinzu kommt noch, dass der großen Auswahl an Speisen derbe gesalzene Preise gegenüber stehen.

Wacken 2011 war in vielerlei Hinsicht gut und in keiner Hinsicht so richtig schlecht und wird für die meisten auch in Zukunft eine Reise wert sein. Wer auf ausgelassenes Feiern im Biergarten und ein rundum-Entertainment Programm steht, der wird sich in Wacken sehr wohl fühlen. Wem guter Sound und stressfreies Band-Schauen wichtig ist, der sollte sich allerdings kleineren Festivals zuwenden. Auch Festival-Neulingen lege ich kleinere Festivals ans Herz.

Dieser Metaller.de Artikel wurde heute bereits 1x gelesen

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen