Zum zweiten Mal besucht der W:O:A Metal Battle die Osnabrücker Lagerhalle. Mit im Gepäck sind 6 Bands, darunter die Osnabrücker Band Bitter Piece.

Wie auch im letzten Jahr findet im jedem Bundesland eine Vorausscheidung mit 6 Bands statt. Der beste der „nordischen“ Bundesländer darf dann zum Semi-Finale nach Hamburg und sich mit den Siegern der anderen Bundesländer um einen Platz auf dem Wacken Open Air streiten. Dort muss er gegen die internationale Konkurrenz antreten …

Der Gewinner erhält dann einen Plattenvertrag bei Armageddon Music.

Wacken Open Air 2006 „Metal Battle“ 27.01.2006

Wacken Open Air W:O:A 2006 und "Metal Battle" 27.01.2006 und WarmUp Party

Wacken Open Air W:O:A 2006 und „Metal Battle“ 27.01.2006 und WarmUp Party

Da ich auch im letzten Jahr dabei war, kann ich sagen, dass in diesem Jahr weit mehr Besucher gekommen sind. Geschätzt dürfen es ca. 400 gewesen sein, die sich das Spektakel nicht entgehen lassen wollten. Eine Band hatte extra einen Reisebus für ihre Fans organisiert und eine andere ist mit den Fans über 3 Stunden Zug gefahren. Und Aufgrund dieser vielen Fans der herrschte eine wunderbare Stimmung und man merkte, dass sich alle auf einen geilen Abend freuten.

Bandliste für den Vorausscheid Niedersachsen:
D.A.M.N www.seelensumpf.de
Drone www.droneband.de
Distressed www.distressed-metal.com
Distream www.distream.de
Bitter Piece www.bitter-piece.de
Ancient Existence www.ancientexistence.com
Special Guest: Gorilla Monsoon www.gorilla-monsoon.de

Pünktlich um 20 Uhr rief dann der Gong der Lagerhalle dazu auf, in den Saal zu kommen. Als erste Band startete dann D.A.M.N in den Abend. Das sie der Opener des Abends waren merkte man zu keiner Sekunde. Schon bei den ersten Songs ging es vor der Bühne gut ab. Nicht so verhalten wie im letzten Jahr wo erst ab der 4 Band mal ein Moshpit entstand. Und die Überraschung: eine SängerIN. Und die sah dazu richtig gut aus! D.A.M.N. spielten schönen Deathcore den die Frontröhre Antonie sehr grindig rüberbrachte. Eine sehr gute Show!

Nach einer kurzen Umbaupause machten sich Drone auf, die Bühne zu erobern. Und schon beim Aufbauen erdröhnte die ganze Zeit „DRONE ALTER“ durch den Saal. Die mitgebrachten Fans machten ordentlichen Stimmung vor der Bühne. Und direkt beim ersten Lied ging es gewaltig vorne ab. Drone schien es richtig Spaß zu machen und sie zauberten eine herrliche Show. Sehr geiler Thrash Metal der etwas an „Machinehead“ erinnert. Die Band hat schon ihr erstes Demo auf dem Markt und auch ein Video wurde schon gedreht.

Welche Plattenfirma da wohl hinter steht? 🙂

Powermetal beim Wacken Open Air 2006 „Metal Battle“

Danach startete Distressed in den Abend. Powermetal war angesagt! Aber nach dem ersten Song war klar: Eigentlich ist das Death Metal. Technisch sehr anspruchsvoll und der Sänger überzeugte mit seiner tiefen Stimme.Leider wurde dies aber durch den Schlagzeuger mit seinem „Heavymetalhintergrundgesang“ versaut. Die mitgebrachten Fans machten vor der Bühne zwar richtig Stimmung, konnten aber die Vorlage von Drone nicht halten.

Nach einer kurzen Pause ging es mit Distream weiter. Schöner Death Metal mit geilen Gitarrenparts. So muss das! Durch die Fans entstand auch wieder ein kleiner Moshpit. Es ging aber eher ruhig zu und die meisten fieberten wohl dem Auftritt von Bitter Piece entgegen.

Der wohl „heimliche Headliner“ des Abends begann nach der 20minütigen Show von Distream. Vor der Bühne hatten sich schon Fans von Bitter Piece versammelt und grölten zusammen um die Wette. Alleine als der Leadgitarrist seine Amp hochhob brach vorne eine Geschrei aus … Gänsehautfeeling pur …

Trotz kleiner technischer Probleme konnte dann rechtzeitig gestartet werden. Und Bitter Piece legten richtig los. Ihren Thrash Metal hämmerten sie in den Saal hinein und das blieb nicht ohne Wirkung. Direkt entstand vorne ein großer Moshpit und schon konnte der erste Stagediver bewundert werden. Diese Stimmung konnte die ganze Zeit gehalten werden und als Sänger Mariano beim letzten Lied direkt ins Publikum sprang war kein Halten mehr. Überall flogen die Haare und ein Stagediver nach dem anderen flog über die Maßen. Man merkte wie es Bitter Piece Spaß machte. Nach 20 Minuten Spielzeit war leider schon wieder alles vorbei.

Danach läutete Ancient Existence den Schluß des Battles ein. Leider merkte man bei dieser Deathmetal Kappele den Spaß nicht wirklich an. Ich glaube über die ganzen 20 Minuten hat sich kaum einer von der Band bewegt. Etwas schade, da die Musik nicht schlecht war. Groovender Death Metal der nicht in Stumpfsinnigkeiten ausartet. Dies war der erste Teil des Abends. Die Bands mußten jetzt auf die Entscheidung der Jury warten, in der auch 2 Kollegen, namentlich Peeper und Rebekka, von OsnaMetal.de beteiligt waren!

Damit keine Langeweile auftrat, eroberten direkt Gorilla Monsoon die Bühne. Die Gewinner des letzten Metal Battle boten eine herrliche Show. Vor allem das Mikro mit dem Wacken Kopf war geil! Trotzdem war die Stimmung am Anfang etwas verhalten da wohl auch die Fans der anderen Bands erst mal eine Pause brauchten. Doch zum Ende hin wurde es richtig geil und auch Gorilla Monsoon drehte noch mal richtig auf. Eine Band, die man auf jeden Fall im Auge behalten sollte!

CD Tipp!

Nach 10 Minuten betrat Enno vom Wacken Orga-Komiteé dann gemeinsam mit der Jury die Bühne. Er bedankte sich noch mal für den super Abend. Als er dann mit dem Satz begann „wir können leider nicht nach dem Publikum gehen…“ war für viele die Sachen wohl klar, dass Bitter Piece als lokale Band nicht zu den Gewinnern zählen sollte.

Dies bestätigte sich auch und der Gewinner des Vorentscheides hieß: DRONE.

Herzlichen Glückwunsch von dieser Stelle von OsnaMetal.de! Wir hoffen das ihr Niedersachsen angemessen in Hamburg vertretet! 😉

An dieser Stelle auch noch mal ein fettes DANKESCHÖN an das Team vom Wacken und der Lagerhalle für die klasse Orga, den guten Sound und eine sehr geile Lightshow!

Es war ein toller Abend und es hat sich gezeigt, das es in Osnabrück nicht nur noch Emo gibt! Bitter Piece hält die Osnabrücker Metalfahne hoch und hat sich wohl am Freitag in die Herzen gespielt. Über 40 CD´s wurden umsonst verteilt und waren heißbegehrt. Dazu durften die 5 ihre ersten Autogramme schreiben.

Und nicht vergessen: Bitter Piece ist auch unser Headliner bei der Rock the Night 2

Autor: Dennis

Wacken WarmUp Party 2006 mit: Stunned & Predator & Drone 23.06.2006

Es war mal wieder soweit! Am 23.06.2006 präsentierte OsnaMetal.de die einzige „Wacken WarmUp Party 2006“ im Osnabrücker Raum. Bei guter Besucherzahl heizten Bands wie Stunned, Predator und Drone den Metalheadz im JZ WestWerk ordentlich ein …

Den Anfang machte an diesem Abend die Newcomerband Stunned aus dem Raum Münster/Osnabrück. Die 6köpfige Combo um die beiden Frontmänner Arthur Diener und Mathias Leeker komplettiert durch Martin Nigbur (Drums), Thomas Teepe (Bass), Christoph Heitmann (Gitarre) und Timo Erhard (Gitarre) kann zwar erst auf eine relativ kurze, jedoch schon erfolgsversprechende Biographie zurückschauen.

Mit ihrem Melodic Thrash Metal, der durch seinen abwechselnd harten und melodischen Gesang etwas an Slipknot erinnert, standen sie bereits auf Bühnen wie dem Matrix in Bochum und der Essigfabrik in Köln und machten sich auch beim Emergenza-Bandcontest NRW/ Niedersachsen einen Namen, indem sie das Finale erreichten. All dies geschah innerhalb von einem Jahr Zusammenspiel und lässt für die Zukunft Bestes hoffen.

An diesem Abend haben die Jungs leider die goldene A-Karte gezogen und müssen als erstes von drei Bands ran, was sich anhand der noch relativ mäßig gefüllten Halle 1 des JZ WestWerk und der, noch überwiegend nüchternen, Zuschauerschaft als gar nicht so einfach erweist, da zu Beginn nicht recht Stimmung aufkommen will. Zu sehr hält das Publikum Abstand zur Bühne, wo die 6 Recken sich wirklich alle erdenkliche Mühe geben, das Eis zu brechen.

Nach mehrmaligen Aufforderungen und Angeboten von Seiten der Band lassen sich dann doch einige bangfreudige Besucher vor die Bühne zerren, die ab dem 4. Lied („Fallacy“) ihre Mähnen schütteln und die musikalische Untermalung optisch aufwerten. Passend dazu liefern Stunned eine schweißtreibende Bühnenshow ab, die nun endlich die Masse erreicht zu haben scheint und bei jedem mindestens einen zuckenden Fuß verursacht. Auch Applaus und erhobene Hände haben mittlerweile ein Maß der Angemessenheit erreicht.

Abräumer der Band waren jedoch neben „Cellardoor“ die letzten beiden Lieder „Forget Me Not“ und „201 Black“, die vom gut eingestimmten Publikum mit den ersten Pogotänzen honoriert werden.

Einzig und allein der Sound erhält einen Minuspunkt, da der Gesang und die Gitarren oft in dem Schlagzeug- und Bassgewummer untergingen bzw. nicht klar definierbar waren. Schade, aber ansonsten ein gut gemanageter Auftritt, der mit kleinen Problemen zu kämpfen hatte.

Nach diesem Einstieg war jeder froh, sich eine Zeit lang zurückziehen und auf einer Sitzgelegenheit an der frischen Luft sein Bier genießen zu können. Denn als nächstes standen die Osnabrücker Lokalmatadore Predator auf dem Plan, die den Erfahrungen nach ihren Zuhörern immer das letzte bisschen Energie abverlangen.

Predator starten dann nach einer 30 minütigen Umbaupause auch gewohnt furios nach einem melodischen Intro mit dem bandbetitelten Song „Predator“ ins Set. Von Anfang an ist die Stimmung da und die Band hat ihr Publikum voll im Griff. So wundert es nicht, dass bereits nach dem dritten Lied Forderungen wie „Ausziehen, Ausziehen!“ von Seiten der mitbangenden Zuhörerschaft im Raum stehen, denen dann Frontmann Jan Kleinheider und Bassist Max Schmieding auch artig nachkommen und ihre strahlenden Oberkörper für uns entblößen.

Korrekte Sache! So macht man sich Freunde!

Das Publikum ist jedenfalls begeistert und revanchiert sich mit gnadenloser Ergebenheit und Tanzbereitschaft. Als der erste Killer der Band erweist sich „Burried Alive“, dicht gefolgt von „Life Is War“, „Hollow Words“ und „APHS War inside“, bei dem sich der gut gelaunte Frontmann auch zu einem „Ritt“ auf den Schultern eines Bereitwilligen durch die tanzende Masse hinreißen lässt.

Die Stimmung steigt stetig und die Luft wird immer unerträglicher. Predator kennen jedoch keine Gnade und bombadieren die Ohren der Anwesenden weiterhin mit Heavy Metal der besseren Sorte. Die logische Folge davon lautet: Der Schweiß fließt stärker und die Luft ist noch beschissener.

Die Alien-Gegner laufen zu Hochform auf und schmettern den Zuhörern „King Of The Kill“ und „APHS – War Inside“ entgegen, die diese beiden Machwerke schwammgleich in sich aufsaugen und durch zuckende Gliedmaßen wieder zum Vorschein bringen.

Zum Schluß haben Predator noch ein Bonbon in Form eines Coversongs für uns parat, dass zu überraschen weiß. Denn nichts anderes als AC/DC’s „TNT“ knallt aus den Boxen. Das Publikum ist begeistert und da natürlich auch jeder den Text kennt, entstehen die ersten „Sing Alongs“ des Abends. Auch der Band ist der Spaß und die Freude an diesem Gig anzusehen, was sie neben ihren lockeren und nicht gekünstelt wirkenden Ansagen noch sympathischer erscheinen lässt. Dementsprechend frenetisch wird die Band dann auch verabschiedet und erst mal kräftig durch gelüftet, während schon die ersten „Drone (Alter!)“ – Rufe ertönen, doch dafür ist noch ein Fläschchen Bier Zeit.

Die aus Celle stammenden Drone scheinen bereits ihren eigenen Fanclub zu besitzen und diesen kurzerhand nach Osnabrück mitgebracht zu haben, denn im Laufe des Abends waren immer wieder vereinzelte „Drone (Alter!) – Rufe zu vernehmen, die sich jetzt natürlich im Angesicht des baldigen Auftritts der Band häufen.

Gleich zu Beginn des Gigs wird bereits eines klar: Hier stehen keine Amateure auf den Brettern. Zwar existiert die Combo erst seit Beginn 2005, jedoch haben die Mitglieder schon zuvor in anderen Bands gelernt was es heißt einen gesunden Mix aus spielerischem Können, Präsenz auf der Bühne und Interaktion mit dem Publikum zu finden und diesen auch angemessen umzusetzen. Aus diesen Erfahrungen schöpfend starten Drone ihr Set selbstbewusst mit einem klassischen Opener.

„Theopractical“ macht klar wofür Drone stehen: Eingängige, druckvolle Parts unterstützt von brachialem Groove umrahmt von melodiöser Härte. Dieser Mix erfindet zwar das „Metalrad“ nicht neu, allerdings geht er ins Ohr und ist durchaus tanzbar, was die mähnenschüttelnde Masse nochmals unterstreicht.

Frontmann Moritz „Mutz“ Hempel versucht das ohnehin schon gut temperierte Publikum noch ein wenig mehr anzuheizen, indem er verlauten lässt, dass das Osnabrücker Publikum im hannoveraner Raum doch für seine Ausdauer und Begeisterungsfähigkeit bekannt sei. Die Metalheadz vor der Bühne nehmen diesen Handkuss natürlich gerne entgegen und schleudern sich wild tanzend durch die Gegend. Immer wieder bekommt die Band am Rand der Bühne kurz Besuch von fliegenden oder stagedivenden Körpern, die dann augenblicklich schon wieder im Getümmel verschwinden, um kurze Zeit später wieder vor der Bühne aufzutauchen. Da wundert es auch nicht, dass plötzlich ein blutender Mitarbeiter vom OsnaMetal.de – Team vor mir steht, und seinen blutenden Arm betrachtet, der eben hat feststellen müssen, das der Bühnenboden doch aus Massivholz ist und auch die Metallbeschläge nur sehr wenig nachgeben. Ein Foto, ein Grinsen und schon ist er wieder beim Tanzen verschwunden. Inklusive tropfendem Arm! Das ist Metal!

Und da Drone gerade sowieso zur „Chainsaw Symphony“ aufrufen ist auch das Thema nicht allzu weit hergeholt.

Mittlerweile ist die Luft in Halle 1 des WestWerks zum Schneiden dick und Sauerstoff sucht man in dieser Wolke eh vergebens. Doch niemand möchte auch nur eine Minute des Wacken WarmUp Finales verpassen, was angesichts der Leistung des Headliners auch verständlich erscheint.

Gitarrist Marcelo Vasquez Rocha spielt sich die Flitzfingerchen wund, Bassist Martin Froese verwechselt sein Instrument mit einer Abrissbirne, Schlagzeuger Felix Hoffmeyer testet die Haltbarkeit der Felle in Extremsituationen und Sänger/ Gitarrist Mutz dirigiert das Publikum und fordert es auf, sich zum letzten Lied in einen großen Moshpit zu werfen.

Nach Beendigung des Sets und angemessenen Huldigungen der Combo, stolpern viele ins Freie, um frische Luft und ein kühles Bier zu genießen, andere wiederum sind vom Fußballvirus befallen und versuchen es auf dem kleinen Vorhof des WestWerks Ronaldo & Co. gleichzutun.

Schöner Abend, geile Bands, ich freu mich schon aufs nächste Jahr!

Setlist Stunned:
1. Badittude
2. Cellardoor
3. Goog Night Kiss
4. Fallacy
5. Welcome
6. A Source Of Arrogance
7. Forget Me Not
8. 201 – Black

Setlist Predator:
1. Predator
2. Step Into The Fire
3. Burried Alive
4. Life Is War
5. Hollow Words
6. We Are The Scourge
7. King Of The Kill
8. APHS – War Inside
9. Addicted To Pain
10. Insomniac
11. TNT (AC/DC – Cover)

Setlist Drone:
1. Theopractical
2. Intimidation
3. Carnophile
4. Chainsaw Symphony
5. In The End
6. Stampmark
7. One In A Million
8. High Octane
9. Welcome To The Pit

Autor: Scoom

Festivalbericht Wacken Open Air 2006 03.08.2006

OsnaMetal.de goes Wacken! Für die OsnaMetal-Crew hieß es das schon am Mittwochmorgen um fünf. Da startete nämlich der Bus, leider ohne Marc. Wie sich das Rudel ohne unser Leittier so machte, kann ich leider nicht sagen, da ich erst am Donnerstag folgte, mit Kollege Kiwi von unserer Radiosendung „Hard?!“ und der Konkurrenz ;o) von „What’s Metal?“..

Was ich von den, darauf folgenden, Scorpions leider nicht so sagen kann. Zwar durchweg professionell (wär bei diesen Riesen ja auch echt peinlich, wenn nicht), von viertel vor zehn bis Mitternacht und mit special guests Hermann Rarebell, Uli Jon Roth und (Überraschung!) Michael Schenker am Start, aber ich hatte das Gefühl, dass unter diesem ganzen Anspruch die Begeisterung etwas flöten gegangen war.

Selbstverständlich war es vor der Stage rappelvoll, aber eine bestimmte Ausstrahlung oder Stimmung konnte ich nicht feststellen. Vielleicht hatte ich auch bloß übersteigerte Erwartungen an die Helden meiner Vorpubertät, ohne die ich niemals zum Rock n’ Roll oder irgendeiner Gitarrenmusik gekommen wäre, und die auch noch aus meiner Geburtsstadt stammen.

Trotzdem hatte ich dafür die Punker/Hardcorer COR aus Rügen sausen lassen, die zum gleichen Zeitpunkt auf der W.E.T. Stage standen und die ich mir eigentlich auch anschauen wollte. Dafür bekam ich dort noch den Schluss des überaus talentierten und ernstzunehmenden Singer-Songwriters (hehe) Mambo Kurt mit, der mit seinen Coverversionen diverser Metalklassiker auf der Heimorgel für Stimmung sorgte. Wie immer in stylishem Outfit, jedoch diesmal ohne seine Praktikantin (Na, haste dich deiner Affäre entledigt, Mambo, oder was? Hehe!). Nachdem dieser die Bühne verlassen hatte, nicht ohne zuvor seine Orgel mit einem bestimmten Rhythmus auf Dauerschleife gestellt zu haben, beschloss ich, meinen komplett verschwundenen Begleitern zu folgen und schlafen zu gehen.

Kurz vor der Brücke zum VIP-Zeltplatz jedoch begegnete ich einer Gruppe partywütiger Studenten, von denen anscheinend drei Geburtstag hatten und die mich überzeugen konnten, dieses großartige Ereignis noch ein wenig mit ihnen zu feiern. Also wieder ab zur W.E.T.Stage, Metal Karaoke bewundern! Danach bekam ich erstmals einen Eindruck des riesigen Campinggeländes, wo ich mit meinen neuen Freunden den Abend ausklingen ließ, bzw. den neuen Morgen begrüßte.

Netterweise hatten selbige genau 1 halbes 6-Mann-Zelt, 1 Isomatte und 1 Schlafsack zuviel an Bord, so dass ich mich nicht um meinen Schlafplatz zu sorgen brauchte. Musikalische Menschen sind halt immer noch die freundlichsten! Nach ein paar wenigen Stunden Schlaf begann ich, meine Leute dann doch zu vermissen. Ich bedankte mich bei den netten Menschen und stiefelte los.

Erwähnte ich bereits, dass das Campinggelände riesig ist? Entweder lag es daran, oder die Nacht steckte mir noch in den Knochen, ich verlief mich dreimal. Nur um nach einer geschätzten Stunde festzustellen, dass das Bühnengelände und damit auch der Eingang zu meinem Zeltplatz, noch gesperrt waren. Es dauerte eine weitere halbe Stunde, bis ich mich zu einem Durchgang durchgefragt hatte. Man muss mir meine Erleichterung angesehen haben, als ich unseren Pavillon endlich gefunden hatte (Danke für den Spruch, Karsten! ;o)). Kurz ausruhen, frischmachen, frühstücken, dann begleitete ich Mercedes und Claudia zum shoppen, diverse Sonnenbrillen und Hüte ausprobieren. Danach folgte für mich das erste Highlight des Tages: Danko Jones auf der True Metal Stage! Die leicht lispelnde coole Sau („…but your girlfriend calls me baby!“) trug eine Augenklappe und war zu Scherzen aufgelegt („Was macht eine Rock n’ Roll-Band auf der True Metal Stage?“). Er machte keinen Hehl daraus, woher die einäugige Blindheit stammte („I’ll keep on jerking off, till the other eye gets blind, too!“) und ließ sich auch von einem tief kreisenden Hubschrauber, in dem ein winkender Mensch stand, nicht die Show stehlen („Don’t look at that fuckin’ Helicopter, look at me!“). Danach brachte er der Menschenmenge noch bei, wie er sich behilft, seitdem der Arzt ihm das Headbangen verboten hat. Er macht den „Sedanko“. Leicht vornüber fallen, dabei mit dem Kopf das Mikro berühren. Tock!

Die stechende Sonne ließ mich unter den Pavillon zurückkehren. Ich hatte zwar für gutes Wetter gebetet, und dass es nicht regnen würde, aber sengende Hitze kann auch zu schaffen machen. Also chillen im Schatten, Bier trinken und irgendwann waren alle fit für In Extremo um viertel vor sieben auf der True Stage. Begeisterungsstürme um mich herum bei Gassenhauern wie dem „Spielmannsfluch“.

Danach räumten die umstrittenen Carnivore auf der Black Stage ab. Peter Steeles erste Band (evtl. war dies der letzte Auftritt in Europa) erschien in rot-schwarzen Shirts vor dem gleichfarbigen Logo und erinnerte damit ein wenig an eine Action-Figur-Truppe. Zum letzten Song (Wie hieß er noch? Äh…) erschienen rechts und links von Mr. Peter Steele, der jetzt mit offenen und wehenden Haaren an eine überdimensionale Vogelscheuche denken ließ, drei barbusige Schönheiten, die aus Supersoakern und Eimern rote Flüssigkeit in den ersten Reihen verteilten. Gut, dass ich mich doch nicht bis nach vorne gemogelt hatte!

Bei den Children of Bodom und Celtic Frost war Biergarten angesagt (Celtic Frost! Schon wieder verpasst! Erst auf dem Rock Hard, und dann hier!), danach ließ JD sich überreden, sich mit mir wenigstens den Schluss von Ministry anzuschauen.

Perfekter Sound, hätte ja fast aus der Konserve kommen können… Bei Amon Amarth soll das Wikinger Camp zum Zuge gekommen sein, dessen Schwertkampfproben ich jedes Mal auf dem Weg zu den Toiletten bewundern durfte, ich war allerdings, öhm, müde und ging schlafen (Jawohl, ich gebe es zu, ich habe geschwächelt!). Vorher erkundigte ich mich bei dem Duschen- und Toilettenmann, um wieviel Uhr das Wasser denn am Wahrscheinlichsten warm wäre. Er erklärte mir mit dem Brustton der Überzeugung, das Wasser wäre zu 99,9% IMMER warm, die Uhrzeit sei egal. „Ja, ne. Is klar!“ dachte ich mir und selbstverständlich hatte ich kurz vor neun am nächsten Tag eisig kaltes Wasser. Das machte aber nichts, schlau wie ich bin, hatte ich schon damit gerechnet. Wenigstens war ich danach wirklich wach und konnte mir um kurz vor eins Caliban auf der True Metal Stage anschauen. Die gaben ihr Bestes bei dem Versuch, das Publikum zu einer Wall of Death zu animieren. Klappte nicht so ganz, die Langhaarigen stolperten bloß halbherzig aufeinander zu. Und bei dem vorhergehenden Aufruf zum Circle Pit hakten sich zwei Witzbolde neben mir unter und liefen polkamäßig umeinander herum. Auch nicht schlecht! An dieser Stelle fiel mir einmal mehr auf, dass die Bandinfos im Programmheft nicht immer 100%ig der Wahrheit entsprachen. Wenn Calibans Sänger Andreas problemlos den Wechsel zwischen growligem Gesang und cleanen Vocals beherrscht (tut er, laut dem Heft), warum hat er dann beim klaren Gesang den Mund geschlossen? Und wofür hat Gitarrist Denis ein Mikro? Hmm, man weiß es nicht…

Erstmal war wieder Flucht vor der Sonne angesagt und dann die großartigen Fear Factory, deren Sound mir anfangs noch Sorgen machte. Denn gerade der Gesang, der bei dieser Band soviel ausmacht, kam nicht ganz so klar rüber. Das änderte sich im Verlauf und schlauerweise wurden Klassiker wie „Shock“ erst gegen Ende ausgepackt. Dann gaben sich Morbid Angel auf der Black Stage die Ehre, leider war ich von Fear Factory noch so beeindruckt, dass bei mir nicht viel hängen blieb…

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Autor: Rebekka


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