Den Anfang machte an diesem Abend die Newcomerband Stunned aus dem Raum Münster/Osnabrück. Die 6köpfige Combo um die beiden Frontmänner Arthur Diener und Mathias Leeker komplettiert durch Martin Nigbur (Drums), Thomas Teepe (Bass), Christoph Heitmann (Gitarre) und Timo Erhard (Gitarre) kann zwar erst auf eine relativ kurze, jedoch schon erfolgsversprechende Biographie zurückschauen.

Mit ihrem Melodic Trash Metal, der durch seinen abwechselnd harten und melodischen Gesang etwas an Slipknot erinnert, standen sie bereits auf Bühnen wie dem Matrix in Bochum und der Essigfabrik in Köln und machten sich auch beim Emergenza-Bandcontest NRW/ Niedersachsen einen Namen, indem sie das Finale erreichten. All dies geschah innerhalb von einem Jahr Zusammenspiel und lässt für die Zukunft Bestes hoffen.

An diesem Abend haben die Jungs leider die goldene A-Karte gezogen und müssen als erstes von drei Bands ran, was sich anhand der noch relativ mäßig gefüllten Halle 1 des JZ WestWerk und der, noch überwiegend nüchternen, Zuschauerschaft als gar nicht so einfach erweist, da zu Beginn nicht recht Stimmung aufkommen will. Zu sehr hält das Publikum Abstand zur Bühne, wo die 6 Recken sich wirklich alle erdenkliche Mühe geben, das Eis zu brechen.

Nach mehrmaligen Aufforderungen und Angeboten von Seiten der Band lassen sich dann doch einige bangfreudige Besucher vor die Bühne zerren, die ab dem 4. Lied („Fallacy“) ihre Mähnen schütteln und die musikalische Untermalung optisch aufwerten. Passend dazu liefern Stunned eine schweißtreibende Bühnenshow ab, die nun endlich die Masse erreicht zu haben scheint und bei jedem mindestens einen zuckenden Fuß verursacht. Auch Applaus und erhobene Hände haben mittlerweile ein Maß der Angemessenheit erreicht.

Abräumer der Band waren jedoch neben „Cellardoor“ die letzten beiden Lieder „Forget Me Not“ und „201 Black“, die vom gut eingestimmten Publikum mit den ersten Pogotänzen honoriert werden.

Einzig und allein der Sound erhält einen Minuspunkt, da der Gesang und die Gitarren oft in dem Schlagzeug- und Bassgewummer untergingen bzw. nicht klar definierbar waren. Schade, aber ansonsten ein gut gemanageter Auftritt, der mit kleinen Problemen zu kämpfen hatte.

Nach diesem Einstieg war jeder froh, sich eine Zeit lang zurückziehen und auf einer Sitzgelegenheit an der frischen Luft sein Bier genießen zu können. Denn als nächstes standen die Osnabrücker Lokalmatadore Predator auf dem Plan, die den Erfahrungen nach ihren Zuhörern immer das letzte bisschen Energie abverlangen.

Predator starten dann nach einer 30 minütigen Umbaupause auch gewohnt furios nach einem melodischen Intro mit dem bandbetitelten Song „Predator“ ins Set. Von Anfang an ist die Stimmung da und die Band hat ihr Publikum voll im Griff. So wundert es nicht, dass bereits nach dem dritten Lied Forderungen wie „Ausziehen, Ausziehen!“ von Seiten der mitbangenden Zuhörerschaft im Raum stehen, denen dann Frontmann Jan Kleinheider und Bassist Max Schmieding auch artig nachkommen und ihre strahlenden Oberkörper für uns entblößen.

Korrekte Sache! So macht man sich Freunde!

Das Publikum ist jedenfalls begeistert und revanchiert sich mit gnadenloser Ergebenheit und Tanzbereitschaft. Als der erste Killer der Band erweist sich „Burried Alive“, dicht gefolgt von „Life Is War“, „Hollow Words“ und „APHS War inside“, bei dem sich der gut gelaunte Frontmann auch zu einem „Ritt“ auf den Schultern eines Bereitwilligen durch die tanzende Masse hinreißen lässt.

Die Stimmung steigt stetig und die Luft wird immer unerträglicher. Predator kennen jedoch keine Gnade und bombadieren die Ohren der Anwesenden weiterhin mit Heavy Metal der besseren Sorte. Die logische Folge davon lautet: Der Schweiß fließt stärker und die Luft ist noch beschissener.

Die Alien-Gegner laufen zu Hochform auf und schmettern den Zuhörern „King Of The Kill“ und „APHS – War Inside“ entgegen, die diese beiden Machwerke schwammgleich in sich aufsaugen und durch zuckende Gliedmaßen wieder zum Vorschein bringen.

Zum Schluß haben Predator noch ein Bonbon in Form eines Coversongs für uns parat, dass zu überraschen weiß. Denn nichts anderes als AC/DC’s „TNT“ knallt aus den Boxen. Das Publikum ist begeistert und da natürlich auch jeder den Text kennt, entstehen die ersten „Sing Alongs“ des Abends. Auch der Band ist der Spaß und die Freude an diesem Gig anzusehen, was sie neben ihren lockeren und nicht gekünstelt wirkenden Ansagen noch sympathischer erscheinen lässt. Dementsprechend frenetisch wird die Band dann auch verabschiedet und erst mal kräftig durch gelüftet, während schon die ersten „Drone (Alter!)“ – Rufe ertönen, doch dafür ist noch ein Fläschchen Bier Zeit.

Die aus Celle stammenden Drone scheinen bereits ihren eigenen Fanclub zu besitzen und diesen kurzerhand nach Osnabrück mitgebracht zu haben, denn im Laufe des Abends waren immer wieder vereinzelte „Drone (Alter!) – Rufe zu vernehmen, die sich jetzt natürlich im Angesicht des baldigen Auftritts der Band häufen.

Gleich zu Beginn des Gigs wird bereits eines klar: Hier stehen keine Amateure auf den Brettern. Zwar existiert die Combo erst seit Beginn 2005, jedoch haben die Mitglieder schon zuvor in anderen Bands gelernt was es heißt einen gesunden Mix aus spielerischem Können, Präsenz auf der Bühne und Interaktion mit dem Publikum zu finden und diesen auch angemessen umzusetzen. Aus diesen Erfahrungen schöpfend starten Drone ihr Set selbstbewusst mit einem klassischen Opener.

„Theopractical“ macht klar wofür Drone stehen: Eingängige, druckvolle Parts unterstützt von brachialem Groove umrahmt von melodiöser Härte. Dieser Mix erfindet zwar das „Metalrad“ nicht neu, allerdings geht er ins Ohr und ist durchaus tanzbar, was die mähnenschüttelnde Masse nochmals unterstreicht.

Frontmann Moritz „Mutz“ Hempel versucht das ohnehin schon gut temperierte Publikum noch ein wenig mehr anzuheizen, indem er verlauten lässt, dass das Osnabrücker Publikum im hannoveraner Raum doch für seine Ausdauer und Begeisterungsfähigkeit bekannt sei. Die Metalheadz vor der Bühne nehmen diesen Handkuss natürlich gerne entgegen und schleudern sich wild tanzend durch die Gegend. Immer wieder bekommt die Band am Rand der Bühne kurz Besuch von fliegenden oder stagedivenden Körpern, die dann augenblicklich schon wieder im Getümmel verschwinden, um kurze Zeit später wieder vor der Bühne aufzutauchen. Da wundert es auch nicht, dass plötzlich ein blutender Mitarbeiter vom OsnaMetal.de – Team vor mir steht, und seinen blutenden Arm betrachtet, der eben hat feststellen müssen, das der Bühnenboden doch aus Massivholz ist und auch die Metallbeschläge nur sehr wenig nachgeben. Ein Foto, ein Grinsen und schon ist er wieder beim Tanzen verschwunden. Inklusive tropfendem Arm! Das ist Metal!

Und da Drone gerade sowieso zur „Chainsaw Symphony“ aufrufen ist auch das Thema nicht allzu weit hergeholt.

Mittlerweile ist die Luft in Halle 1 des WestWerks zum Schneiden dick und Sauerstoff sucht man in dieser Wolke eh vergebens. Doch niemand möchte auch nur eine Minute des Wacken WarmUp Finales verpassen, was angesichts der Leistung des Headliners auch verständlich erscheint.

Gitarrist Marcelo Vasquez Rocha spielt sich die Flitzfingerchen wund, Bassist Martin Froese verwechselt sein Instrument mit einer Abrissbirne, Schlagzeuger Felix Hoffmeyer testet die Haltbarkeit der Felle in Extremsituationen und Sänger/ Gitarrist Mutz dirigiert das Publikum und fordert es auf, sich zum letzten Lied in einen großen Moshpit zu werfen.

Nach Beendigung des Sets und angemessenen Huldigungen der Combo, stolpern viele ins Freie, um frische Luft und ein kühles Bier zu genießen, andere wiederum sind vom Fußballvirus befallen und versuchen es auf dem kleinen Vorhof des WestWerks Ronaldo & Co. gleichzutun.

Schöner Abend, geile Bands, ich freu mich schon aufs nächste Jahr !!!

Setlist Stunned:

1. Badittude

2. Cellardoor

3. Goog Night Kiss

4. Fallacy

5. Welcome

6. A Source Of Arrogance

7. Forget Me Not

8. 201 – Black

Setlist Predator:

1. Predator

2. Step Into The Fire

3. Burried Alive

4. Life Is War

5. Hollow Words

6. We Are The Scourge

7. King Of The Kill

8. APHS – War Inside

9. Addicted To Pain

10. Insomniac

11. TNT (AC/DC – Cover)

Setlist Drone:

1. Theopractical

2. Intimidation

3. Carnophile

4. Chainsaw Symphony

5. In The End

6. Stampmark

7. One In A Million

8. High Octane

9. Welcome To The Pit

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