Schon im Vorfeld machte die Band keinen Hehl daraus, dass sich beim neuen Album etwas ändern würde und für die ein oder andere Überraschung gesorgt wird. So schickte man während der Aufnahmen Fotos von Akustikgitarren über die sozialen Netzwerke und auch das im Vorfeld veröffentlichte Artwork sorgte bei einigen Teilen der Fans für verdutzte Gesichter. Hatte man insgeheim auf ein weiteres, großartiges Cover von Künstler Dan Seagrave oder gar eines von Thrash-Altmeister Ed Repka gehofft, so überraschten die Kalifornier mit einem Artwork der bisher kaum in Erscheinung getretenen Künsterlin Adrienne Rozzi, das bisher gar nicht ins Bild der Band zu passen schien. Auch jetzt noch sind die Fans eher geteilt, was die Aufmachung der Platte angeht. Nach dieser im Vorfeld unerwarteten Entwicklungen war man natürlich gespannt auf das fertige, musikalische Produkt. Und auch hier sorgen Warbringer nun für die ein oder andere Überraschung:

Die erste beschert uns der schon fast progressive Opener “Horizon”. Von Akustikparts über gewohnte Thrash-Gefilde bis hin zu Black Metal-lastig-anmutenden Passagen kloppen sich die fünf Mannen um Fronter John Kevill warm. Danach gibt es mit dem treibenden “The Turning Of Gears” Experimente mit verzerrten Vocals und bei “One Dimension” kommt eine ordentliche Schubkarre Hardcore in den Sound. Erst mit Track 4, dem im Vorfeld veröffentlichten Stück “Hunter-Seeker”, erscheinen Warbringer in einem bekannten, old-school-thrash-lastigem Bild. Noch eine Spur straighter ist der Song “Black Sun, Black Moon”. Aber inzwischen kann man sich sicher sein, dass man es doch mit Warbringer zu tun hat. Jedoch bleibt man von weiteren unerwarteten Sounds nicht “verschont”. Das Stück “Iron City” geht mehr in eine klassische Heavy Metal-Richtung und geht in einen düsteren Brecher namens “Leviathan” über. Erst mit dem kurzen, knappen aber dafür extrem thrashigen “Off With Their Heads” und dem Rausschmeisser “The Towers of The Serpent” erhält man wieder den bekannten Warbringer-Krach in Reinkultur.

Nach dem ersten Durchgang war erstmal Klarkommen angesagt. Was zum Deibel haben die Kameraden da fabriziert? Ist das gut? Ist das die bahnbrechende Weiterentwicklung in Sachen Thrash? Nach insgesamt vier weiteren Durchläufen kann ich folgendes Fazit abgeben: Es handelt sich bei “IV: Empires Collapse” um ein wahrlich sehr gutes Album. ABER… Warbringer werden mit Sicherheit einige neue Fans hinzubekommen, jedoch auch den ein oder anderen Fan der ersten beiden Scheiben etwas vor den Kopf gestoßen haben. Waren doch die EPs und das erste Album “War Without End” brutale und aggresive Thrashplatten, die keinerlei Gefangene gemacht haben. Man nehme nur als Beispiel den martialischen und unvergleichlichen Sound vom Song “Total War” der sich auf dem Century Media-Sampler “Thrashing Like A Maniac” aus dem Jahr 2010 befindet. Von diesem metallischen Sturm ist leider nicht so viel übrig geblieben. Das Album ist ohne Frage ein gelungenes Thrash-Album, allerdings habe ich mir von einer bislang sehr straighten und geradlinigen Band ein entsprechenderes Album erhofft. Es fehlt doch die Prise Brutalität, die den Sound bislang ausgemacht hat.

Tracklist

  • 01. Horizon
  • 02. The Turning of the Gears
  • 03. One Dimension
  • 04. Hunter-Seeker
  • 05. Black Sun, Black Moon
  • 06. Scars Remain
  • 07. Dying Light
  • 08. Iron City
  • 09. Leviathan
  • 10. Off with Their Heads!
  • 11. Towers of the Serpent

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