Wertung: 6 von 10

Die sechsköpfige Band Whyzdom aus Frankreich besteht seit 2007 und legt mit dem Album „From The Brink Of Infinity“ ihr Debütalbum vor. Sie spielen Symphonic Metal mit der Leadsängerin Teyla Melane ganz in der Tradition von Within Temptation und Nightwish.


Dabei wird häufig ein orchestraler Klangteppich erzeugt, der natürlich aus dem Synthie/Sampler kommt, aber demzufolge trotzdem nicht weniger einen monumentalen Klang gibt. Dazu singt Teyla Melane oftmals mit sich selbst und einigen Gastmusikerinnen im Chor, was ihr gut gelingt. Nicht nur diese tonale Treffsicherheit zeugt von der stimmlichen Ausbildung der Sängerin, die von der Klanggewalt durchaus sogar mit der früheren Sängerin Tarja Turunen von Nightwish mithalten kann, sondern auch die teilweise opernartig vorgetragenen Passagen.

Allerdings versteigt sich Teyla Melane (z.B. im ersten Stück) in zu hohe Tonlagen, was ihrer schönen Altstimme einen dünnen Klang verleiht: Hier wäre es deutlich besser zu der tieferen Tonlage zu stehen und im Gegenteil diese zu betonen, anstatt den Vorbildern mit Sopranstimme nachzueifern. Insgesamt ist die Anlehnung an die beiden genannten Vorbildbands extrem groß, was stellenweise an ein nicht eigenständiges Covern grenzt. Dieses allzu starke Nacheifern ist für ein Debütalbum so gerade noch akzeptabel, sollte aber zu einer eigenen musikalischen Entwicklung, weg von den Vorbildern, führen.

Um das breite Potential dieser Band aufzuzeigen, möchte ich kurz auf die Stücke sechs und acht eingehen.

Das 6. Stück „Escaping The Ghosts Of Reality“ beginnt mit Metal-Akkorden im Midtempo, treibend, verzerrt und begleitet von leicht deathmetal-artigem (männlichen) Gesang – bis schließlich der alles dominierende Gesang von Teyla Melane einsetzt, womit die Band automatisch den Charakter des Stückes wieder in die Nightwish-Richtung abwandelt: Warum eigentlich? Die musikalisch, interessante Spannung des Stückanfangs wird so leider weggewischt.

„The Old Man In The Park“ (Nr. 8) – ist ein neoklassisches Stück, das zunächst nur von Keyboard (mit klassischem Pianosound) und sanft gesungen Vokals bestritten wird. Erst ab Mitte des Stücks wird der Klang breiter – hier wird ein orchestraler Eindruck erzeugt, der nur mäßig von der E-Gitarre mit leicht verzerrtem Sound begleitet wird. Ein sehr ruhiges und schönes Stück, das den vollen Klang der Stimme der Sängerin zum Ausdruck bringt.

Die aufgezeigten Facetten zeigen, dass die Band ein wirklich großes Potential besitzt – es aber noch nötig hat, einen eigenen Stil zu finden, um die zu starke Anlehnung an die großen Vorbilder zu verlassen. Vor allem wäre es schön, wenn sie gerade entgegen den gerade populären Sopran-Stimmen die schöne Altstimme der Leaderin richtig zur Geltung bringen würde:

Insgesamt auf jeden Fall ein beachtenswertes Debüt-Album!

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