Wertung: 2 von 10

Dass man sich wirklich alles schön reden kann, beweisen Danse Macabre Records mit ihrem Promoblatt für das Wintermond-Debüt „Desiderium“. Versprochen werden: Unverwechselbare Stimmen, harte Gitarrenriffs, hohen Wiedererkennungswert, leichte Melodien, alles in allem ein Must Have für Fans von gutem Gothic Rock.


Nun gut, Promotion muss sein, aber dass es gerade bei diesen Newcomern Kritik ohne Ende hagelt, ist bei der ganzen Sache kein Wunder mehr. Die fünfköpfige Band aus dem benachbarten Münster bietet all den Standard den man auch von unzähligen anderen Genre Nachgeburten kennt. Dass Keyboards, Synths, Percussion, und abwechselnd männliche und weibliche Gesangsstimme nicht unbedingt schlecht sein müssen, kennt man auch. Aber in diesem Fall funktioniert wirklich gar nichts.

Um gleich beim Gesang zu bleiben, sowohl Didic, Kopf und Gründer der Band, als auch Gabrielle, haben weder eine unverwechselbare Stimme (siehe Teaser) vorzuweisen, noch jegliches Talent, diese Art von Musik passend rüberzubringen. Viel zu schwacher Ausdruck, kaum Kraft in der Stimme und stellenweise nichtmal Sinn für harmonische Tonfolgen (Beispiel: „Für die Ewigkeit“) lösen beim Hörer fast schon Aggressionen aus. Das muss doch einer hören?? Schon beim ersten Song „Deine Welt“ will man nach dem Refrain-Duo der beiden am liebsten wieder abschalten, es herrscht einfach keine Harmonie zwischen den Stimmen.

Da macht es auch keinen Unterschied mehr, dass die Band deutsche Texte verwendet. Diese strotzen nur so vor Kitsch. An bewährten Themen und Schlagwörtern wie Blut, Nacht, Einsamkeit, Herzschmerz, Seelenschmerz, Liebesschmerz, usw. fehlt es nicht. “ Tief im Herzen, dort wo die Seele lebt, trage ich Schmerzen, Sehnsucht, die nicht vergeht“ („Desiderium“), besser kann man das Konzept nicht ausdrücken, und das positive daran ist, dass es immer noch genug Leute gibt, die sich an so einem Schnulz aufgeilen und nicht genug davon bekommen. Tor für die Band!

Dass die Musik auf Traurigkeit und Melancholie getrimmt ist, kann nicht übersehen werden. Aber es gibt immer noch einen Unterschied zwischen authentischer Gothic Musik und Trendnachläufern, die gängige Spielweisen und Themen aufgreifen und zum tausendsten Mal widerkäuen. Was rauskommt, hört man hier ja.

Bei bestem Willen fällt mir nur noch ein, die Gitarren- und Schlagzeugarbeit hervorzuheben. Denn solange nicht gesungen wird, bewegt sich alles noch im erträglichen Maße.

Tracklist:

  • 01. Deine Welt
  • 02. Kalte Sch?nheit
  • 03. Narbenkind
  • 04. Desiderium
  • 05. Geisterliebe
  • 06. Vollmond
  • 07. Feuerroter Mund
  • 08. Liebe Ist Gift
  • 09. Sternenkönigin
  • 10. Verbranntes Land
  • 11. Für Die Ewigkeit (Bonus Track)

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