Die Jungs um das einzig verbliebene Originalmitglied Andy Powell sind schon seit 1969 im Geschäft und diese Zeitspanne von 43 Jahren erklärt dann auch die hohe Anzahl an Studioalben. Im Durchschnitt alle 2 Jahre rauft sich die von unzähligen Besetzungswechseln geplagte Bande zusammen und veröffentlicht neues Material. Wobei der Terminus „neu“ hier doch mit ein bisschen Vorsicht zu genießen ist: Wishbone Ash haben seit Beginn der 70er Jahre ihren Kompositionsstil nur um Nuancen verändert. Somit ist eine gewisse Eintönigkeit in den Arrangements nicht von der Hand zu weisen.

Hinzu kommt, dass sie die großartigen Melodien von Meisterwerken wie „Argus“ oder „Pilgrimage“ einfach nicht mehr in dieser Intensität reproduzieren können. Es fehlt einfach das gewisse Etwas und das hat sich auch auf dem neuesten Longplayer „Elegant Stealth“ leider nicht wesentlich geändert. Bei manchen Songs hat man den Eindruck, grade versehentlich einen dieser unsäglichen Formatradiosender eingeschaltet zu haben, auf denen sich so finstere Gestalten wie die Lighthouse Family und Phil Collins die Klinke in die Hand geben. Viele Lieder haben keine Ecken und Kanten, keine großen Hooklines und klingen alles in allem einfach viel zu weichgespült.

Aber es gibt auch vereinzelt noch gute Songs zu entdecken. „Can’t Go It Alone“ ist so ein Beispiel und auch „Invisible Thread“ lässt Erinnerungen an die vergangenen Hochzeiten wach werden. Leider bleiben sie die Ausnahme auf dem Album.

Was bleibt also zu sagen? Wishbone Ash haben mit ihren Frühwerken immer noch Einfluss auf die heutige Musikszene (vgl. The Devil’s Blood) und somit definitiv einen Fußabdruck in der Rock-Welt hinterlassen. Aber leider ist nun mal nichts für Immer und als Freund hochmelodischen Classic-Rocks sollte man sich dann doch lieber auf die grandiosen Frühwerke dieser Combo konzentrieren.

Tracklist:

  • 01. Reason To Believe
  • 02. Warm Tears
  • 03. Man With No Name
  • 04. Can’t Go It Alone
  • 05. Give It Up
  • 06. Searching For Satellites
  • 07. Heavy Weather
  • 08. Mud Slick
  • 09. Big Issues
  • 10. Migrant Worker
  • 11. Invisible Thread