Nachdem der Kartenvorverkauf den Ansprüchen des Veranstalters wohl nicht so gerecht geworden ist, wurde das Konzert vom „Hyde Park“ in den doch etwas kleineren „Rosenhof“ verlegt.

Als „Kanonenfutter“ fungieren an diesem Abend World Downfall aus Köln, die schon um halb acht auf die Bretter, die die Welt bedeuten, geschickt werden..

Der Sänger könnte mit seinen Dreadlocks beinahe bei „Shadows Fall“

einsteigen und grunzt und kreischt sich in bester Chris Barnes Manier durch das Songmaterial der noch jungen Band.

Dem Publikum scheint der leicht angethrashte Deathmetalsound ganz gut zu gefallen und so versammeln sich ca. 50 Personen vor der Bühne. Der Sound ist für eine Vorband ganz in Ordnung, jedoch macht sich das Fehlen einer zweiten Gitarre sowohl beim Sound, als auch bei den Songstrukturen negativ bemerkbar. Technisch ist das ganze recht sauber gespielt, jedoch weißt der Sound der Band keinerlei eigene Merkmale auf.

Auf Gitarrensoli wird ebenso verzichtet, wie auf dynamische Songstrukturen, was dazu führt, das sich die Lieder dann doch recht stark ähneln. Pluspunkte sammelt die Band, wenn sie mal einen Gang runterschaltet und langsamere Parts einbindet, die dann auch gleich zu rhythmischen Nicken einladen.

Eine halbe Stunde später ist der Spaß dann auch schon vorbei. Insgesamt bei weitem nicht schlecht, jedoch noch ausbaufähig. Eine zweite Gitarre wäre hier echt von Vorteil.

Von ganz anderem Kaliber sind Trivium, die, nach einer recht langen Umbaupause, um 20.24 Uhr die Bühne betreten. Schon vor dem Auftritt werden sie vom Publikum herbeigesehnt, was sich vor allem an den zahlreich vertretenen Trivium-Shirts auszumachen ist.

Die Band zeigt sich perfekt eingespielt und begeistert das Publikum vom ersten Lied an.

Der vor kurzem noch leere Bereich vor der Bühne füllt sich recht schnell und es bilden sich erste Moshpits. Die vierköpfige Band spielt melodischen Deathmetal und besticht dabei durch sehr gute, zweistimmige Gitarrenmelodien.

Sänger Matt Heafy (Lieblingsfloskel des Abends ist wohl „Fuck Yeah!“) zeichnet sich sowohl durch eine gute, teils an James Hetfield erinnernde Singstimme, als auch ein ordentliches Kreisch- und Schreiorgan aus. Über die gesamte Spielzeit hinweg hat er das Publikum perfekt im Griff und animiert es immer wieder zu Circle Pits, die sich dann merkwürdigerweise recht schnell im absoluten Moshchaos verlieren. Da muss noch geübt werden. Hauptsächlich werden natürlich die Songs des aktuellen Albums „Ascendacy“ gespielt, jedoch werden auch die Trivium-Ultras mit Songs des Debüts bedient.

Der einzige negative Punkt des Auftrittes ist eigentlich der zu leise Schlagzeugsound und das etwas uninspiriert wirkende Spiel des Schlagwerkers.

Zum absoluten Durchbruch fehlt der Band jetzt nur noch ein echter Übersong, eine Bandhymne. An Spielfreude war sie an diesem Abend jedoch echt nicht zu schlagen.

Für den Auftritt von Arch Enemy wir die Bühne dann mit zwei 2×3 Meter großen Stoffbannern dekoriert auf denen zerklüftete Bergmassive abgebildet sind.

Um 21:37 Uhr wird die Bühne dann in ein atmosphärisches rot getaucht und ein von Keyboard und dahingehauchtem Gesang getragenes Intro begleitet den Aufmarsch der Band.

Von der ersten Hälfte des Auftrittes war ich dann jedoch bitter enttäuscht. Zwar ist der Sound an diesem Abend so ziemlich das Optimum und die Band spielt so tight, als gäbe es nichts Einfacheres als zweistimmiges Gitarrengefrickel, jedoch will der Funke einfach nicht so richtig überspringen. Zwar bemüht sich die Band, es wirkt jedoch alles etwas unterkühlt. Die Songs bewegen sich eigentlich die ganze Zeit im Midtempobereich (z.B. „Heart of Darkness“) und sind in den Refrains meistens zum langweilen hymnisch; durchgetreten wird das Gaspedal eigentlich nie. Die Performance von Sängerin Angela Gossow schwankt dabei je nach Blickwinkel zwischen ultraagressiver Metallady und arroganter „zensiert„, je nachdem wie man es sehen möchte. Irgendwie zu übertrieben und nicht so ganz mein Fall, aber dann doch Metal bis an die Schmerzgrenze.

Die Halbzeit des Sets füllt dann der Schlagzeuger, welcher das Publikum über mehrere Minuten mit seinen Schlagzeugkünsten zu wahren Begeisterungsstürmen hinreißt.

In der zweiten Hälfte des Sets ist die Band dann kaum wiederzuerkennen und prügelt einen Knaller nach dem nächsten ins Publikum, welches während der gesamten Show erstaunlich zurückhaltend ist. Nun werden die Highspeed-Granaten ausgepackt und es werden nun auch viele Songs der ersten Alben „Black Earth“ und „Burning Bridges“ gespielt, welche vom vorher noch etwas zurückhaltend agierenden Publikum begeistert aufgenommen werden.

Nach einer guten Stunde Spielzeit verlässt die Band die Bühne, kehrt jedoch noch einmal für eine Zugabe zurück.

Diese ist jedoch absolut wertig und bringt dem Publikum einige der besten Songs des Abends. Abgeschlossen wird das Set dann mit „We will rise“, welches dem Publikum noch mal alles abverlangt.

Dann ist es aber aus mit der Musik und die Band verteilt noch Andenken, wie Plektren und Drumsticks. Das Publikum ist hochzufrieden und pilgert noch einmal zum Merchandise Stand.

Fazit: Eigentlich ein sehr schöner Auftritt, der viel Freude bereitet hat, währe da nicht die sehr zwiespältige Songauswahl.

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Location: xxxxx
Datum: xxxxx
Autor: xxxxxxxx


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