Wertung: 9 von 10

Wieder mal das nächste große Ding? Die Aachener Lieblingsfirma aller geschmachssicheren Freunde extremer Düstersounds, zerrt die nächsten Okkultschrammler ins Mondlicht. Mit Thomas Eriksson ruft uns eine bereits von Griftegård bekannte Nachtigall entgegen. Er, Per Brodesson (ebenfalls of Griftegård-Fame) und die schwedischen Kollegen, spannen mit der Debut-Quadriga den Flitzebogen gleich bis zum Anschlag.


Aufgrund ähnlich ausgerichteter Entwürfe, müssen sich Year Of The Goat die Gegenüberstellung zu The Devil’s Blood gefallen lassen. Die spiritistischen Vorfahren vergangener Jahrzehnte liegen auch hier auf der (linken) Hand, sprich: Coven, Black Widow, Zior, die diversen Antonio Bartoccetti-Projekte, etc.. Weniger psychedelisch als TDB, dafür progressiver orientiert. Erde statt blutkrustenlösendem Schweiß, behutsamere Ekstase. Musikalisch ebenso versippt mit den brillanten Sabbath Assembly, dem Nebenprojekt der Jex Thoth-Sängerin, welches sich der Vertonung ritueller Lobgesänge der obskuren Process Church aus den Endsechzigern, angenommen hat.

Mit dem Opener grüßt gleich ein Überhit mit Suchtgefahr. Melodisch fließende Gitarrenlinien und der eingängige Psalmvortrag, offenbaren mehr “kommerzielles” Potential als erwähnte Holländer. Als “Vermillion Clouds” serviert man eine Progressive-Proto-Doom-Hydra, weit im Hintergrund dämmern doch tatsächlich Muse(würg? in diesem Fall: Nein!). Ungelogen, beide Kantaten leben auch von einer gewissen Funkyness. Funky Boss get of my back. Niemals, er ist ja erst jetzt in Anreise begriffen, der “Dark Lord”, Cover des Psychedelic-Geheimtips Sam Gopal, im Original including Lemmy on Vocals. Bedenkenfrei kann man behaupten, Year Of The Goat stecken das Original in die (linke) Tasche. Ein Instrumental setzt das Fanal zum Album, auf das es zu warten gilt. “Lucem Ferre” kündigt Großes an. Seit…äh…”Come, Reap” hat kein Tonträger mein kompatibles Abspielgerät mehr so sehr in Beschlag genommen, während ich gebannt auf das ebenbürtige Artwork starre.

Warum die ganze Retro-Angelegenheit so geil ist, warum man überhaupt neue alte Musik braucht, das Jenseits und Spiritualität heuer die gesamte Popkultur mitprägen, das gibt’s im nächsten Okkult-Rock-Review, oder auch nicht.

Möge jedes Jahr das Jahr des Ziegenbocks sein!

Tracklist:

  • 01. Of Darkness
  • 02. Vermillion Clouds
  • 03. Dark Lord
  • 04. Lucem Ferre
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