Yours Sincerely & Sister Love im Westwerk

Im Vorfeld des Abends hatte ich allenthalben schon von der Qualität von Sister Love gehört, so dass ich mich mit einiger Vorfreude am 20. Januar auf den Weg ins Westwerk machte. Angekündigt waren neben Sister Love als Hauptact die Band Saboteur und die Lokalhelden Yours Sincerely..

Bei meiner Ankunft am Westwerk war dann schon einmal klar, dass der Abend kürzer würde als gedacht. Saboteur sollten ausfallen, dafür war der Eintrittspreis um einen Euro günstiger. „Was soll’s“, dachte ich, da mir Saboteur ebenso wie der Hauptact ohnehin kein Begriff war.

Frohen Mutes betrat ich also nun den Ort des Geschehens. Durch die hübschen jungen Damen an der Kasse,

welche auf eine charmante Art und Weise sogar mein Bier (Proviant für die Heimfahrt) kaltstellten, wurde meine Laune auch in keinster Weise verschlechtert, und ich harrte der Band, derentwegen ich mich eigentlich herbegeben hatte: Yours Sincerely.

Die Osnabrücker Indiecore-Combo, zweiter Sieger des „Rock in der Region“-Wettbewerbes im vergangenen Jahr und vielfach als DER Osnabrücker Newcomer gehandelt, gaben sich auch alsbald die Ehre und begannen gegen ca. 21.30 ihre Show – zu der es im Grunde weiter nichts Neues zu sagen gibt.

Mit ihrer Mischung aus melodiösen Gesangs- und wuchtigen Instrumentalparts zogen die vier wieder einmal alle Register. Und wieder einmal fiel ihre präzise Technik auf, welche sich mit der energiegeladenen Bühnenpräsenz gut vertrug. Und wenn die Gruppe auch nicht die Güte manch anderer ihrer Gigs erreichte, wurde doch wieder einmal das Potential deutlich, welches in ihnen steckt. Gerüchten zufolge wird dieses in nächster Zeit auf Silberscheiben festgehalten in Form eines umfangreichen Demotapes käuflich zu erwerben sein – ein unbedingtes Muss!

Negativ fiel mir dagegen während des Sets auf, wie sich ein Klischee bestätigte: „Die Emos“, welche das Publikum bildeten waren offensichtlich ängstlich darum bemüht, ihre gute Laune zu verbergen. Unwillkürlich fiel mir ein Button ein, den ich jüngstens zu Gesicht bekommen hatte: „Emo makes me cry“.

Ironischerweise sollte sich das mit der nächsten Band bestätigen. In froher Erwartungshaltung angesichts der lobenden Worte, welche ich im Vorfeld gehört hatte, erwartete ich also den Auftritt der „melancholy lo-fi-electropunk“-Musiker, wie sie sich selbst einschätzen. Wobei sowohl das „melancholy“ als auch das „electro“ mir auf Grund meiner musikalischen Sozialisation negativ aufstießen.

Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten. Und wenn die vier Kölner von Sister Love mit Sängerin Tanja an der Spitze auch meinen Musikgeschmack nicht trafen, bleibt die Qualität der Band unbestritten.

Mit Gitarre, Bass, Schlagzeug und vielfältigen elektronischen Hintergrundklängen erzeugte die Band vor mittlerweile über 70 Zuschauern einen Sound, welcher ein wenig an „The Cure“ angelehnt scheint, gelegentlich Hardcore-Einflüsse deutlich werden ließ und insgesamt wie „The Cranberries“ in „traurig“ klang. Und obwohl mir das melancholische Element in dieser Musik meine Konzertlaune doch ein wenig vermieste überzeugte namentlich Sängerin Tanja. Dies vor allem durch eine eindrucksvoll vielseitige Stimme, welche mich unwillkürlich an Gwen Stefani während ihrer „No Doubt“-Zeit erinnerte.

Alles in allem kann ich für mich persönlich sagen, dass ich diese Musik lieber in Ruhe auf CD anhören würde als diese Band live zu erleben. Wobei auch hier wieder gilt, dass ja letztendlich alles Geschmackssache ist. Und so war ich nach Ende des 13 Stücke umfassenden Sets doch ganz zufrieden über den Abend, ließ mir von den netten Empfangsdamen mein kühlgestelltes Bier holen und besserte meine Laune wieder auf.

Setlist Yours Sincerely:

01 dAnger

02 Fodproof stupidity

03 Just take it away

04 Mom I know things…

05 Letters to Marcilein

06 F.E.E.T. What?

07 Kilian

08 Lunaticum Shot

09 I’m ready – surprise

10 Kickback

Setlist Sister Love:

01 The world is saved

02 Let it

03 Hobbit

04 Rockshow

05 Killer

06 Mother

07 Chop it

08 80ger Wummel

09 Slip

10 Man

11 Smack smack

12 Dr. Doctor

13 At your door

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Location: xxxxx
Datum: xxxxx
Autor: xxxxxxxx


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