Die Wahl dieses Labels war aber wohl nicht in allen Punkten unbedingt die richtige. Denn immerhin bei einem gewichtigen, hat die Band damit einen herben Rückschritt gemacht. Die Rede ist von der Produktion des Albums. Waren die letzten Veröffentlichungen durchaus solide produziert, ist „grauenhaft“ dieses mal das einzige, passende Attribut. Mittlerweile bekommt jeder durchschnittlich ausgestattete Hobby-Musiker in seinem Keller genauso gute Aufnahmen hin. Knackpunkt ist in diesem Fall vor allem der Mix. Das Schlagzeug steht viel zu weit im Vordergrund und hindert den Hörer immer wieder daran, die durchaus gelungenen Melodien und Rythmen wahrzunehmen.

Womit wir auch schon bei der musikalischen Leistung auf dem Album angekommen wären. Allen Musikern merkt man an, dass sie sich nicht erst seit gestern mit der Materie befassen. Gerade was die beiden Gitarristen Rudy Albert und Paul Duthill abliefern, nötigt einem schon Respekt ab. Allerdings ist das Ganze nicht gerade innovativ. Zandelle sind eindeutig vom europäischem Power Metal der Marke Primal Fear und früher Blind Guardian inspiriert. Immer wieder auch mit einem Schuß Amerikanismus. Vor allem in der Geschwindigkeit und im Gesangsstil blitzen immer wieder Iced Earth durch. Leider war es das auch schon. Allzu sehr lehnt sich das Quintett an seine Vorbilder an, was auf Kosten der Eigenständigkeit geht.

Dummerweise rutschen sie zudem auch immer wieder in den unsäglichen klebrigen Pathos des italienischen Melodic Metal ab, wie ihn Rhapsody oder Luca Turilli zelebrieren. Das wird schnell nervig und kann zusammen mit dem ein oder anderen überspannten Solo durchaus die Langeweile während des Hörgenusses fördern. Zumal wenn man dann auch noch pseudo-epische Longtracks von über zwanzig Minuten auf den Silberling presst.

Und so steht am Ende ein solides Power Metal Album, das mit allem aufwartet, was dieses Genre zu bieten hat. Wegen der misslungenen Produktion, der mangelnden Eigenständigkeit und der hin und wieder aufkommenden Langeweile ist „Flames Of Rage“ allerdings nur bedingt empfehlenswert. Absolute Power Metal Freaks könnten hier vielleicht einmal ein Ohr riskieren. Allen anderen sei ein anderes Album von Zandelle oder die kommende Tour ans Herz gelegt.