Wie so viele Feiertage sind die Ostertage bei vielen gemeinhin eher gemütlich, sprich: langweilig. Ein Umstand, dem im Osnabrücker DKdance an diesem Ostersonntag Rechnung getragen werden sollte: Zeit für Lärm hieß das immerhin zweite Osnabrücker Industrialfestival.


Die recht junge Bühne war zuerst die Kulisse für das Duo von Angsttrieb. Malte und Adam, zwei junge Wuppertaler, die sich 2006 zu Angsttrieb zusammengeschlossen haben, präsentierten einen sehr experimentellen Sound, der streckenweise psychedelisch angehaucht war und in der Hauptsache eher filigran wirkte, was ihn von dem typischen „Maschinensound“ von Gruppen wie Xotox unterscheidet und ihn eher in Richtung Dark Ambient rückt. Nach eigener Aussage ist das Projekt Angsttrieb der Versuch, Postrock und elektronische Musik zusammenzuführen.

Den Auftakt dieses Versuches bildete an diesem Abend ein rotes Telefon, genauer gesagt eines von jenen vormodernen Exemplaren, die noch mit einer Wählscheibe ausgestattet sind. Dessen Wählzeichen bildete über weite Strecken das Grundgerüst des ersten Stückes von Angsttrieb, das um verzerrtes Gekreische von Adam ergänzt wurde. Neben diversen elektronischen Spielereien, die sie im weiteren Verlauf mit Geräten und Macbook produzierten, bedienten sich die beiden etwa eines Beckens, das mittels eines über die Kante gezogenen Drahtes Kratzgeräusche von sich gab.

Insgesamt nahm das Publikum die Bemühungen der Wuppertaler wohlwollend bis begeistert auf und zollte mit langanhaltendem Applaus Respekt.

Die anschließenden Triebwerk produzierten tanzbare Musik, ein Aspekt, der bei Angsttrieb deutlich zu kurz gekommen war.Blacksco und Onkel-Morbus aus Willis in NRW begeisterten mit stampfendem Industrial, der ein deutliches Kontrastprogramm zu dem vorherigen filigranen Sound bildete. Zur optischen Untermalung der Samples wurden im Hintergrund diverse Bilder und Filmchen auf eine Leinwand projiziert, so etwa uralte Nintendo- oder C64 – Spiele sowie Bilder und Videos, die sich auf die Entführung von Hans Martin Schleyer 1977 bezogen.

Atmosphärisch ruhig wurde es bei InsanCity, einem Hamburger Solokünstler, der mit Inbrunst an seinen Instrumenten arbeitete und sphärische Ambient / Electronica-Klänge hervorrief. Dekoriert mit einem Stoffhasen, der auf seinem Tisch platziert war, tat er sein Bestes, um das Publikum zu begeistern. Das zeigte sich bei diesem Act jedoch deutlich reservierter als bei den vorherigen und tat dadurch kund, dass die im Vergleich zu den vorherigen Bands doch recht langsame Musik wohl nicht jedermanns Geschmack entsprach.

Bei den folgenden Synapscape wurde es wieder deutlich lebhafter. Als Vertreter des Regensburger Industrial-Labels Ant-Zen starteten die zwei Bielefelder Tim Kniep und Philipp Münch mit einem ziemlich eigenständigen, stählernen Synthetik-Sound zwischen Industrial und Electro, der aufhorchen ließ. Dass der Konzertsaal im DKdance inzwischen gut gefüllt war mit Publikum, scheint ein Zeichen dafür, dass viele der Gäste gerade auf diese Gruppe warteten. Während die stumpfe Brachialität von vielen zum Tanzen genutzt wurde, genossen andere die Musik auf ruhigere Weise. Mit vielen Stücken auch des neuen Albums “Again“ schafften es Synascape, das Publikum zu begeistern und einen würdigen Übergang in die nachfolgende Party zu schaffen.

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