Wertung: 8 von 10

Eine Winterlandschaft bedeckt mit Schnee. Die Wolken sind grau in grau und am Horizont erkennt man nicht, wann der Himmel aufhört und die Erde beginnt. Dieses meteorologische Lichtphänomen namens Whiteout kann zur Folge haben, dass sich Menschen, die mittendrin stecken, in der weißen Lichtsuppe desorientiert, eingeengt und einfach nur leer fühlen. Wie die Faust auf’s Auge passt dieser Begriff zum aktuellen Album der Berliner von Zeraphine.


Das Coverbild zu “Whiteout” mit Sänger Sven als Hauptmotiv fällt gerade dadurch auf, dass die Fassade aufspringt und abbröckelt. Die Bedeutung ist unmissverständlich. Auf “Whiteout” wird tief reingeschaut, die Maske wird abgenommen und wir Hörer erleben einen Einblick in das Innenleben der Musiker von Zeraphine. Dementsprechend melancholisch, düster, mal ergreifend, dann wieder nüchtern kalt, geht es bei den zwölf Songs zu.

Nach dem Intro “Erwachen” macht “Whiteout” mit “Lieber Allein” einen starken Anfang. Der Song ist wie ein Statement, begleitet von starken Gitarrenriffs. Dass es nicht in dieser Manier weitergeht, wird schon bei “I Will Be There” klar. Nicht nur, dass jetzt auf einmal ins Englische gewechselt wird, hier kommt eine sentimentale Seite zum Vorschein, die sich von nun an immer wieder blicken lässt und schöne, nachdenkliche Songs hervorgebracht hat. So ist der erste Höhepunkt der Scheibe “Tomorrows Morning”, welches mit seinen Pianoklängen fast schon an HIM erinnert. Ein ganz großer Song, der getragen wird, von wunderbar eingesungenen Vocalparts mit schönen Gesangslinien, die perfekt von den restlichen Instrumenten begleitet werden. Nicht weniger gut geht es mit “Louisa” weiter. Was zunächst nach Alternative-Rock ala Placebo klingt, entpuppt sich gerade in den Strophen, als schöne Mitsing-Halbballade.

Fazit: “Whiteout” gehört unter den momentanen Gothic-Werken ohne Zweifel nach ganz oben. Wer auf Bands wie The Cure, Entwine, HIM, oder Placebo steht, wird sich ohne Zweifel schnell mit Zeraphine anfreunden können. Mit der charismatischen Frontstimme, den gitarrenbetonten Melodien und den fantasievollen Gothic-Schnörkel wurde, ohne in Kitsch und Klischee abzudriften, ein Hörgenuss geschaffen, der nicht nur einmal in meinem CD-Player rotieren wird!

Tracklist:

  • 01. Erwachen
  • 02. Lieber allein
  • 03. I Will Be There
  • 04. Out Of Sight
  • 05. Tomorrows Morning
  • 06. Louisa
  • 07. Rain Falls
  • 08. Waiting For The Day To End
  • 09. Du fragst nicht mehr
  • 10. The Stream
  • 11. Remaining Desires
  • 12. Whiteout
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