Ja, fachgerecht aufbereitete Recyclingdünger aus ressourcenorientierten Sanitärsystemen können eine vergleichbare Düngewirkung wie konventionelle mineralische Düngemittel erreichen. Eine internationale Studie findet über die ausgewerteten Versuche hinweg keinen systematischen Ertragsnachteil. Entscheidend bleiben jedoch das konkrete Produkt, seine Nährstoffverfügbarkeit, die Behandlung und der Einsatzort. Die Ergebnisse bedeuten weder eine pauschale Unbedenklichkeit noch eine automatische Zulassung sämtlicher Recyclingdünger.
Kann Recyclingdünger aus Sanitärsystemen mit Mineraldünger mithalten?
Nährstoffe verlassen landwirtschaftliche Betriebe mit der Ernte und gelangen über Lebensmittel zu uns Menschen. Nach dem Essen geht ein Teil davon über unsere Ausscheidungen weiter ins Abwassersystem. Ressourcenorientierte Sanitärsysteme setzen genau hier an: Sie sollen diese Stoffe gezielt erfassen und nach geeigneter Behandlung wieder für die Landwirtschaft nutzbar machen.
Eine Untersuchung in der Fachzeitschrift Frontiers in Environmental Science bündelt internationale Erkenntnisse zu solchen Düngemitteln. Sie zeigt, dass ihre Herkunft allein wenig über ihre landwirtschaftliche Qualität aussagt. Für dich als Leser ist deshalb vor allem eine Unterscheidung wichtig: Geprüfte Recyclingprodukte sind etwas anderes als unbehandelte menschliche Ausscheidungen.
| Bereich | Zentrale Erkenntnis | Bedeutung für die Praxis |
|---|---|---|
| Düngewirkung | Insgesamt kein systematischer Ertragsnachteil gegenüber mineralischer Düngung | Geeignete Produkte können bestehende Düngestrategien ergänzen oder teilweise ersetzen. |
| Nährstoffgehalt | Ausgangsmaterial und Behandlung bestimmen Zusammensetzung und Konzentration. | Die Auswahl muss sich nach Pflanzenbedarf und Produkteigenschaften richten. |
| Hygiene | Die Sicherheit hängt wesentlich von der Aufbereitung ab. | Kontrollierte Verfahren und nachvollziehbare Prüfungen sind erforderlich. |
| Schwermetalle | Die untersuchten Konzentrationen waren überwiegend niedrig. | Einzelne Produkte und ihre langfristige Anwendung müssen trotzdem bewertet werden. |
| Organische Schadstoffe | Für Arzneimittelrückstände und PFAS bestehen erhebliche Wissenslücken. | Aus guter Düngewirkung lässt sich keine umfassende Schadstofffreiheit ableiten. |
| Rechtliche Nutzung | Die Forschung sieht Entwicklungsbedarf bei geeigneten Verwertungswegen. | Wissenschaftliche Eignung ersetzt keine Prüfung der rechtlichen Voraussetzungen. |
Was wurde über Recyclingdünger aus Sanitärsystemen untersucht?
Das Forschungsteam um Corinna Schröder untersuchte Düngemittel aus getrennt erfassten menschlichen Ausscheidungen. Beteiligt waren unter anderem das Institut für sozial-ökologische Forschung, das Netzwerk für nachhaltige Sanitärsysteme, das Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau, Agroscope und die Universität Girona.
Die Untersuchung verbindet zwei Perspektiven. Erstens beschreibt sie Eigenschaften der hergestellten Produkte, beispielsweise Nährstoffgehalte und hygienische Parameter. Zweitens wertet sie aus, wie sich diese Dünger auf Pflanzen beziehungsweise Erträge auswirken. Damit betrachtet sie sowohl die Zusammensetzung als auch die tatsächliche landwirtschaftliche Leistung.
Faktenbox: Meldung, Bedeutung und Einordnung
- Was ist passiert? Ein Forschungsteam hat internationale Daten zu Recyclingdüngern aus ressourcenorientierten Sanitärsystemen zusammengeführt.
- Warum ist das relevant? Die Ergebnisse unterstützen die gezielte Rückführung bereits genutzter Pflanzennährstoffe in die Landwirtschaft.
- Für wen ist das wichtig? Für Landwirtschaft, Kommunen, Sanitärplanung, Düngemittelhersteller und politische Entscheidungsträger.
- Was bleibt entscheidend? Produktqualität, passende Anwendung, hygienische Sicherheit und rechtliche Nutzbarkeit.
Wie umfangreich ist die Datengrundlage?
Nach Angaben der begleitenden Mitteilung wurden mehr als 450 Datensätze aus über 200 Quellen und 32 Ländern zusammengeführt. Für 13 Recyclingdüngertypen reichten die Daten aus, um ihre Eigenschaften genauer zu beschreiben. Die quantitative Auswertung der Düngewirkung umfasste 134 Datensätze aus 68 Quellen mit 31 Kulturpflanzen.
Diese Zahlen beziehen sich auf unterschiedliche Teile der Untersuchung. Die Daten zur Produktbeschreibung sind also nicht mit der kleineren Auswahl für die Ertragsanalyse gleichzusetzen. Zudem stammen die Ergebnisse aus verschiedenen Versuchssystemen. Das schafft einen breiten Überblick, verlangt aber eine sorgfältige Interpretation.
Wie funktionieren ressourcenorientierte Sanitärsysteme?
Ressourcenorientierte Sanitärsysteme, kurz ROS, betrachten Ausscheidungen als mögliche Quelle nutzbarer Stoffe. Sie erfassen Urin, Fäzes oder entsprechende Stoffgemische möglichst gezielt. Je nach System geschieht das getrennt voneinander und mit wenig zusätzlichem Wasser.
Das unterscheidet sie von der üblichen gemeinsamen Ableitung verschiedener Abwässer. Werden nährstoffreiche Stoffströme früh getrennt, lassen sie sich gezielter behandeln. Daraus entsteht allerdings noch kein fertiger Dünger. Erst die anschließende Verarbeitung entscheidet darüber, welches Produkt hergestellt wird und welche Anforderungen es erfüllen kann.
Wie gelangen die Nährstoffe zurück auf das Feld?
- Erfassung: Ein geeignetes Sanitärsystem sammelt die vorgesehenen Stoffströme.
- Aufbereitung: Technische oder biologische Verfahren verändern und behandeln das Material.
- Produktprüfung: Nährstoffgehalte, hygienische Eigenschaften und relevante Belastungen werden untersucht.
- Einsatzplanung: Das geeignete Produkt wird auf Boden, Kultur und Nährstoffbedarf abgestimmt.
Welche Verfahren sinnvoll sind, hängt vom Ausgangsmaterial und vom angestrebten Dünger ab. Nicht jedes Verfahren entfernt dieselben unerwünschten Stoffe. Eine erfolgreiche Hygienisierung beantwortet beispielsweise noch nicht sämtliche Fragen zu chemischen Rückständen.
Warum sind die zurückgewonnenen Pflanzennährstoffe wertvoll?
Pflanzen benötigen unter anderem Stickstoff, Phosphor und Kalium. Fehlen diese Nährstoffe, können Wachstum und Ertrag begrenzt werden. Landwirtschaftliche Betriebe müssen deshalb berücksichtigen, was mit der Ernte abgeführt wird und welche Mengen der Boden bereitstellen kann.
Bei der Versorgung bestehen unterschiedliche Herausforderungen. Phosphor und Kalium werden unter anderem aus geologischen Lagerstätten gewonnen. Die industrielle Herstellung mineralischer Stickstoffdünger benötigt Energie. Stickstoff selbst ist zwar reichlich in der Atmosphäre vorhanden, liegt dort aber nicht in einer Form vor, die die meisten Kulturpflanzen unmittelbar nutzen können.
Recyclingdünger können dazu beitragen, bereits vorhandene Nährstoffe erneut einzusetzen. Damit ergänzen sie Maßnahmen wie bedarfsgerechte Düngung, eine gute Bodenbewirtschaftung und die Verringerung von Nährstoffverlusten. Allein durch Recycling verschwinden diese Aufgaben jedoch nicht.
Ist jeder zurückgewonnene Nährstoff sofort verfügbar?
Nein. Der Gesamtgehalt auf einer Analyse beschreibt zunächst, wie viel eines Nährstoffs vorhanden ist. Für die Pflanze zählt zusätzlich, in welcher chemischen Form er vorliegt und wann er verfügbar wird. Organisch gebundene Nährstoffe müssen häufig erst durch biologische Prozesse freigesetzt werden.
Deshalb können zwei Produkte mit ähnlichen Gesamtgehalten unterschiedlich wirken. Auch Bodenfeuchtigkeit, Temperatur und Ausbringungszeitpunkt beeinflussen, ob die Versorgung zum Pflanzenbedarf passt.
Was bedeutet die vergleichbare Düngewirkung tatsächlich?
Die zentrale Aussage lautet: Über die untersuchten Recyclingdünger hinweg zeigte sich kein systematischer Ertragsnachteil gegenüber mineralischer Düngung. Gegenüber ungedüngten Vergleichsvarianten waren die Erträge in der Regel höher. Das spricht dafür, geeignete Produkte als ernsthafte Bestandteile landwirtschaftlicher Nährstoffversorgung zu betrachten.
Eine solche Gesamtaussage bedeutet aber nicht, dass jedes Produkt unter allen Bedingungen gleich abschneidet. Eine Meta-Analyse führt Ergebnisse verschiedener Untersuchungen statistisch zusammen. Unterschiede zwischen einzelnen Produkten, Standorten oder Kulturen bleiben dabei für die praktische Anwendung relevant.
Wieso können einzelne Versuche trotzdem schlechter ausfallen?
Ein Dünger kann Nährstoffe zu langsam bereitstellen, ein ungünstiges Verhältnis einzelner Elemente aufweisen oder unter bestimmten Bedingungen schlecht zum Bedarf der Kultur passen. Solche Schwierigkeiten betreffen grundsätzlich auch etablierte organische und mineralische Düngemittel.
Ein vereinfachtes Praxisbeispiel: Eine Kultur benötigt zu Beginn ihrer Wachstumsphase viel verfügbaren Stickstoff. Gibt ein organisches Recyclingprodukt diesen erst später frei, kann die frühe Versorgung unzureichend sein. Daraus folgt zunächst ein Anpassungsbedarf bei Produktwahl oder Düngestrategie.
Faktenbox: Was die Ergebnisse nicht beweisen
- Sie garantieren keine identischen Erträge auf jedem Standort.
- Sie belegen keine vollständige Freiheit von Krankheitserregern oder Schadstoffen.
- Sie ersetzen keine langfristige Untersuchung wiederholter Anwendungen.
- Sie sind keine Anleitung zur Düngung mit unbehandelten Ausscheidungen.
Welche Unterschiede gibt es zwischen den Recyclingdüngern?
Der Begriff Recyclingdünger beschreibt die Herkunft der enthaltenen Nährstoffe, aber keine einheitliche Rezeptur. Je nach Verfahren entstehen flüssige, feste, stärker mineralisch geprägte oder organische Produkte. Für ihre Bewertung sind deshalb dieselben Grundfragen wichtig wie bei anderen Düngemitteln: Welche Nährstoffe liefern sie, wie schnell wirken sie und welche Begleitstoffe bringen sie mit?
Welche Rolle spielen Ausgangsmaterial und Verarbeitung?
Ausgangsstoff und Behandlung beeinflussen unter anderem Nährstoffkonzentration, Wassergehalt, organische Substanz, Säuregrad und Salzgehalt. Diese Eigenschaften entscheiden mit darüber, wie ein Produkt gelagert, transportiert und ausgebracht werden kann.
Für einen Betrieb kann ein konzentrierter Dünger logistische Vorteile haben. Ein wasserreiches Produkt kann dagegen kurze Transportwege und geeignete Lagertechnik erfordern. Ein organisches Produkt erfüllt möglicherweise andere Aufgaben als ein schnell verfügbarer Nährstoffdünger. Ein sinnvoller Vergleich berücksichtigt daher die gesamte Anwendung.
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Wie sicher sind Recyclingdünger aus menschlichen Ausscheidungen?
Die Sicherheit lässt sich nicht allein aus der Herkunft oder aus einem guten Ertrag ableiten. Entscheidend sind die Eigenschaften des konkreten Produkts. Dazu gehören hygienische Anforderungen ebenso wie die Bewertung chemischer Belastungen. Beides muss getrennt betrachtet werden.
Was ist über Schwermetalle bekannt?
Die untersuchten Schwermetallkonzentrationen waren insgesamt überwiegend niedrig und mit etablierten Düngemitteln vergleichbar. Daraus lässt sich jedoch keine ausnahmslose Aussage für alle denkbaren Produkte ableiten. Unterschiedliche Ausgangsmaterialien und Verfahren können unterschiedliche Belastungsprofile ergeben.
Für die langfristige Bewertung ist außerdem relevant, welche Mengen durch wiederholte Düngung in Böden gelangen. Ein einzelner Messwert und eine langjährige Anwendung beantworten unterschiedliche Fragen. Qualitätssicherung muss deshalb sowohl das Produkt als auch seine vorgesehene Nutzung berücksichtigen.
Welche Bedeutung haben Krankheitserreger?
Die hygienische Qualität hängt wesentlich davon ab, wie das Material behandelt wird. Bei biologischen oder thermischen Verfahren sind geeignete und kontrollierte Prozessbedingungen erforderlich. Dass ein Material gelagert oder kompostiert wurde, belegt für sich genommen noch keine ausreichende hygienische Sicherheit.
Eine belastbare Bewertung braucht nachvollziehbare Verfahren, geeignete Untersuchungen und eine sichere Handhabung. Das betrifft nicht nur die Herstellung, sondern auch Lagerung und Anwendung. Für private Experimente mit unbehandelten Ausscheidungen bietet die Studie deshalb keine Grundlage.
Sind Arzneimittelrückstände und PFAS ausreichend untersucht?
Hier bestehen wichtige Grenzen der vorliegenden Erkenntnisse. Die Untersuchung liefert keine umfassende Bewertung sämtlicher organischer Schadstoffe über alle Produktgruppen hinweg. Besonders Arzneimittelrückstände und PFAS lassen sich anhand der vorhandenen Daten nicht pauschal beurteilen.
PFAS bezeichnet eine große Gruppe fluorierter Chemikalien, von denen viele sehr langlebig sind. Bei Arzneimittelrückständen unterscheiden sich mögliche Risiken je nach Substanz, Konzentration und Aufnahmeweg. Gesundheitliche Schlussfolgerungen für Menschen benötigen entsprechend spezifische Untersuchungen. Ein Pflanzenversuch allein beantwortet diese Fragen nicht.
Welche Umweltvorteile sind möglich und wo liegen Grenzen?
Der wichtigste mögliche Vorteil besteht darin, Nährstoffe erneut zu nutzen, die bereits Teil unseres Ernährungssystems waren. Gelingt das zuverlässig, kann ein Teil des Bedarfs an anderen Düngemitteln ersetzt werden. Gleichzeitig entstehen engere Verbindungen zwischen Sanitärversorgung und Landwirtschaft.
Wie groß die tatsächlichen Umweltvorteile ausfallen, hängt jedoch vom gesamten Verfahren ab. Erfassung, Behandlung, Energiebedarf, Transport und Ausbringung müssen zusammen betrachtet werden. Eine vergleichbare Düngewirkung ist dafür eine wichtige Voraussetzung, aber noch keine vollständige Umweltbilanz.
Kann auch Recyclingdünger Gewässer belasten?
Ja. Nährstoffe können unabhängig von ihrer Herkunft verloren gehen, wenn Menge und Zeitpunkt nicht zum Pflanzenbedarf passen. Auch ein zurückgewonnener Dünger muss bedarfsgerecht eingesetzt werden. Kreislaufwirtschaft ersetzt keine gute Düngepraxis.
Für die Bewertung eines Projekts sind daher mehrere Fragen sinnvoll:
- Welche anderen Düngemittel werden tatsächlich ersetzt?
- Wie hoch ist der Aufwand für Aufbereitung und Transport?
- Wie zuverlässig werden unerwünschte Bestandteile kontrolliert?
- Wie lassen sich Nährstoffverluste bei Lagerung und Anwendung begrenzen?
- Passt das Produkt zum Bedarf der regionalen Landwirtschaft?
Welche rechtlichen Fragen müssen vor der Nutzung geklärt werden?
Die Studienverantwortlichen sehen Handlungsbedarf bei der Einbindung ressourcenorientierter Sanitärsysteme in bestehende regulatorische Strukturen. Ihr Anliegen ist eine Bewertung, die die tatsächliche Qualität und Sicherheit der hergestellten Produkte angemessen berücksichtigt.
Für die Praxis folgt daraus zunächst eine klare Trennung: Wissenschaftlich nachgewiesene Düngewirkung und rechtliche Verkehrsfähigkeit sind unterschiedliche Dinge. Die Veröffentlichung einer Studie erlaubt weder automatisch den Verkauf noch jede landwirtschaftliche Anwendung eines darin beschriebenen Produkts.
Warum reicht die Bezeichnung Recyclingdünger nicht aus?
Die Bezeichnung beantwortet nicht, aus welchem Material ein Produkt hergestellt wurde, welche Behandlung es durchlaufen hat und welche rechtlichen Anforderungen im konkreten Fall gelten. Auch Versuchsanwendungen lassen sich nicht ohne Weiteres mit einer regulären Vermarktung gleichsetzen.
Wer ein entsprechendes Vorhaben plant, sollte den vorgesehenen Herstellungsweg und Einsatzzweck früh mit den zuständigen Stellen klären. Eine pauschale Aussage, sämtliche ROS-Produkte seien erlaubt oder verboten, würde die unterschiedlichen Materialien und Nutzungswege nicht angemessen abbilden.
Wie könnte die Einführung in der Praxis gelingen?
Die folgenden Beispiele sind vereinfachte Anwendungsszenarien. Sie beschreiben mögliche Planungsschritte und keine in der Studie dokumentierten Einzelprojekte.
Was müsste ein landwirtschaftlicher Betrieb prüfen?
Ein Betrieb würde zunächst den Bedarf seiner Kulturen und den Versorgungszustand seiner Böden ermitteln. Anschließend wären geeignete Produkte anhand ihrer Analysen, Verfügbarkeit und rechtlichen Nutzbarkeit auszuwählen. Dazu kommen Kosten für Transport, Lagerung und Ausbringung.
Für einen aussagekräftigen Vergleich reicht der Preis pro Tonne nicht aus. Entscheidend ist unter anderem, wie viel nutzbarer Nährstoff geliefert wird und welche zusätzlichen Aufwendungen entstehen. Begleitete Versuche können helfen, die Wirkung unter den eigenen Standortbedingungen einzuordnen.
Was sollten Kommunen bei neuen Sanitärkonzepten beachten?
Eine Kommune müsste die spätere Nutzung von Anfang an mitplanen. Ein Sammelsystem allein schließt noch keinen Nährstoffkreislauf. Es braucht auch geeignete Behandlungskapazitäten, Verantwortlichkeiten und verlässliche Abnehmer für die entstehenden Produkte.
Frühe Zusammenarbeit zwischen Sanitärplanung, Landwirtschaft, Forschung und zuständigen Behörden kann verhindern, dass technisch funktionierende Anlagen ohne praktikablen Verwertungsweg entstehen.
Welche Fragen zu Recyclingdüngern werden häufig gestellt?
Ist Recyclingdünger dasselbe wie Klärschlamm?
Nein. Die hier untersuchten Produkte stammen aus ressourcenorientierten Sanitärsystemen mit gezielt erfassten Ausscheidungen. Klärschlamm entsteht bei der Abwasserbehandlung. Ausgangsmaterialien, Behandlung und mögliche Belastungen müssen jeweils gesondert betrachtet werden.
Kann Recyclingdünger Mineraldünger vollständig ersetzen?
Für geeignete Anwendungen ist ein Ersatz grundsätzlich denkbar. Die Studie belegt jedoch keine vollständige Austauschbarkeit aller Produkte unter sämtlichen Bedingungen. Ob ein Ersatz möglich ist, hängt unter anderem von Nährstoffzusammensetzung, Kultur und Standort ab.
Eignen sich die Ergebnisse als Anleitung für den Garten?
Nein. Die Untersuchung bewertet aufbereitete Produkte und Versuchsergebnisse. Daraus lässt sich keine allgemeine Empfehlung ableiten, menschliche Ausscheidungen unbehandelt im Garten einzusetzen.
Warum ist weitere Forschung notwendig?
Offen bleiben insbesondere Fragen zu organischen Schadstoffen, langfristigen Auswirkungen und weniger gut untersuchten Produktgruppen. Außerdem sind vergleichbare Prüfmethoden und verlässliche Qualitätsanforderungen wichtig, damit Ergebnisse besser auf konkrete Anwendungen übertragen werden können.
Was lässt sich aus der Studie zusammenfassend ableiten?
Recyclingdünger aus ressourcenorientierten Sanitärsystemen können landwirtschaftlich leistungsfähig sein. Die zusammengeführten Ergebnisse zeigen insgesamt keinen systematischen Ertragsnachteil gegenüber mineralischer Düngung. Damit stärken sie die fachliche Grundlage für eine gezielte Rückführung menschlicher Nährstoffausscheidungen.
Für einen verantwortungsvollen Einsatz zählen jedoch mehr als Erträge. Erforderlich sind geeignete Aufbereitung, nachvollziehbare Produktanalysen, hygienische Sicherheit und passende rechtliche Voraussetzungen. Besonders bei Arzneimittelrückständen, PFAS und langfristigen Wirkungen bleiben Fragen offen. Die erfolgversprechende Perspektive liegt deshalb in geprüften Produkten und gut geplanten regionalen Nährstoffkreisläufen.
Wo findest du die Originalpublikation und weitere Informationen?
Originalpublikation: Schröder, C., Häfner, F., Krause, A., Hallama, M. & Winker, M. (2026): Recycling fertilizers from resource-oriented sanitation systems: product-level characterization and meta-analysis of agronomic performance. Frontiers in Environmental Science, 14:1843173.
Weitere Informationen:
Quelle / Infos / Pressemitteilung: https://idw-online.de/de/news879016 und https://doi.org/10.3389/fenvs.2026.1843173
Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Bild-, Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber
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