Die Überprüfung der öffentlichen Meinung zur Cannabis-Politik in den USA zeigt einen beeindruckenden Konsens unter den Bürgern: Eine überwältigende Mehrheit fordert umfangreichere Reformen als die aktuell vom Weißen Haus vorgeschlagenen.
Deutlicher Zuspruch zur Cannabis-Reform übersteigt Bidens Vorschläge
Die vorgeschlagene Neuklassifizierung von Cannabis unter Schedule III des Controlled Substances Act (CSA) scheint nicht auszureichen, um den Forderungen der Bevölkerung gerecht zu werden. Zwei unabhängige Analysen der öffentlichen Kommentare legen nahe, dass die Mehrheit eine vollständige Streichung aus dem CSA bevorzugt.
Massive Unterstützung für die Entfernung von Cannabis aus dem CSA
Laut einer Analyse der Branchenanalysefirma Headset, die sich auf die eingereichten Kommentare zur Drogenvollzugsbehörde (DEA) bezieht, stimmten etwa 35 Prozent der Kommentare mit dem Plan der Biden-Administration überein, Cannabis neu zu klassifizieren. Jedoch argumentierten 57 Prozent der Kommentierenden für eine vollständige Entfernung aus dem CSA, was zeigt, dass die Reschulung nicht weit genug geht.
Nur 8 Prozent der Meinungen waren dafür, dass Cannabis in Schedule I verbleibt. Die Analyse der Drug Policy Alliance (DPA) bestätigt dieses Bild: Etwa 69 Prozent der Kommentare befürworteten eine Entkriminalisierung oder vollständige Entfernung von Cannabis auf Bundesebene.
Konsequenzen der Neuklassifizierung für soziale Gerechtigkeit
Die Kommentare reflektieren eine tiefgehende Besorgnis über die sozialen und rassistischen Ungerechtigkeiten, die mit der derzeitigen Einstufung von Cannabis verbunden sind. 42,4 Prozent der eingereichten Meinungen betonten die Notwendigkeit einer Bundesreform von Cannabis zur Förderung der Rassengerechtigkeit und sozialen Gleichheit.
Die Risiken einer unzureichenden Reform
Cat Packer, Direktorin für Drogenmärkte und rechtliche Regelungen bei der DPA, betonte, dass die vorgeschlagene Neuklassifizierung zu Schedule III immer noch bedeutende Schäden für Gemeinschaften mit einer überproportionalen Zahl von Farbigen mit sich bringt. Unter Schedule III könnten weiterhin Verhaftungen und Abschiebungen aufgrund von Cannabisverstößen erfolgen, selbst in Staaten, in denen der Konsum legal ist. Darüber hinaus könnten betroffene Personen ihre Arbeitsstellen, Wohnungen, Lebensmittelmarken oder sogar das Sorgerecht für ihre Kinder verlieren.
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Forderungen an die Biden-Administration
Es wird deutlich, dass die amerikanische Bevölkerung erwartet, dass die Biden-Administration über die einfache Neuklassifizierung hinausgeht. Die Kommentare drängen auf eine umfassende Entkriminalisierung auf Bundesebene und zusätzliche Maßnahmen zur Beseitigung der lebenslangen Konsequenzen, die aus der Kriminalisierung von Cannabis resultieren.
Blick in die Zukunft der Cannabis-Politik
In den kommenden Wochen und Monaten wird die DPA weiterhin darauf drängen, dass Präsident Biden einen ganzheitlichen Regierungsansatz zur Förderung der Gleichheit in der Bundes-Cannabispolitik verfolgt und die Schäden der Kriminalisierung mildert. Dazu gehört die Ausweitung von Begnadigungen und Amnestien sowie der Schutz von staatlichen Cannabisprogrammen.
Abschluss der öffentlichen Kommentierungsperiode
Mit dem Ende der 60-tägigen öffentlichen Kommentierungsperiode, die im Mai begann, könnte bald eine Verwaltungsanhörung folgen, um zusätzliche Eingaben zu erhalten, bevor die Regelung möglicherweise endgültig festgelegt und formell angenommen wird. Währenddessen bringen sich auch andere politische Akteure ein, darunter Sen. Bill Cassidy, der die Biden-Administration kritisiert hat, und verschiedene Republikaner, die ihre Ansichten zu den Cannabispolitikvorschlägen während des republikanischen Nationalkongresses darlegten.
Die Analyse der Kommentare zeigt klar: Die amerikanische Bevölkerung unterstützt eine grundlegende Reform der Cannabisgesetzgebung, die weit über eine einfache Neuklassifizierung hinausgeht. Es bleibt abzuwarten, wie die Regierung auf diese deutlichen Forderungen reagieren wird.
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Autor und Bild: Canna-Chad Gregor Paul Thiele
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