Industriehanf: Özdemir kündigt Gesetzesänderung an

In Berlin, am 15. Mai 2024, hat Cem Özdemir, der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, im Rahmen eines parlamentarischen Abends signifikante Änderungen für den Industriehanfsektor angekündigt.

Özdemir leitet umfangreiche Änderungen im Industriehanf-Gesetz ein

Industriehanf: Özdemir kündigt Gesetzesänderung an
Industriehanf: Özdemir kündigt Gesetzesänderung an

Diese Ankündigungen umfassen unter anderem die Abschaffung der kontrovers diskutierten „Rauschklausel“. Diese Klausel führte in der Vergangenheit auch bei minimalen THC-Werten im Industriehanf zu rechtlichen Problemen, Razzien und sogar Betriebsschließungen. Mit der Streichung dieser Regelung sollen nun bürokratische Hürden abgebaut und die Branche entlastet werden.

Historischer Kontext und heutige Relevanz von Industriehanf

In seiner Rede verwies Özdemir auf die lange Geschichte des Hanfs, der bereits in der Zeit von Christoph Kolumbus für Seile verwendet wurde und von dem auch Henry Ford vor über 80 Jahren ein Auto konstruierte. Heute wird Hanf wegen seiner Robustheit und Nachhaltigkeit als Alternative zu Plastik und Stahl gesehen, insbesondere in der Baubranche und Automobilindustrie. Diese Änderungen sollen die Basis für weitere innovative Anwendungen in der Zukunft schaffen.

Wegbereiter für neue Anbaumethoden und Entbürokratisierung

Die Neuerungen beschränken sich nicht nur auf die Abschaffung der „Rauschklausel“, sondern auch auf die Erleichterung des Indoor-Anbaus von Industriehanf, was bisher durch zahlreiche Vorschriften erschwert wurde. Zusätzlich wurden bereits erste Schritte zur Vereinfachung bei Blühmeldungen und der Kennzeichnung von Saatgut eingeleitet.

Die bisherige Scheu, sich mit dem Thema zu befassen, ist – so Özdemir – “fast so, als würde man einen großen Bogen um Bäckereien oder gleich das gesamte Bäckerhandwerk machen, nur weil dort Mohnkuchen angeboten wird.”

Europarechtliche Überlegungen und zukünftige Diskussionen

Die geplanten Gesetzesänderungen werden unter Berücksichtigung europarechtlicher Aspekte vorangetrieben. Es wird erwogen, den THC-Grenzwert für den Anbau und Handel von Industriehanf zu erhöhen und die Regulierung von CBD neu zu ordnen. Diese schrittweisen Anpassungen sollen dazu beitragen, auch die Skeptiker der Branche und diejenigen, die beim Wort Cannabis immer noch “vor Schreck zusammenzucken” zu überzeugen und eine breite Akzeptanz für die Neuerungen zu schaffen.

Stimmen aus der Branche zur Gesetzesreform

Marijn Roersch van der Hoogte, Vize-Präsident des Branchenverbands der Cannabiswirtschaft und Fachbereichsleiter für Industriehanf, betonte die vielfältigen nachhaltigen Potentiale von Industriehanf. Er sieht in den Reformen einen wichtigen Beitrag zur CO₂-Reduktion und zur Nutzung dieser Potentiale in Deutschland.

Marijn Roersch van der Hoogte, BvCW Vize-Präsident und Fachbereichsleiter für Industriehanf kommentiert:
“Ob als Faserverbundstoff in der Automobilindustrie, Dämmstoff und Hanfbeton auf dem Bau oder biologisch abbaubares Plastik – die nachhaltigen Potentiale sind vielfältig und könnten einen wichtigen Beitrag zur CO₂-Reduktion in Deutschland beitragen. Die aktuellen Reformen sind große Schritte, um diese zukünftig besser zu nutzen.”

Jürgen Neumeyer, Geschäftsführer des Branchenverbands, verglich die bisherige Situation mit der Regulierung von alkoholfreiem Bier, das unter Strafe gestellt würde, weil theoretisch Alkohol daraus gewonnen werden könnte. Die Abschaffung der Rauschklausel wird als dringend benötigte Entlastung für die Branche gesehen, die zukünftig ohne die Angst vor rechtlichen Konsequenzen bei der Produktion von Industriehanf agieren kann.

BvCW-Geschäftsführer Jürgen Neumeyer ergänzt:
„Man stelle sich vor, Händler und Produzenten von alkoholfreiem Bier würden Razzien unterzogen und bestraft werden, weil man sich aus dem Restalkohol einen Schnaps destillieren könnte. Ein solch aufwendige Extraktion findet in der Praxis auch beim Industriehanf nicht statt. Diese sinnlose Rauschklausel führte in den letzten Jahren zunehmend zu wirtschaftlichen Schäden und Insolvenzen. Die Abschaffung ist dringend erforderlich und freut uns dementsprechend sehr!
Dies ist ein wichtiger Schritt für eine Neuetablierung der deutschen Industriehanfbranche. Wir sehen einem Entwurf aus dem BMEL mit Freude entgegen und werden auch das parlamentarische Verfahren weiter konstruktiv begleiten.”

Die Zukunft der deutschen Industriehanfbranche

Mit der Ankündigung dieser Gesetzesänderungen ist der Weg für eine Neuetablierung und Stärkung der deutschen Industriehanfbranche geebnet. Der Branchenverband Cannabiswirtschaft e.V. (BvCW), der größte Interessenverband der Cannabisbranche in Deutschland seit seiner Gründung im Jahr 2019, wird das parlamentarische Verfahren weiterhin aktiv begleiten und die Entwicklungen unterstützen.

Informationsressourcen und Netzwerkmöglichkeiten durch den BvCW

Der BvCW bietet umfassende Informationsmaterialien, wie die ELEMENTE-Schriftenreihe, und dient als zentrale Anlaufstelle für Unternehmen, Forschungseinrichtungen und interessierte Personen. Durch sein Netzwerk ermöglicht der Verband einen konstruktiven Austausch und fördert die gemeinsame Weiterentwicklung der Cannabisindustrie in Deutschland.

Ansprechpartner für weitere Informationen bleibt Jürgen Neumeyer, der als Geschäftsführer des BvCW eine zentrale Rolle in der Kommunikation und Umsetzung der branchenbezogenen Ziele spielt. Mit diesen fortlaufenden Bemühungen unterstreicht der Verband seine Rolle als Pionier und Förderer der nachhaltigen Entwicklung in der deutschen Cannabiswirtschaft.

Quelle / Infos: https://cannabiswirtschaft.de/presse/

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Autor und Bild: Canna-Chad Gregor Paul Thiele

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