Nein. Nach aktuellem Wissensstand wird weder Cannabis mit THC noch CBD in der Schwangerschaft empfohlen. Zwar berichten manche Schwangere über weniger Übelkeit, Stress oder Schmerzen, doch die Studienlage zu möglichen Folgen für das ungeborene Kind ist unklar. Fachgesellschaften, Ärzte und Behörden raten deshalb dazu, in der Schwangerschaft und Stillzeit auf Cannabis und CBD zu verzichten.
Sind Cannabis und CBD in der Schwangerschaft gefährlich?
| Produkt | Mögliche Wirkung | Mögliche Risiken in der Schwangerschaft | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Cannabis mit THC | Kann Übelkeit, Stress und Schmerzen reduzieren | Mögliche Auswirkungen auf Gehirnentwicklung, Gedächtnis, Verhalten und Aufmerksamkeit des Kindes | Nicht empfohlen |
| CBD Öl und CBD Produkte | Kann beruhigend wirken und Beschwerden lindern | Zu wenig Forschung, mögliche Risiken für Embryo und Entwicklung nicht ausgeschlossen | Nicht empfohlen |
| Hanflebensmittel wie Hanfsamen | Liefern Eiweiß, Ballaststoffe und Fettsäuren | Bei normalen Lebensmitteln kein bekanntes Risiko | In üblichen Mengen meist unproblematisch |
Immer häufiger tauchen in sozialen Netzwerken Bilder und Videos auf, in denen schwangere Frauen Cannabis konsumieren. Manche halten einen Joint in der Hand, andere berichten offen über CBD Öl gegen Übelkeit oder Angstzustände. Besonders in Ländern mit legalem Cannabis wird der Eindruck vermittelt, als sei der Konsum in der Schwangerschaft harmlos oder sogar sinnvoll.
Genau hier beginnt das Problem. Denn auch wenn Cannabis oder CBD kurzfristig Beschwerden lindern können, ist noch immer nicht eindeutig geklärt, wie sich diese Stoffe auf das ungeborene Kind auswirken. Die Forschung liefert Hinweise auf mögliche Risiken, aber viele Fragen sind noch offen.
Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie internationale Gesundheitsbehörden raten ausdrücklich davon ab, während der Schwangerschaft Cannabis oder CBD zu konsumieren.
Warum konsumieren manche Schwangere Cannabis oder CBD?
Viele Frauen greifen nicht aus Spaß zu Cannabis oder CBD, sondern weil sie Beschwerden lindern möchten. Gerade in den ersten Schwangerschaftswochen treten häufig Symptome auf, die den Alltag stark belasten können.
Zu den häufigsten Gründen gehören:
- Übelkeit und Erbrechen
- Schlafprobleme
- Stress und innere Unruhe
- Angstzustände
- Rückenschmerzen
- Depressive Verstimmungen
- Appetitlosigkeit
Einige Frauen berichten, dass sie sich nach Cannabis oder CBD entspannter fühlen. Besonders THC kann Übelkeit und Appetitlosigkeit reduzieren. CBD wird häufig als beruhigend und angstlösend beschrieben.
Das bedeutet aber nicht automatisch, dass diese Stoffe in der Schwangerschaft sicher sind. Viele Medikamente lindern ebenfalls Beschwerden, dürfen aber während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, weil sie das ungeborene Kind schädigen könnten.
Was ist der Unterschied zwischen Cannabis, Hanf und CBD?
Viele Menschen verwenden die Begriffe Cannabis, Hanf und CBD gleichbedeutend. Tatsächlich gibt es aber wichtige Unterschiede.
| Begriff | Beschreibung | THC-Gehalt |
|---|---|---|
| Cannabis | Pflanzen oder Produkte mit relevantem THC-Gehalt | Hoch |
| Nutzhanf | Industriehanf für Lebensmittel, Fasern oder Kosmetik | Sehr gering |
| CBD | Cannabidiol, ein nicht berauschender Inhaltsstoff aus Hanf | Kein oder sehr wenig THC |
Cannabis und Hanf stammen beide von der Pflanzengattung Cannabis sativa L. ab. Der entscheidende Unterschied liegt im THC-Gehalt.
THC ist der Stoff, der für die berauschende Wirkung verantwortlich ist. CBD hingegen wirkt nicht berauschend. Viele Menschen nutzen CBD Öl oder andere CBD Produkte, um besser zu schlafen, Stress abzubauen oder Schmerzen zu lindern.
Gerade weil CBD nicht berauschend wirkt, halten viele Schwangere es automatisch für harmlos. Doch genau dafür gibt es bislang keinen ausreichenden wissenschaftlichen Beleg.
Auch CBD Produkte können geringe Mengen THC enthalten. Besonders Vollspektrum Produkte oder schlecht kontrollierte Produkte aus dem Internet sind problematisch.
Wie wirkt THC auf das ungeborene Kind?
THC gelangt nach dem Konsum in den Blutkreislauf der Mutter. Von dort aus kann der Stoff die Plazenta passieren und so direkt zum ungeborenen Kind gelangen.
Das Gehirn des Embryos entwickelt sich bereits früh in der Schwangerschaft. Genau in dieser Phase könnte THC empfindliche Prozesse beeinflussen.
Forscher gehen davon aus, dass THC das sogenannte Endocannabinoid System stören kann. Dieses körpereigene System spielt eine wichtige Rolle bei:
- Entwicklung des Gehirns
- Bildung von Nervenzellen
- Steuerung von Schlaf und Appetit
- Verhalten und Emotionen
- Lernfähigkeit und Gedächtnis
Wenn THC diese natürlichen Prozesse beeinflusst, könnte das langfristige Folgen für das Kind haben.
Welche Risiken zeigen Studien zu Cannabis in der Schwangerschaft?
Mehrere Studien und Langzeitbeobachtungen beschäftigen sich mit Cannabis während der Schwangerschaft. Besonders häufig werden folgende mögliche Risiken genannt:
- Niedrigeres Geburtsgewicht
- Frühgeburt
- Verhaltensauffälligkeiten
- Schwierigkeiten mit Aufmerksamkeit und Konzentration
- Beeinträchtigungen von Gedächtnis und Lernen
- Höheres Risiko für spätere psychische Probleme
Eine häufig zitierte Studie aus dem Jahr 2014 im Fachjournal „The EMBO Journal“ kam zu dem Ergebnis, dass THC die Gehirnentwicklung des Embryos beeinflussen könnte. Besonders betroffen waren Prozesse, die für die spätere Vernetzung von Nervenzellen wichtig sind.
Andere Langzeitstudien beobachteten Kinder, die bereits im Mutterleib THC ausgesetzt waren, über viele Jahre. Dabei zeigten sich teilweise Auffälligkeiten bei:
- Aufmerksamkeit
- Lesefähigkeit
- Gedächtnis
- Problemlösung
- Impulskontrolle
Allerdings sind die Ergebnisse nicht immer eindeutig. In manchen Studien ließen sich diese Unterschiede später kaum noch nachweisen. Hinzu kommt, dass oft weitere Faktoren eine Rolle spielen, zum Beispiel:
- Tabakrauchen
- Alkoholkonsum
- Stress
- Ernährung
- Soziale Belastungen
Trotzdem gilt: Weil mögliche Risiken nicht ausgeschlossen werden können, wird vom Konsum abgeraten.
Kann Cannabis gegen Schwangerschaftsübelkeit helfen?
Ja, Cannabis kann Übelkeit und Erbrechen reduzieren. THC wird sogar in bestimmten Medikamenten gegen starke Übelkeit eingesetzt, zum Beispiel bei Chemotherapien.
In der Schwangerschaft ist die Situation aber anders. Zwar berichten manche Frauen, dass Cannabis ihre Morgenübelkeit deutlich verbessert. Dennoch ist das Risiko für das ungeborene Kind höher zu bewerten als der mögliche Nutzen.
Wenn du unter starker Übelkeit leidest, solltest du stattdessen mit deinem Arzt sprechen. Es gibt Medikamente und Behandlungsmöglichkeiten, die in der Schwangerschaft besser untersucht und deutlich sicherer sind.
Welche Alternativen gibt es bei Schwangerschaftsübelkeit?
- Kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt
- Ingwer
- Vitamin B6
- Ausreichend trinken
- Verzicht auf fettige Speisen
- Ärztlich empfohlene Medikamente
Viele Frauen denken zunächst an CBD oder Cannabis gegen Übelkeit. In der Praxis helfen oft bereits kleine Änderungen im Alltag, etwa mehrere kleine Mahlzeiten, trockene Kekse am Morgen oder ausreichend Ruhe.
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Ist CBD in der Schwangerschaft sicherer als Cannabis?
CBD gilt allgemein als deutlich weniger problematisch als THC. Der Stoff macht nicht berauscht und scheint nach aktuellem Kenntnisstand weniger stark in die Entwicklung des Gehirns einzugreifen.
Das bedeutet aber nicht automatisch, dass CBD in der Schwangerschaft sicher ist.
Der wichtigste Punkt: Es gibt bislang nur wenige hochwertige Studien zur Anwendung von CBD in der Schwangerschaft.
Genau deshalb raten Ärzte und Fachgesellschaften auch von CBD ab.
Warum ist die Studienlage zu CBD so schwierig?
CBD Produkte sind sehr unterschiedlich. Manche enthalten nur reines CBD, andere zusätzlich:
- THC
- Terpene
- Andere Cannabinoide
- Lösungsmittel oder Rückstände
- Zusatzstoffe
Dadurch ist es schwierig, klare Aussagen zu treffen. Zudem werden viele CBD Produkte nicht streng kontrolliert. Untersuchungen zeigen immer wieder, dass manche Produkte mehr THC enthalten als auf der Verpackung angegeben.
Gerade in der Schwangerschaft ist das problematisch.
Welche Risiken könnte CBD in der Schwangerschaft haben?
Bislang gibt es Hinweise, aber keine eindeutigen Beweise. Mögliche Risiken könnten sein:
- Beeinflussung der Entwicklung des Embryos
- Veränderung des Hormonhaushalts
- Auswirkungen auf Leber und Stoffwechsel
- Wechselwirkungen mit Medikamenten
Tierversuche deuten darauf hin, dass CBD in hohen Mengen Auswirkungen auf die Entwicklung des Fötus haben könnte. Ob dies auch für Menschen gilt, ist derzeit unklar.
Es gibt derzeit keine offizielle medizinische Empfehlung, CBD Öl während der Schwangerschaft einzunehmen.
Mehr Informationen findest du auch in unseren Beiträgen zu CBD für Sportler, CBD für Kinder, Vollspektrum CBD Öl, CBD bei Übergewicht, CBD bei Osteoporose, CBD bei Reizdarm und CBD zur Rauchentwöhnung.
Welche Rolle spielt das Endocannabinoid System in der Schwangerschaft?
Im menschlichen Körper gibt es ein sogenanntes Endocannabinoid System. Dieses System besteht aus Rezeptoren und körpereigenen Botenstoffen.
Es beeinflusst unter anderem:
- Schlaf
- Appetit
- Schmerzempfinden
- Stimmung
- Entwicklung des Nervensystems
Auch in der Schwangerschaft spielt dieses System eine Rolle. Deshalb wird manchmal argumentiert, dass Cannabinoide wie CBD hilfreich sein könnten.
Einige Forscher vertreten die Ansicht, dass ein Mangel an körpereigenen Cannabinoiden bestimmte Beschwerden verstärken könnte. Allerdings gibt es bisher keinen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass Schwangere deshalb CBD einnehmen sollten.
Viel wichtiger ist: Das Endocannabinoid System des Embryos ist besonders empfindlich. Externe Cannabinoide wie THC oder CBD könnten diese natürliche Entwicklung stören.
Kann CBD Frühgeburten oder Schmerzen verhindern?
Immer wieder wird behauptet, dass CBD Frühgeburten verhindern oder Kontraktionen reduzieren könne. Tatsächlich gibt es einzelne Laborstudien und Tierversuche, die in diese Richtung deuten.
Diese Ergebnisse reichen aber nicht aus, um CBD in der Schwangerschaft zu empfehlen.
Der Grund ist einfach: Erkenntnisse aus Laborversuchen oder Tierversuchen lassen sich nicht automatisch auf schwangere Frauen übertragen.
Auch die oft genannte beruhigende Wirkung von CBD bei Schmerzen, Angst oder Schlafproblemen ist zwar plausibel, aber nicht ausreichend untersucht.
Wenn du unter Beschwerden leidest, solltest du immer zuerst mit deinem Arzt oder deiner Ärztin sprechen.
Wie ist die rechtliche Lage bei Cannabis und CBD in der Schwangerschaft?
In Deutschland dürfen Erwachsene seit 2024 unter bestimmten Bedingungen Cannabis besitzen. Das bedeutet aber nicht, dass Cannabis in der Schwangerschaft als sicher gilt.
Auch legale Produkte können gesundheitliche Risiken haben. Alkohol und Zigaretten sind ebenfalls legal, werden in der Schwangerschaft aber ausdrücklich nicht empfohlen.
CBD Produkte sind in Deutschland meist frei erhältlich. Trotzdem dürfen Hersteller keine Heilversprechen machen. Für Schwangere gibt es keine zugelassenen CBD Medikamente ohne ärztliche Verordnung.
Legal bedeutet nicht automatisch sicher. Gerade in der Schwangerschaft solltest du dich nicht auf Aussagen aus sozialen Medien oder Werbung verlassen.
Was solltest du tun, wenn du in der Schwangerschaft Cannabis oder CBD konsumiert hast?
Viele Frauen machen sich Sorgen, wenn sie vor der Schwangerschaft oder in den ersten Wochen Cannabis oder CBD konsumiert haben. Wichtig ist: Du musst nicht in Panik geraten.
In vielen Fällen erfolgt der Konsum, bevor die Schwangerschaft bekannt ist. Ein einmaliger oder kurzer Konsum bedeutet nicht automatisch, dass das Kind geschädigt wurde.
Wichtig ist jetzt:
- Den Konsum möglichst sofort beenden.
- Offen mit deiner Ärztin oder deinem Arzt sprechen.
- Keine Selbstmedikation mehr durchführen.
- Nur Medikamente oder Präparate nach ärztlicher Empfehlung verwenden.
Ärzte kennen dieses Thema und können dich beraten, ohne dich zu verurteilen.
FAQ: Häufige Fragen zu Cannabis und CBD in der Schwangerschaft
Ist CBD Öl in der Schwangerschaft erlaubt?
Ja, CBD Öl ist grundsätzlich legal erhältlich. Trotzdem wird die Einnahme in der Schwangerschaft nicht empfohlen.
Kann Cannabis Fehlbildungen verursachen?
Bislang konnten keine eindeutigen Fehlbildungen nachgewiesen werden. Es gibt aber Hinweise auf mögliche Auswirkungen auf Gehirn, Verhalten und Entwicklung.
Ist gelegentlicher Cannabiskonsum in der Schwangerschaft harmlos?
Auch gelegentlicher Konsum kann nicht als sicher gelten. Deshalb wird empfohlen, vollständig darauf zu verzichten.
Ist CBD besser als THC?
CBD scheint weniger riskant als THC zu sein, aber auch CBD ist nicht ausreichend untersucht und wird deshalb ebenfalls nicht empfohlen.
Kann ich Hanfsamen oder Hanflebensmittel essen?
Ja. Normale Hanflebensmittel wie Hanfsamen, Hanfprotein oder Hanföl enthalten praktisch kein THC und gelten in üblichen Mengen als unproblematisch.
Fazit: Solltest du Cannabis oder CBD in der Schwangerschaft verwenden?
Die klare Antwort lautet nein. Zwar können Cannabis und CBD Beschwerden wie Übelkeit, Schmerzen oder Stress kurzfristig lindern. Gleichzeitig gibt es aber Hinweise auf mögliche Risiken für das ungeborene Kind. Besonders THC steht im Verdacht, die Gehirnentwicklung zu beeinflussen.
Bei CBD fehlen bislang ausreichende Studien, um eine sichere Anwendung zu bestätigen. Deshalb raten Ärzte, Hebammen und Fachgesellschaften dazu, während der Schwangerschaft und Stillzeit vollständig auf Cannabis und CBD zu verzichten.
Wenn du Beschwerden hast, solltest du gemeinsam mit deinem Arzt nach besser untersuchten und sicheren Alternativen suchen.
Bitte beachte: Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Sprich bei Fragen immer mit deinem Arzt, deiner Hebamme oder deiner Apotheke.
Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber
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