Oktay von THE HOOKAH und THE GROW im Interview: Worauf kommt es bei Growtechnik an?

Welche LED-Beleuchtung passt zur eigenen Pflanzenfläche? Worauf kommt es bei der Lüftung an? Und welche Angaben helfen dabei, ein sinnvoll abgestimmtes Setup zusammenzustellen? Wer sich erstmals mit dem Indoor-Anbau beschäftigt, steht schnell vor einer großen Auswahl an Geräten und technischen Kennzahlen. Die Wattzahl einer Lampe oder die maximale Leistung eines Lüfters allein beantworten diese Fragen jedoch noch nicht.

Oktay von THE HOOKAH und THE GROW: Worauf kommt es bei Growtechnik an?

Oktay von THE HOOKAH und THE GROW im Interview: Worauf kommt es bei Growtechnik an?
Oktay von THE HOOKAH und THE GROW im Interview: Worauf kommt es bei Growtechnik an?

Oktay Aksu betreibt in Eschenburg in Hessen die Onlineshops THE HOOKAH und THE GROW. Zum Sortiment gehören Shishas und Zubehör sowie Pflanzenzelte, LED-Pflanzenbeleuchtung und Lüftungstechnik. Ergänzend stehen auf den Websites Ratgeber und kostenlose Online-Rechner bereit. Eine Auswahlhilfe führt Interessierte durch die Planung von Platz, Licht und Luft bis zu einer Komponentenliste.

Im Interview erklärt Oktay, welche Informationen vor dem Kauf wichtig sind, wie sich Watt, PPFD und DLI unterscheiden und wo die Grenzen eines Lichtrechners liegen. Außerdem spricht er über typische Fehler bei der Zusammenstellung von Beleuchtung und Lüftung sowie über Zugänglichkeit, Betriebsgeräusche und laufende Kosten. Sein zentraler Hinweis: Ein passender Aufbau beginnt mit den eigenen Anforderungen und den Bedingungen vor Ort.

Interview mit Oktay von THE GROW

Du bietest eine Setup-Beratung in vier Schritten an. Wie läuft diese konkret ab?

Die Auswahlhilfe führt durch „Dein Platz“, „Dein Licht“, „Deine Luft“ und „Deine Liste“. Zuerst werden Vorhaben, Platz und Grundfläche eingeordnet. Danach folgen Beleuchtung, optionales Budget und LED-Kosten. Bei der Luftplanung werden vorhandene Geräte berücksichtigt. Am Ende entsteht eine Liste mit Komponenten, Mengen und offenen Fragen. Für ein 120×120-cm-Zelt zeigt der Berater derzeit 400 oder 600 W als Vorauswahl; die konkrete Ausleuchtung und Montage bleiben zu prüfen. Die Liste kann in das Kontaktformular übernommen werden. Fertig konfigurierte Komplettsets sind aktuell nicht lieferbar.

Welche Fragen sollten Einsteiger klären, bevor sie ihre erste Ausstattung kaufen?

Vor dem Kauf sollten Pflanzen und Einsatz, verfügbare Stellfläche und Höhe, vorhandene Geräte sowie Kauf- und Betriebskosten klar sein. Dazu kommen Temperatur und Feuchte im Raum, der mögliche Luftweg und die tolerierbaren Geräusche. Ein Zelt muss auch mit eingebauter Technik erreichbar bleiben. Diese Angaben sind hilfreicher als die isolierte Frage nach einer bestimmten Wattzahl.

Welche typischen Fehlkäufe begegnen dir bei Einsteigern?

Ein vermeidbares Risiko ist, Einzelteile nur nach großen Leistungszahlen auszuwählen: Die Leuchte muss räumlich passen, und Lüfter, Filter und Schlauch brauchen einen abgestimmten Luftweg. Auch ein Umluftventilator ersetzt keine Abluft. Bevor neue Geräte gekauft werden, lohnt eine systematische Kontrolle von Messwerten, Montage und Zugängen. Vorhandene passende Ausstattung sollte dabei berücksichtigt werden.

Welche Anfängerfehler passieren besonders häufig bei der Beleuchtung?

Bei der Beleuchtung sind Wattzahl, Abstand und die tatsächlich erreichte Lichtverteilung getrennte Fragen. Ein hoher Messwert in der Mitte sagt wenig über die Randbereiche aus. Sinnvoll ist es deshalb, das genaue Modell, die Dimmung, die Pflanzenhöhe und mehrere nachvollziehbare Messpunkte zu vergleichen. Pauschale Zentimeterwerte für jede Leuchte sind wenig hilfreich. Auch eine Blattveränderung ist allein noch kein eindeutiger Nachweis eines Lichtproblems.

Wie erklärst du den Unterschied zwischen Watt, PPFD und DLI möglichst verständlich?

Watt beschreibt hier die elektrische Leistungsaufnahme. PPFD beschreibt, wie viele photosynthetisch aktive Photonen pro Fläche und Sekunde ankommen, in µmol/m²/s. DLI summiert diese Lichtmenge über den Tag, in mol/m²/Tag. Bei annähernd konstanter Beleuchtung gilt: DLI = mittlere PPFD × Stunden × 0,0036. Zwei Lampen mit gleicher elektrischer Leistung können die Pflanzenfläche unterschiedlich versorgen. Deshalb beschreibt die Wattzahl weder die Lichtverteilung noch allein die tägliche Lichtmenge.

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Über den Autor: Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Bild-, Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber


Was kann dein kostenloser PPFD-/DLI-Rechner leisten, und wo liegen seine Grenzen?

Der kostenlose Rechner bietet drei Aufgaben: PPFD in DLI umrechnen, Ziel-PPFD aus Ziel-DLI und Laufzeit bestimmen sowie Lampenstromkosten berechnen. Die Lichtrechnung braucht einen gemessenen Mittelwert oder passende Herstellerdaten. Sie errechnet PPFD nicht aus Watt und ersetzt keine Kulturplanung oder Produktprüfung. Die Kostenrechnung berücksichtigt nur die eingegebene tatsächliche Leistungsaufnahme der Lampe, auch bei Dimmung, Laufzeit, Tage und den Strompreis; weitere Geräte und Grundpreis kommen getrennt hinzu.

Welche Fehler werden bei Lüftung und dem Umgang mit Wärme und Feuchtigkeit häufig gemacht?

Lüftung muss als ganzes System geplant werden: Lüfter, Filter, Schlauch, Zuluft und die Bedingungen im Aufstellraum gehören zusammen. Ein maximaler freier Luftdurchsatz ist nicht automatisch der Durchsatz mit Filter und Bögen. Umluft bewegt Luft innerhalb der Box; Abluft führt sie ab. Ein Aktivkohlefilter ist kein Klimaregler. Raumtemperatur, Feuchte und Montage begrenzen das Ergebnis. Vor einer Änderung sollten Messwerte und Luftweg kontrolliert werden.

Wie lässt sich ein Setup für den Alltag zu Hause sinnvoll planen?

Für den Alltag sollten neben der Stellfläche die Zugänglichkeit, der Schlauchweg und die Betriebsgeräusche berücksichtigt werden. Die Technik sollte erreichbar und sicher montiert sein. Bei den laufenden Kosten zählen auch Abluft, Umluft und zusätzliche Klimageräte. Mehr Regelbarkeit kann helfen, ist aber kein Versprechen für lautlosen Betrieb. Ein Probelauf unter den Bedingungen des Aufstellraums zeigt, welche Einstellungen und Kompromisse noch geprüft werden müssen.

Was möchtest du Einsteigern zum Abschluss mit auf den Weg geben?

Drei konkrete Hinweise sind: erstens Platz und vorhandene Ausstattung erfassen, zweitens Licht und Luftweg als zusammenhängendes System planen und drittens Messwerte und Betriebskosten nachvollziehbar prüfen. Zusätzliche Geräte sollten ein konkretes Problem lösen. Für einen passenden Aufbau helfen klare Angaben zur eigenen Fläche und Umgebung mehr als die Suche nach der größten Leistungszahl.

Fazit: Passende Growtechnik beginnt mit guter Planung

Das Interview mit Oktay Aksu von THE GROW zeigt, wie wichtig eine abgestimmte Planung beim Indoor-Anbau ist. Eine hohe Wattzahl oder ein besonders leistungsstarker Lüfter sagen für sich genommen wenig darüber aus, ob die Technik zur Pflanzenfläche und zum Aufstellraum passt. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Beleuchtung, Luftweg, vorhandener Ausstattung und den Bedingungen vor Ort.

Gerade Einsteiger können davon profitieren, zunächst Platz, Anforderungen und Budget zu erfassen. Bei der Beleuchtung helfen nachvollziehbare Messwerte und eine Betrachtung der gesamten Fläche. Für die Lüftung müssen auch Filter, Schläuche, Zuluft und das Raumklima berücksichtigt werden. Kostenlose Rechner können einzelne Berechnungen erleichtern, brauchen dafür aber passende Ausgangsdaten und ersetzen keine vollständige Planung.

Auch die Alltagstauglichkeit gehört von Anfang an dazu: Die Geräte sollten sicher montiert und erreichbar sein, Betriebsgeräusche berücksichtigt und Stromkosten für die gesamte Ausstattung kalkuliert werden. Oktays wichtigste Empfehlung lässt sich deshalb klar zusammenfassen: Erst die eigenen Bedingungen verstehen, dann passende Komponenten auswählen und zusätzliche Geräte gezielt zur Lösung konkreter Probleme einsetzen.

Quellen / Infos / Fotos: Oktay von THE HOOKAH GROW

Redaktioneller Hinweis: Die in diesem Interview geäußerten Meinungen, Einschätzungen und Aussagen stammen ausschließlich vom Interviewpartner und spiegeln nicht zwangsläufig die Auffassung der Redaktion von Metaller.de wider. Das Interview dient der Information und dem Austausch unterschiedlicher Sichtweisen innerhalb der Cannabis-, Hanf- und CBD-Branche.

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Über den Autor:

Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Bild-, Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber

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