Rückzug von Dr. Franjo Grotenhermen: Rückblick auf Erreichtes und Blick in die Zukunft

Dr. Franjo Grotenhermen, eine der prägendsten Persönlichkeiten im Bereich der medizinischen Nutzung von Cannabis in Deutschland, hat bekanntgegeben, dass er sich aus der Öffentlichkeit zurückzieht.

Ein Abschied von der öffentlichen Bühne

Rückzug aus dem Vorstand der ACM

Rückzug von Dr. Franjo Grotenhermen: Rückblick auf Erreichtes und Blick in die Zukunft
Rückzug von Dr. Franjo Grotenhermen: Rückblick auf Erreichtes und Blick in die Zukunft

In seinen letzten offiziellen Mitteilungen für die Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM) teilte er mit, dass er sein Amt im Vorstand niederlegt. Auch seine Tätigkeit als Vorsitzender der Internationalen Allianz für Cannabinoidmedikamente (IACM) wird er in absehbarer Zeit beenden. Dennoch bleibt er in anderer Form weiterhin aktiv.

Fortführung seiner ärztlichen Tätigkeit

Trotz des Rückzugs aus den offiziellen Ämtern plant Dr. Grotenhermen, seine ärztliche Praxis so lange wie möglich weiterzuführen. Darüber hinaus möchte er sich gezielt an Einzelprojekten beteiligen und auf seiner privaten Website zentrum-cannabis-medizin.de fundierte Informationen zu komplexen Themen bereitstellen – etwa zur rechtlichen Situation rund um die Fahrerlaubnis bei Cannabismedikation, zur wirtschaftlichen Verschreibbarkeit sowie zu anderen oft missverstandenen Aspekten der medizinischen Nutzung von Cannabis.

Ein bedeutender Meilenstein: Die Ziele der ACM sind erreicht

Von der Gründung bis zur Gesetzesänderung

Die ACM wurde am 12. April 1997 gegründet – in einer Zeit, in der die Vorstellung, Cannabis als Medizin legal und breit verfügbar zu machen, für viele als Utopie galt. Heute, im Jahr 2025, blickt Dr. Grotenhermen mit Stolz auf das Erreichte: Die Legalisierung des Eigenanbaus durch Patientinnen und Patienten, die Entkriminalisierung medizinischer Cannabisprodukte und die generelle Verschreibbarkeit durch alle niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in Deutschland.

Er hebt hervor, dass der Wandel nicht nur durch wissenschaftliche Fakten, sondern vor allem durch das Engagement von Patientinnen und Patienten, Selbsthilfegruppen, Forschenden und politischen Unterstützern möglich wurde. Der gesellschaftliche Druck wuchs kontinuierlich – am Ende siegte der Wille der Bevölkerung.

Realisierte Visionen und gesetzliche Fortschritte

Ein bedeutender Erfolg ist die Herausnahme von Cannabis aus dem Betäubungsmittelgesetz sowie die damit einhergehenden neuen Möglichkeiten für Patientinnen und Patienten, kostengünstig und legal ihre Medizin zu beziehen. Was einst als unrealistisch erschien, wurde Realität. Dieser historische Fortschritt wäre ohne das jahrzehntelange Engagement von Dr. Grotenhermen und vielen weiteren Akteuren nicht möglich gewesen.

Persönliche Rückschau: Gesundheit, Dankbarkeit und Demut

Ein Leben mit gesundheitlichen Herausforderungen

Dr. Grotenhermen spricht offen über seine eigene gesundheitliche Geschichte. Seit seiner Diagnose im Jahr 1991 lebte er unter schwierigen gesundheitlichen Voraussetzungen – dennoch überschritt er die Lebenserwartung, die ihm damals prognostiziert wurde, bei Weitem. Auch wenn sich sein Zustand, insbesondere nach einer Krise im März 2024, deutlich verschlechtert hat, schöpfte er immer wieder neue Kraft aus therapeutischen Innovationen und der Motivation, seine Arbeit fortzusetzen.

Ein Dank an Wegbegleiter und Unterstützer

Mit tiefer Dankbarkeit erinnert sich Dr. Grotenhermen an die vielen Menschen, die ihn auf seinem Weg begleitet haben – sei es in beruflicher, wissenschaftlicher oder persönlicher Hinsicht. Zahlreiche Erfahrungen und Begegnungen haben sein Leben bereichert. Er zeigt sich demütig und reflektiert angesichts der großen Aufgabe, der er sich über viele Jahrzehnte gewidmet hat.

Selbstkritik und der Wunsch nach Kontinuität

Neben Dankbarkeit äußert Dr. Grotenhermen auch selbstkritische Töne. Der schwindenden Energie geschuldet, sei er in den letzten Jahren nicht immer so ausgeglichen gewesen, wie er es gerne gewesen wäre. Er bittet um Verständnis und Entschuldigung für enttäuschte Erwartungen oder unabsichtliche Verletzungen. Sein Ziel bleibt jedoch klar: Die von ihm initiierten Projekte sollen auch in Zukunft fortbestehen und weiterentwickelt werden.

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Über den Autor: Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Bild-, Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber


Ein Blick zurück: Die Geschichte von ACM und IACM

Die Entstehung der ACM und des Cannabis-als-Medizin-Gesetzes

Die Gründung der ACM markierte den Anfang eines langjährigen Engagements, das schließlich 2017 in die Verabschiedung des Gesetzes „Cannabis als Medizin“ im Deutschen Bundestag mündete. In früheren Ausgaben der ACM-Mitteilungen schilderte Dr. Grotenhermen detailliert die Entstehungsgeschichte des Gesetzes – auch jene Teile, die abseits der öffentlichen Aufmerksamkeit lagen. Diese historische Aufarbeitung bleibt ein zentrales Element seines Schaffens.

Die IACM: Internationale Zusammenarbeit im Fokus

Im Jahr 2000 wurde gemeinsam mit Raphael Mechoulam die IACM ins Leben gerufen. Ziel war es, den wissenschaftlichen Austausch über Cannabinoidmedizin international zu fördern. Auch hier stand stets der Mensch im Mittelpunkt – nicht die Pflanze. Die Liste jener, die auf diesem Weg mitgewirkt haben, ist lang: Ethan Russo, Carola Perez, Manuel Guzman, Mahmoud ElSohly, Rainer Thewes und Kirsten Müller-Vahl sind nur einige der Namen, die Grotenhermen namentlich nennt.

Zukünftige Projekte und Archivierung des Lebenswerks

Neue Inhalte auf der Website des Zentrums für Cannabismedizin

Die Website Zentrum für Cannabismedizin (ZCM) soll in Zukunft noch stärker ausgebaut werden. Dr. Grotenhermen plant, hunderte Beiträge zu medizinischen Aspekten von Cannabis dort zugänglich zu machen. Auch verstreute Inhalte – darunter Artikel, Bücher, Vorträge und Filme wie der Dokumentarfilm „The Doctor – Franjo Grotenhermen“ – sollen dort zentral archiviert werden.

Aufklärung durch evidenzbasierte Informationen

Ein Ziel bleibt es, Wissen niedrigschwellig und verlässlich zugänglich zu machen. Von der Bewertung der Gefahren des Cannabiskonsums während der Schwangerschaft über den positiven Einfluss auf Diabetesrisiken bis hin zu sprachgeschichtlichen Details zur Genus-Debatte rund um das Wort „Cannabis“: Die Vielfalt an Themen, die auf der Website behandelt werden sollen, ist groß. Nutzerinnen und Nutzer können gezielt über die Suchfunktion Schlagworte wie „Autismus“ eingeben und so neue Erkenntnisse entdecken.

Ein Abschied mit Zuversicht und Vertrauen

Vertrauen in die Gemeinschaft

Obwohl sich Dr. Grotenhermen zurückzieht, bleibt seine Zuversicht bestehen. Er glaubt daran, dass Menschen mit einer positiven Grundhaltung gemeinsam Lösungen finden – auch in schwierigen Zeiten. Diese Überzeugung war stets Leitmotiv seiner Arbeit und wird auch in Zukunft jene inspirieren, die den eingeschlagenen Weg weitergehen wollen.

Abschiedsworte an die Gemeinschaft

Zum Abschluss wünscht Dr. Grotenhermen allen Wegbegleitern, Unterstützern und der breiteren Gemeinschaft alles Gute. Sein Abschied erfolgt nicht aus Resignation, sondern in dem Bewusstsein, dass vieles erreicht wurde – und dass sein Lebenswerk in guten Händen liegt.

Quelle / Infos: https://www.arbeitsgemeinschaft-cannabis-medizin.de/2025/06/02/acm-mitteilungen-vom-31-mai-2025/

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Autor und Bild: Canna-Chad Gregor Paul Thiele

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