Neue Flugzeugmessungen über dem Amazonas-Regenwald zeigen, dass Flüsse, Flussdeltas, Stauseen und überschwemmte Gebiete deutlich mehr Methan freisetzen als bisher angenommen. Teilweise liegen die tatsächlichen Emissionen bis zu viermal über bisherigen Modellrechnungen. Die Erkenntnisse könnten Klimamodelle verbessern und die Bedeutung tropischer Feuchtgebiete für den globalen Methanhaushalt neu bewerten.
Stark unterschätzte Methanquellen: Welche Rolle spielen Amazons Gewässer?
| Wichtigste Erkenntnis | Ergebnis |
|---|---|
| Hauptquelle der zusätzlichen Emissionen | Flüsse und Feuchtgebiete im Amazonas |
| Maximale Abweichung | Bis zu viermal höhere Methanemissionen |
| Besonders betroffen | Flussdeltas, Stauseen und Überschwemmungsflächen |
| Messmethode | Flugzeugmessungen mit HALO |
| Messzeitraum | Dezember 2022 bis Januar 2023 |
| Studienveröffentlichung | Geophysical Research Letters (2026) |
| Bedeutung | Verbesserung zukünftiger Klimamodelle |
Der Amazonas-Regenwald gilt als eines der wichtigsten Ökosysteme unseres Planeten. Er speichert enorme Mengen Kohlenstoff, beeinflusst das globale Klima und reguliert den Wasserkreislauf Südamerikas. Gleichzeitig entstehen dort natürliche Treibhausgase, deren genaue Mengen bislang nur unzureichend bekannt waren.
Eine aktuelle internationale Studie liefert nun überraschende Ergebnisse. Forschende fanden heraus, dass zahlreiche Gewässer im Amazonasgebiet erheblich mehr Methan freisetzen als bisher angenommen. Besonders Flüsse, Nebenarme, Flussdeltas und regelmäßig überflutete Landschaften entwickeln sich dabei zu bedeutenden Emissionsquellen.
Die neuen Erkenntnisse könnten weitreichende Folgen für die Klimaforschung haben. Denn wenn natürliche Methanquellen bislang unterschätzt wurden, müssen zahlreiche Klimamodelle entsprechend angepasst werden. Dadurch lassen sich zukünftige Entwicklungen wesentlich präziser vorhersagen.
Warum ist Methan für das Klima so wichtig?
Wenn über den Klimawandel gesprochen wird, steht häufig Kohlendioxid im Mittelpunkt. Tatsächlich spielt jedoch auch Methan eine zentrale Rolle. Obwohl deutlich weniger Methan in der Atmosphäre vorhanden ist, besitzt das Gas eine wesentlich stärkere Treibhauswirkung.
Methan entsteht sowohl durch natürliche Prozesse als auch durch menschliche Aktivitäten. In Feuchtgebieten bilden Mikroorganismen unter Sauerstoffmangel Methan, wenn sie abgestorbene Pflanzenreste oder anderes organisches Material zersetzen.
Zusätzlich entstehen große Mengen Methan durch:
- Landwirtschaft
- Rinderhaltung
- Reisanbau
- Erdgasförderung
- Erdölindustrie
- Kohlebergbau
- Abfalldeponien
Faktenbox: Was ist passiert?
Meldung
Internationale Forschende haben mithilfe umfangreicher Flugzeugmessungen festgestellt, dass Gewässer im Amazonasgebiet wesentlich mehr Methan freisetzen als bisherige Modelle berechnet hatten.
Bedeutung
Die Ergebnisse zeigen, dass Klimamodelle natürliche Methanquellen teilweise deutlich unterschätzt haben.
Einordnung
Die Erkenntnisse sind für Klimaforschung, Politik, Umweltwissenschaften sowie zukünftige Klimaprognosen von großer Bedeutung.
Warum waren die bisherigen Schätzungen ungenau?
Die genaue Bestimmung natürlicher Methanquellen gehört seit Jahren zu den größten Herausforderungen der Klimaforschung. Während industrielle Emissionen vergleichsweise gut dokumentiert werden können, ist die Situation in tropischen Regenwäldern deutlich komplizierter.
Vor allem der Amazonas stellt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor enorme Herausforderungen. Große Teile der Region sind schwer zugänglich. Dichte Vegetation, riesige Überschwemmungsflächen und nahezu permanente Wolken erschweren sowohl Bodenmessungen als auch Satellitenbeobachtungen erheblich.
Viele bisherige Berechnungen stützten sich deshalb auf indirekte Modelle. Diese verwenden unter anderem Satellitendaten zur Bodenfeuchtigkeit, Vegetation oder Temperatur und leiten daraus die wahrscheinlichen Methanemissionen ab.
Solche Modelle funktionieren grundsätzlich gut. Allerdings ersetzen sie keine direkten Messungen. Genau an dieser Stelle setzt die neue Untersuchung an.
Wie wurden die Methanemissionen im Amazonas gemessen?
Für die Studie nutzte das internationale Forschungsteam das deutsche Forschungsflugzeug HALO. An Bord befand sich ein speziell entwickeltes Absorptionsspektrometer, das selbst kleinste Veränderungen der Methankonzentration hochpräzise erfassen kann.
Während zahlreicher Forschungsflüge sammelten die Wissenschaftler Daten in unterschiedlichen Höhen zwischen etwa 200 Metern über den Baumwipfeln und mehr als 14 Kilometern Höhe.
Dadurch entstand erstmals ein dreidimensionales Bild der Methankonzentrationen über einem riesigen Teil des Amazonasbeckens.
Insgesamt wurden mehr als 7.000 einzelne Messpunkte ausgewertet. Mithilfe moderner Transportmodelle konnten die Forschenden anschließend nachvollziehen, aus welchen Gebieten die gemessenen Luftmassen ursprünglich stammten. So ließ sich relativ genau bestimmen, welche Landschaften besonders hohe Methanmengen freisetzten.
Welche Regionen fielen besonders auf?
Die Auswertung zeigte deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Landschaftsformen.
- Große Flussdeltas erzeugten wesentlich höhere Emissionen als erwartet.
- Stauseen erwiesen sich ebenfalls als bedeutende Methanquellen.
- Regelmäßig überflutete Flusslandschaften produzierten mehr Methan als bisher angenommen.
- Vor allem Bereiche entlang großer Flüsse sorgten für überraschend hohe Werte.
In einigen Regionen lagen die tatsächlich gemessenen Emissionen sogar bis zu viermal höher als die bisherigen Modellrechnungen.
Warum unterscheiden sich Messungen und Klimamodelle so deutlich?
Eine der spannendsten Erkenntnisse der Studie betrifft den Unterschied zwischen theoretischen Berechnungen und den tatsächlich gemessenen Methankonzentrationen. Während etablierte Klima und Erdsystemmodelle in größeren Höhen erstaunlich genaue Ergebnisse lieferten, zeigten sich in Bodennähe erhebliche Abweichungen.
Die Forschenden stellten fest, dass sich Methan in höheren Luftschichten sehr gut durchmischt. Dadurch können Modelle den atmosphärischen Transport vergleichsweise präzise berechnen. In den unteren Luftschichten sieht die Situation jedoch ganz anders aus. Dort beeinflussen Vegetation, Flüsse, Feuchtgebiete und lokale Wetterbedingungen die Verteilung des Methans wesentlich stärker.
Gerade diese komplexen Prozesse lassen sich bislang nur eingeschränkt simulieren. Deshalb unterschätzten die bisherigen Modelle zahlreiche natürliche Emissionsquellen.
Welche Gebiete wurden besonders unterschätzt?
Die Studie zeigt, dass sich die größten Unterschiede in bestimmten Landschaftstypen des Amazonasbeckens konzentrieren.
| Landschaft | Abweichung gegenüber bisherigen Modellen |
|---|---|
| Flussdeltas | bis zu 26 Prozent höhere Emissionen |
| Stauseen | etwa 19 Prozent höher |
| Überschwemmungsgebiete | rund 13 Prozent höher |
| Bereiche entlang großer Flüsse | teilweise bis zu vierfach höhere Werte |
Vor allem Flüsse und ihre Nebenarme erwiesen sich als deutlich aktivere Methanquellen als bisher angenommen. Das verdeutlicht, dass Wasserflächen im Amazonas eine wesentlich größere Rolle im globalen Methankreislauf spielen könnten.
Faktenbox: Warum sind Flüsse so wichtig?
Meldung
Flüsse und Flusslandschaften setzen erheblich mehr Methan frei als bisher angenommen.
Bedeutung
Natürliche Gewässer müssen künftig stärker in Klimamodelle einbezogen werden.
Einordnung
Besonders tropische Regionen könnten einen größeren Einfluss auf den weltweiten Methanhaushalt besitzen als bislang angenommen.
Warum wurden die Messungen genau zwischen Trocken und Regenzeit durchgeführt?
Der Zeitraum der Messkampagne war keineswegs zufällig gewählt. Die Wissenschaftler führten ihre Flüge zwischen Dezember 2022 und Januar 2023 durch. Genau in dieser Übergangsphase zwischen Trocken und Regenzeit herrschen besonders geeignete Bedingungen für wissenschaftliche Untersuchungen.
Während der eigentlichen Trockenzeit treten vielerorts Waldbrände und Brandrodungen auf. Diese hätten die Messungen verfälschen können. In der intensiven Regenzeit steigen die natürlichen Methanemissionen dagegen nochmals deutlich an.
Die Übergangsphase bildet deshalb einen guten Mittelwert ab. Über das gesamte Jahr gleichen sich höhere Emissionen während der Regenzeit und niedrigere Werte in der Trockenzeit weitgehend aus.
Wie funktionierte die aufwendige Flugzeugmessung?
Für die Untersuchung kam das deutsche Forschungsflugzeug HALO zum Einsatz. Es gehört zu den modernsten Forschungsflugzeugen Europas und ermöglicht wissenschaftliche Messungen in unterschiedlichen Höhenlagen.
An Bord befand sich ein speziell entwickeltes Laserspektrometer. Dieses hochpräzise Messgerät kann selbst geringste Veränderungen der Methankonzentration in der Atmosphäre erkennen.
Während der Kampagne wurden:
- mehr als 7.000 einzelne Messpunkte aufgenommen
- Flughöhen zwischen 200 Metern und über 14 Kilometern genutzt
- riesige Bereiche des Amazonas überflogen
- mehrere Tausend Kilometer Flugstrecke ausgewertet
Die gewonnenen Daten wurden anschließend mit hochauflösenden Atmosphärenmodellen kombiniert. Mithilfe sogenannter Rückwärtstrajektorien berechneten die Forschenden, aus welchen Regionen die gemessenen Luftmassen ursprünglich stammten.
Welche Bedeutung haben die neuen Ergebnisse für zukünftige Klimamodelle?
Je genauer natürliche Emissionsquellen bekannt sind, desto zuverlässiger lassen sich zukünftige Entwicklungen des Klimas berechnen. Genau hier liegt die große Bedeutung der neuen Studie.
Bislang gingen viele Modelle davon aus, dass tropische Feuchtgebiete zwar wichtige Methanquellen darstellen, deren tatsächliche Emissionen jedoch relativ gut bekannt seien. Die neuen Messungen zeigen jedoch, dass zahlreiche Quellen bislang systematisch unterschätzt wurden.
Dadurch verändern sich wichtige Grundlagen der Klimaforschung.
- natürliche Methanquellen können realistischer bewertet werden
- Klimamodelle lassen sich genauer kalibrieren
- Vorhersagen zukünftiger Temperaturentwicklungen werden präziser
- internationale Klimapolitik erhält bessere wissenschaftliche Grundlagen
Die vollständige wissenschaftliche Veröffentlichung ist über den DOI-Link erreichbar:
https://doi.org/10.1029/2026GL122310
Weitere Informationen zur Forschungsarbeit stellt außerdem das Max Planck Institut für Chemie bereit:
https://www.mpic.de/6028637/underestimated-sources-of-methan
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Wie entstehen natürliche Methanemissionen überhaupt?
Methan entsteht überall dort, wo Mikroorganismen organisches Material unter Sauerstoffmangel abbauen. Genau diese Bedingungen herrschen in vielen Feuchtgebieten des Amazonas.
Abgestorbene Pflanzenreste, Blätter, Äste und andere organische Stoffe werden im Wasser langsam zersetzt. Dabei produzieren spezielle Mikroorganismen Methan, das anschließend über das Wasser oder direkt über Pflanzen in die Atmosphäre gelangt.
Besonders hohe Emissionen entstehen dort, wo große Mengen organischen Materials dauerhaft unter Wasser liegen.
Faktenbox: Warum verbessert diese Studie den Klimaschutz?
Meldung
Direkte Messungen liefern wesentlich genauere Daten als reine Modellrechnungen.
Bedeutung
Je besser natürliche Methanquellen verstanden werden, desto zuverlässiger werden Klimaprognosen.
Einordnung
Die Ergebnisse helfen Forschenden weltweit dabei, zukünftige Modelle realistischer zu gestalten und Unsicherheiten weiter zu reduzieren.
Wie verteilen sich die weltweiten Methanemissionen?
Oft wird angenommen, dass Methan fast ausschließlich durch menschliche Aktivitäten entsteht. Tatsächlich stammt jedoch ein erheblicher Anteil aus natürlichen Quellen. Die aktuelle Studie macht deutlich, dass insbesondere tropische Feuchtgebiete einen größeren Beitrag leisten könnten als bisher angenommen.
Nach heutigen Schätzungen entfallen rund 65 Prozent der globalen Methanemissionen auf menschliche Aktivitäten. Dazu gehören vor allem Landwirtschaft, Viehzucht, die Förderung fossiler Energieträger sowie die Abfallwirtschaft. Die übrigen etwa 35 Prozent entstehen durch natürliche Prozesse.
| Quelle | Anteil an den globalen Methanemissionen |
|---|---|
| Landwirtschaft und Tierhaltung | Sehr hoch |
| Fossile Brennstoffe | Sehr hoch |
| Abfallwirtschaft | Relevant |
| Natürliche Feuchtgebiete | Etwa 35 Prozent |
| Flüsse, Deltas und Überschwemmungsgebiete | Wahrscheinlich bislang unterschätzt |
Die neuen Ergebnisse ändern nichts daran, dass der Mensch der wichtigste Verursacher zusätzlicher Methanemissionen bleibt. Sie zeigen jedoch, dass natürliche Quellen genauer untersucht werden müssen, um den globalen Methankreislauf vollständig zu verstehen.
Welche Rolle spielen Stauseen und überschwemmte Wälder?
Neben natürlichen Flusslandschaften rücken auch Stauseen stärker in den Fokus der Forschung. Werden große Waldflächen dauerhaft überflutet, beginnt unter Wasser der langsame Abbau organischer Biomasse. Dabei entstehen erhebliche Mengen Methan.
Viele Wasserkraftwerke gelten zwar als wichtige Bausteine einer klimafreundlichen Stromversorgung. Gleichzeitig können neu geschaffene Stauseen jedoch selbst bedeutende Treibhausgasquellen werden. Die Studie zeigt, dass auch diese Emissionen teilweise unterschätzt wurden.
Ebenso wichtig sind regelmäßig überschwemmte Waldgebiete. Während der Hochwasserperioden werden dort große Mengen Pflanzenmaterial überflutet. Mikroorganismen bauen dieses Material unter Sauerstoffmangel ab und setzen dabei Methan frei.
Faktenbox: Was bedeuten die Ergebnisse für die Klimaforschung?
Meldung
Natürliche Gewässer im Amazonas produzieren deutlich mehr Methan als bisher angenommen.
Bedeutung
Bestehende Klimamodelle müssen künftig stärker auf reale Messdaten abgestimmt werden.
Einordnung
Nicht nur der Amazonas, sondern auch andere tropische Regionen wie Zentralafrika oder Südostasien benötigen deutlich mehr wissenschaftliche Messprogramme.
Warum sind weitere Messungen so wichtig?
Die Forschenden betonen ausdrücklich, dass die aktuelle Untersuchung erst einen wichtigen Anfang darstellt. Der Amazonas ist riesig und weist eine enorme landschaftliche Vielfalt auf. Viele Gebiete konnten bislang überhaupt nicht direkt untersucht werden.
Hinzu kommt, dass sich Methanemissionen im Jahresverlauf verändern. Niederschläge, Wasserstände, Temperaturen und biologische Prozesse beeinflussen die Freisetzung kontinuierlich.
Um diese Dynamik besser zu verstehen, sind langfristige Messprogramme erforderlich.
- mehr Flugzeugkampagnen
- zusätzliche Messstationen am Boden
- moderne Drohnenmessungen
- verbesserte Satellitenbeobachtungen
- internationale Forschungskooperationen
Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass insbesondere Zentralafrika und Südostasien bislang ebenfalls über sehr wenige Messdaten verfügen. Dort könnten vergleichbare Prozesse stattfinden.
Welche Bedeutung haben die Ergebnisse für den Klimaschutz?
Die neuen Erkenntnisse verändern nicht die grundlegenden Ziele des Klimaschutzes. Sie verdeutlichen jedoch, wie wichtig hochwertige Messdaten für fundierte politische Entscheidungen sind.
Nur wenn bekannt ist, wo tatsächlich wie viel Methan entsteht, können Klimamodelle realistische Zukunftsszenarien berechnen. Dadurch lassen sich sowohl natürliche Veränderungen als auch menschliche Einflüsse genauer voneinander unterscheiden.
Die Studie zeigt außerdem, dass moderne Feldmessungen unverzichtbar bleiben. Computermodelle sind leistungsfähig, erreichen ihre Grenzen jedoch dort, wo nur wenige reale Beobachtungen verfügbar sind.
FAQ: Häufige Fragen zu den Methanquellen im Amazonas
Warum ist Methan problematischer als Kohlendioxid?
Methan besitzt über einen Zeitraum von etwa 20 Jahren eine deutlich stärkere Treibhauswirkung als Kohlendioxid. Obwohl es kürzer in der Atmosphäre verbleibt, trägt es erheblich zur Erderwärmung bei.
Warum wurden die Emissionen bislang unterschätzt?
Vor allem fehlende Messdaten aus schwer zugänglichen Tropenregionen führten dazu, dass Klimamodelle zahlreiche natürliche Quellen nur unzureichend abbilden konnten.
Sind Flüsse tatsächlich wichtige Methanquellen?
Ja. Die aktuellen Flugzeugmessungen zeigen, dass Flüsse, Flussdeltas und Überschwemmungsgebiete wesentlich größere Mengen Methan freisetzen können als bisher angenommen.
Ändert die Studie die Verantwortung des Menschen für den Klimawandel?
Nein. Der überwiegende Teil der zusätzlichen Methanemissionen entsteht weiterhin durch menschliche Aktivitäten. Die Studie verbessert vor allem das Verständnis natürlicher Prozesse.
Wo wurde die Studie veröffentlicht?
Die wissenschaftliche Originalarbeit erschien im Fachjournal Geophysical Research Letters. Die Veröffentlichung ist unter https://doi.org/10.1029/2026GL122310 abrufbar.
Fazit: Warum verändern die neuen Messungen den Blick auf den Amazonas?
Die aktuelle Untersuchung liefert einen wichtigen Fortschritt für die internationale Klimaforschung. Erstmals konnten umfangreiche Flugzeugmessungen zeigen, dass zahlreiche Gewässer im Amazonasgebiet erheblich mehr Methan freisetzen als bisher angenommen. Besonders Flüsse, Flussdeltas, Stauseen und regelmäßig überflutete Landschaften entwickeln sich dabei zu bedeutenden natürlichen Emissionsquellen.
Die Ergebnisse verdeutlichen zugleich die Grenzen bisheriger Klimamodelle. Direkte Messungen bleiben unverzichtbar, um natürliche Prozesse realistisch abzubilden und zukünftige Klimaprognosen weiter zu verbessern. Gleichzeitig unterstreicht die Studie die Bedeutung zusätzlicher Forschungsprogramme in bislang wenig untersuchten Tropenregionen.
Mit jeder neuen Messkampagne wächst das Verständnis über den globalen Methanhaushalt. Dadurch können Wissenschaft, Politik und Gesellschaft fundiertere Entscheidungen treffen und den Klimawandel künftig noch präziser bewerten.
Quelle / Infos / Pressemitteilung: https://idw-online.de/de/news874483 und https://doi.org/10.1029/2026GL122310
Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber
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