Was ist Cannabidivarin (CBDV) und wie wirkt es?

Kurz erklärt: Cannabidivarin, kurz CBDV, ist ein seltenes Cannabinoid aus der Cannabispflanze. Es ähnelt chemisch dem bekannten CBD, wirkt jedoch auf andere Signalwege im Körper. Erste wissenschaftliche Untersuchungen beschäftigen sich vor allem mit neurologischen Themen und der Rolle bestimmter Rezeptoren. Die Forschung befindet sich aktuell noch in einer frühen Phase und viele Fragen sind offen.

Was ist Cannabidivarin (CBDV) und wie wirkt es?

Was ist Cannabidivarin (CBDV) und wie wirkt es?
Was ist Cannabidivarin (CBDV) und wie wirkt es?

Cannabinoide gehören zu den faszinierendsten Bestandteilen der Cannabispflanze. Während die meisten Menschen sofort an THC oder CBD denken, gibt es tatsächlich weit über hundert verschiedene Cannabinoide. Einige davon sind gut erforscht, andere stehen noch am Anfang wissenschaftlicher Untersuchungen. Zu diesen weniger bekannten Pflanzenstoffen zählt Cannabidivarin, kurz CBDV.

Faktenbox: CBDV auf einen Blick

  • Vollständiger Name: Cannabidivarin
  • Gehört zur Gruppe der Cannabinoide
  • Kommt natürlich in Cannabis und Hanf vor
  • Strukturell ähnlich zu CBD
  • Nicht berauschend
  • Wird intensiv wissenschaftlich untersucht
  • Forschungsschwerpunkte liegen bei neurologischen Themen

Das Interesse an CBDV wächst seit einigen Jahren deutlich. Vor allem Forscher, Unternehmen und medizinische Fachkreise beobachten die Entwicklung aufmerksam. Der Grund: Erste Studien deuten darauf hin, dass CBDV andere biologische Signalwege beeinflussen könnte als bekannte Cannabinoide.

Eigenschaft CBD CBDV THC
Rauschwirkung Nein Nein Ja
Bekanntheitsgrad Sehr hoch Niedrig Sehr hoch
Vorkommen in Cannabis Häufig Eher selten Je nach Sorte unterschiedlich
Forschungsstand Fortgeschritten Frühe bis mittlere Phase Sehr umfangreich
Besondere Rezeptoren Mehrere Targets TRPV-Rezeptoren CB1 Rezeptoren

Was ist Cannabidivarin CBDV?

CBDV wurde bereits im Jahr 1968 entdeckt. Lange Zeit spielte der Pflanzenstoff jedoch kaum eine Rolle in der Forschung. Der Fokus lag überwiegend auf THC und später auf CBD (Cannabidiol).

Erst in den letzten Jahren begann die Wissenschaft, sich intensiver mit seltenen Cannabinoiden zu beschäftigen. Dazu gehören:

  • CBG
  • CBN
  • THCV
  • CBC
  • CBDV

CBDV ähnelt in seiner chemischen Struktur dem bekannten CBD. Die Unterschiede erscheinen auf den ersten Blick klein, können biologisch jedoch relevant sein.

Was ist Cannabidivarin (CBDV) und wie wirkt es?
Was ist Cannabidivarin (CBDV) und wie wirkt es?

Wie wirkt CBDV im Körper?

Im menschlichen Körper existiert das sogenannte Endocannabinoid System. Dieses Netzwerk spielt bei vielen biologischen Prozessen eine Rolle. Es besteht aus Rezeptoren, körpereigenen Botenstoffen und Enzymen.

Während THC hauptsächlich an CB1 Rezeptoren bindet, scheint CBDV andere Mechanismen zu nutzen.

Besonders interessant sind sogenannte TRPV Rezeptoren.

Was sind TRPV Rezeptoren?

TRPV steht für Transient Receptor Potential Vanilloid.

Diese Rezeptoren sind unter anderem beteiligt an:

  • Wahrnehmung von Temperatur
  • Signalverarbeitung
  • körperlichen Reaktionen auf Reize
  • Regulationsprozessen im Nervensystem

TRPV1 wird manchmal auch Capsaicin Rezeptor genannt. Derselbe Rezeptor reagiert beispielsweise auf die Schärfe von Chili.

CBDV scheint auf bestimmte dieser Signalwege Einfluss zu nehmen. Die genauen biologischen Prozesse werden aktuell noch untersucht.

Wichtig:

Viele Wirkmechanismen stammen aus Laborversuchen oder Tierstudien. Ergebnisse lassen sich nicht automatisch auf Menschen übertragen.

Welche Anwendungsgebiete von CBDV werden untersucht?

CBDV wird vor allem im neurologischen Bereich erforscht.

Hier interessieren sich Wissenschaftler insbesondere für:

  • Epilepsie
  • neurologische Entwicklungsstörungen
  • Signalverarbeitung im Gehirn
  • Autismus Forschung
  • weitere neuronale Prozesse

CBDV und Epilepsie Forschung

Frühe Untersuchungen zeigten interessante Ergebnisse im Zusammenhang mit bestimmten Anfallsmodellen.

Laborstudien und Tiermodelle lieferten Hinweise, dass CBDV biologische Prozesse beeinflussen könnte, die bei neuronalen Signalen eine Rolle spielen.

Gleichzeitig gab es klinische Untersuchungen mit gemischten Ergebnissen.

Das zeigt deutlich:

  • Die Forschung läuft
  • Ergebnisse sind nicht eindeutig
  • weitere Studien sind notwendig

Wird CBDV bei Autismus untersucht?

Ja.

Einige Forscher beschäftigen sich mit möglichen Zusammenhängen zwischen CBDV und neurologischen Entwicklungsstörungen.

In präklinischen Modellen wurden Veränderungen sozialer Verhaltensweisen untersucht.

Aktuell existieren jedoch keine ausreichenden Daten, um konkrete Aussagen über Nutzen oder Wirksamkeit beim Menschen abzuleiten.

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Über den Autor: Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber

Welche Unterschiede gibt es zwischen CBD und CBDV?

Die Begriffe CBD und CBDV werden häufig verwechselt.

Obwohl beide Cannabinoide ähnlich aufgebaut sind, unterscheiden sie sich in mehreren Punkten.

CBD gegen CBDV im direkten Vergleich

  1. CBD ist deutlich verbreiteter
  2. CBDV kommt meist nur in kleinen Mengen vor
  3. CBDV wird stärker im neurologischen Kontext untersucht
  4. CBD besitzt einen umfangreicheren Forschungsstand

Für Verbraucher ist CBD deutlich leichter erhältlich. CBDV Produkte spielen derzeit eher eine Nischenrolle.


Kann CBDV berauschend wirken?

Nach aktuellem Kenntnisstand besitzt CBDV keine berauschende Wirkung.

Im Gegensatz zu THC (Tetrahydrocannabinol) bindet CBDV nicht in vergleichbarer Weise an jene Rezeptoren, die typischerweise mit psychoaktiven Effekten verbunden werden.

Dadurch unterscheidet sich CBDV deutlich von THC.

Warum spricht heute jeder über seltene Cannabinoide?

Die Cannabisforschung entwickelt sich rasant.

Während sich die erste Forschungswelle auf THC konzentrierte und die zweite auf CBD, richtet sich der Blick inzwischen zunehmend auf sogenannte Minor Cannabinoide.

Dazu gehören:

  • CBDV
  • THCV
  • CBN
  • CBC
  • CBG

Forscher vermuten, dass viele bislang wenig untersuchte Pflanzenstoffe wichtige biologische Eigenschaften besitzen könnten.

Ob sich diese Erwartungen langfristig bestätigen, bleibt jedoch offen.

Praxisbeispiel:

Vor zehn Jahren war CBD selbst noch deutlich unbekannter als heute. Ähnlich könnte sich die Entwicklung bei CBDV in den kommenden Jahren verändern.

FAQ zu Cannabidivarin CBDV

Ist CBDV legal?

Die rechtliche Situation hängt von Herkunft, Verarbeitung und nationalen Regelungen ab.

Ist CBDV gleich CBD?

Nein. Beide Stoffe unterscheiden sich chemisch und biologisch.

Kann man CBDV Produkte kaufen?

Aktuell existieren nur wenige Produkte am Markt.

Ist CBDV ausreichend erforscht?

Nein. Die wissenschaftliche Datenlage wächst zwar, ist aber noch begrenzt.

Zusammenfassung Cannabidivarin

CBDV gehört zu den spannendsten seltenen Cannabinoiden der Gegenwart. Der Pflanzenstoff ähnelt CBD, besitzt jedoch eigene Eigenschaften und wird insbesondere im neurologischen Bereich untersucht.

Die bisherige Forschung liefert interessante Hinweise, gleichzeitig fehlen noch große Humanstudien. Viele Erkenntnisse stammen bislang aus Laboruntersuchungen und Tiermodellen.

Die kommenden Jahre dürften zeigen, welche Rolle Cannabidivarin künftig tatsächlich in Wissenschaft und Cannabisbranche spielen wird.

Medizinischer Haftungsausschluss

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und ersetzt keine medizinische Beratung. Die beschriebenen wissenschaftlichen Erkenntnisse befinden sich teilweise noch in der Forschung. Bei gesundheitlichen Fragen, Beschwerden oder therapeutischen Entscheidungen solltest Du Dich an medizinisches Fachpersonal wenden.


Über den Autor:

Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber


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