Was ist Cannabigerol (CBG) und wie wirkt es?

Kurz erklärt: CBG, kurz für Cannabigerol, ist ein seltenes Cannabinoid aus der Hanfpflanze. Es gilt als Vorstufe vieler anderer Cannabinoide wie CBD und THC und wird deshalb oft als „Mutter-Cannabinoid“ bezeichnet. Obwohl CBG bislang deutlich weniger erforscht ist als CBD oder THC, wächst das wissenschaftliche Interesse. Erste Untersuchungen beschäftigen sich mit möglichen Eigenschaften und Anwendungen, endgültige medizinische Aussagen sind derzeit jedoch nicht möglich.

Was ist Cannabigerol CBG und wie wirkt es?

Was ist Cannabigerol (CBG) und wie wirkt es?
Was ist Cannabigerol (CBG) und wie wirkt es?

Cannabigerol, kurz CBG, entwickelt sich zunehmend vom Nischenthema zum spannenden Forschungsgebiet der Cannabisbranche. Während fast jeder bereits von CBD oder THC gehört hat, bleibt CBG für viele noch ein eher unbekannter Begriff. Dabei spielt dieses Cannabinoid biologisch eine zentrale Rolle in der Hanfpflanze.

Besonders interessant ist, dass CBG als Ausgangsstoff vieler anderer Cannabinoide gilt. Ohne CBG gäbe es weder THC noch CBD in ihrer bekannten Form. Gleichzeitig beschäftigen sich Forscher zunehmend mit möglichen Eigenschaften und Anwendungen von CBG.

Eigenschaft CBG
Vollständiger Name Cannabigerol
Vorkommen Meist unter 1 Prozent in reifen Hanfpflanzen
Psychoaktive Wirkung Nein
Vorstufe anderer Cannabinoide Ja
Bekannter Spitzname Mutter-Cannabinoid
Forschungsstand Frühes bis mittleres Forschungsstadium
Besonderheit Vor allem in jungen Pflanzen stärker vorhanden

Faktenbox: CBG auf einen Blick

  • CBG gehört zu den über 100 bekannten Cannabinoiden
  • Es wirkt nicht berauschend
  • Es entsteht aus Cannabigerolsäure CBGA
  • CBGA wird oft als Ursprung vieler Cannabinoide bezeichnet
  • CBG kommt meist nur in kleinen Mengen vor
  • Neue Züchtungen setzen gezielt auf höhere CBG-Werte
Was ist Cannabigerol (CBG) und wie wirkt es?
Was ist Cannabigerol (CBG) und wie wirkt es?

Was ist Cannabigerol CBG?

CBG ist ein natürlich vorkommendes Cannabinoid der Hanfpflanze. Anders als THC verursacht CBG keine berauschenden Effekte. Es zählt zu den sogenannten nicht psychoaktiven Cannabinoiden.

Die eigentliche Besonderheit steckt jedoch in seiner biologischen Funktion. CBG entsteht aus Cannabigerolsäure, kurz CBGA. Diese Substanz dient als Ausgangsstoff für zahlreiche weitere Cannabinoide.

Im Verlauf des Pflanzenwachstums wandeln Enzyme CBGA unter anderem in folgende Säuren um:

  • THCA als Vorstufe von THC
  • CBDA als Vorstufe von CBD
  • CBCA als Vorstufe von CBC

Deshalb sprechen manche Forscher vom Mutter-Cannabinoid. Denn am Anfang vieler Entwicklungen steht CBGA.

Da sich CBGA im Laufe der Reife in andere Stoffe umwandelt, bleibt in ausgewachsenen Pflanzen oft nur wenig CBG übrig.

Warum ist CBG so selten?

Im Gegensatz zu CBD oder THC findet man CBG meist nur in geringen Mengen. In vielen Pflanzen liegt der Gehalt oft unter einem Prozent.

Das liegt daran, dass CBG früh im Wachstumsprozess in andere Cannabinoide umgewandelt wird.

Besonders junge Pflanzen enthalten oft höhere Mengen. Je länger die Pflanze reift, desto geringer wird der CBG Anteil.

PraxisbeispielZüchter entwickeln inzwischen gezielt CBG Sorten, bei denen weniger Umwandlung stattfindet. Dadurch entstehen Hanfpflanzen mit deutlich höheren CBG-Gehalten.

Wie wird CBG heute gewonnen?

Die Herstellung ist aufwendiger als bei klassischen CBD Produkten.

Typische Methoden:

  1. Frühe Ernte der Pflanzen
  2. Spezielle CBG Genetik
  3. Gezielte Pflanzenzüchtung
  4. Extraktionsverfahren

Genau deshalb sind CBG Produkte häufig teurer als vergleichbare CBD Varianten.

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Über den Autor: Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber

Welche Wirkung von CBG wird aktuell diskutiert?

Die Forschung rund um Cannabigerol befindet sich noch im Aufbau. Viele Untersuchungen wurden bislang im Labor oder in Tiermodellen durchgeführt.

Deshalb müssen mögliche Wirkungen immer vorsichtig betrachtet werden.

Zu den wissenschaftlich untersuchten Bereichen gehören:

  • Interaktion mit Rezeptoren des Endocannabinoid Systems
  • Einfluss auf Entzündungsprozesse
  • Einfluss auf Appetit und Stoffwechsel
  • Untersuchungen zu neurologischen Prozessen
  • Forschung an Zellmodellen

Spannend ist dabei, dass CBG offenbar nicht exakt dieselben Mechanismen wie CBD nutzt.

Außerdem beschäftigt sich die Forschung zunehmend mit sogenannten Entourage Effekten.

Dabei geht es um die Frage, ob mehrere Pflanzenstoffe gemeinsam anders wirken als isolierte Einzelstoffe.

Passend dazu findest Du weitere Informationen unter:

CBG Forschung und aktuelle Entwicklungen

Wie interagiert CBG mit dem Endocannabinoid System?

Das Endocannabinoid System ist ein komplexes biologisches Netzwerk des menschlichen Körpers.

Es besteht unter anderem aus:

  • CB1 Rezeptoren
  • CB2 Rezeptoren
  • körpereigenen Botenstoffen
  • Enzymen

Forscher untersuchen aktuell, wie CBG mit diesen Strukturen interagiert.

Anders als THC scheint CBG keine klassischen psychoaktiven Effekte auszulösen.

Dennoch wird diskutiert, dass Wechselwirkungen stattfinden könnten.

Könnte CBG künftig medizinisch interessant werden?

Viele frühe Studien beschäftigen sich mit möglichen therapeutischen Perspektiven.

Dabei geht es unter anderem um:

  • chronisch entzündliche Erkrankungen
  • neurologische Fragestellungen
  • Augenerkrankungen
  • Hautbereiche
  • Zellforschung

Wichtig bleibt jedoch: Laborergebnisse bedeuten nicht automatisch einen medizinischen Nutzen beim Menschen.

Viele Fragestellungen sind noch offen.


Warum interessieren sich Forscher für CBG bei Haut und Augen?

In wissenschaftlichen Untersuchungen tauchen immer wieder Hinweise auf mögliche Zusammenhänge mit Haut und Augen auf.

Diskutiert werden unter anderem:

  • Interaktionen bei Hautprozessen
  • mikrobielle Untersuchungen im Labor
  • Zusammenhänge mit Augeninnendruck

Auch hier gilt: Solche Ergebnisse stammen oft aus frühen Studien und lassen keine direkten Aussagen zur Anwendung beim Menschen zu.

Wichtig zu wissenProdukte mit CBG dürfen in Deutschland nicht mit unzulässigen Heilversprechen beworben werden. Aussagen über konkrete gesundheitliche Wirkungen benötigen belastbare wissenschaftliche Nachweise.

Welche CBG Produkte gibt es heute?

Der Markt wächst deutlich.

Zu finden sind unter anderem:

  • CBG Öle
  • CBG Blüten
  • CBG Kapseln
  • CBG Kosmetik
  • Mischprodukte mit CBD und CBG

Da die Rechtslage und Produktqualität unterschiedlich ausfallen können, lohnt sich ein genauer Blick auf Analysezertifikate und Inhaltsangaben.

FAQ zu Cannabigerol CBG

Ist CBG dasselbe wie CBD?

Nein. Beide gehören zwar zu den Cannabinoiden, unterscheiden sich aber in Struktur, Entstehung und möglicher Interaktion mit dem Körper.

Wird man von CBG berauscht?

Nach aktuellem Wissensstand verursacht CBG keine berauschende Wirkung wie THC.

Warum ist CBG teurer?

Die Gewinnung ist aufwendiger, da nur geringe Mengen in vielen Pflanzen vorhanden sind.

Ist CBG legal?

Die rechtliche Bewertung hängt vom Produkt, Inhaltsstoffen und Land ab.

Zusammenfassung zu Cannabigerol CBG

CBG gehört zu den spannendsten Cannabinoiden der aktuellen Cannabisforschung. Als Vorstufe vieler anderer Cannabinoide spielt es biologisch eine wichtige Rolle. Gleichzeitig steckt die Forschung noch in einer frühen Phase. Während erste Ergebnisse interessante Hinweise liefern, sind viele Fragen weiterhin offen.

Medizinischer HinweisDieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Aussagen zu Cannabinoiden beziehen sich auf aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und Forschungsansätze. Bei gesundheitlichen Fragen solltest Du Dich an medizinisches Fachpersonal wenden.


Über den Autor:
Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber

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