Wie funktioniert die CO2-Extraktion von CBD?

Die CO2-Extraktion gilt als das wichtigste Verfahren zur Herstellung hochwertiger CBD-Produkte. Dabei werden Cannabinoide wie CBD mithilfe von Kohlendioxid aus der Hanfpflanze gelöst. Vor allem die überkritische CO2-Extraktion liefert saubere, sichere und wirkstoffreiche Extrakte. Sie wird deshalb besonders häufig für CBD-Öle, Vollspektrum-Extrakte und medizinische Cannabisprodukte eingesetzt.

Wie funktioniert die CO2-Extraktion von CBD?

Wie funktioniert die CO2-Extraktion von CBD?
Wie funktioniert die CO2-Extraktion von CBD?
Verfahren Temperatur Druck Vorteile Nachteile
Unterkritische CO2-Extraktion Niedrig Niedrig Schonend, erhält empfindliche Stoffe Langsam, geringerer Ertrag
Überkritische CO2-Extraktion Ab ca. 31 °C Ab ca. 74 bar Hoher Ertrag, schnell, industrieller Standard Kann mehr Begleitstoffe lösen
Ethanol-Extraktion Niedrig bis mittel Normaldruck Günstig und einfach Kann Chlorophyll und unerwünschte Stoffe mitlösen
Butan-Extraktion Niedrig Niedrig Sehr hoher Wirkstoffgehalt Entzündlich und riskant

Wenn Du ein CBD-Öl kaufst, liest Du oft den Hinweis „durch CO2-Extraktion gewonnen“. Dieser Satz klingt zunächst technisch, ist aber für die Qualität des Produkts entscheidend. Denn die Art der Extraktion beeinflusst, wie rein, wirksam und sicher ein CBD-Extrakt am Ende ist.

Gerade bei hochwertigen CBD-Ölen, medizinischen Cannabisextrakten und Vollspektrum-Produkten wird heute fast immer CO2 eingesetzt. Das Verfahren gilt als besonders sauber, da keine giftigen Lösungsmittelrückstände zurückbleiben.

Faktenbox:

  • CO2-Extraktion ist heute das Standardverfahren für CBD-Produkte.
  • Das Verfahren arbeitet ohne giftige Lösungsmittel.
  • Überkritisches CO2 verbindet Eigenschaften von Flüssigkeit und Gas.
  • Dadurch können Cannabinoide, Terpene und andere Pflanzenstoffe besonders effizient gelöst werden.
  • Die Methode wird auch in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie eingesetzt.

Warum ist die CO2-Extraktion bei CBD so wichtig?

Die Hanfpflanze enthält weit mehr als nur CBD. In ihr befinden sich:

  • Cannabinoide wie CBD, CBG oder CBC
  • Terpene, also aromatische Duftstoffe
  • Flavonoide
  • Wachse und Fette
  • Pflanzenreste und Chlorophyll

Damit aus der Pflanze ein hochwertiger Extrakt entsteht, müssen die gewünschten Stoffe von unerwünschten Bestandteilen getrennt werden. Genau hier setzt die CO2-Extraktion an.

Das Ziel besteht darin, möglichst viel CBD und andere wertvolle Inhaltsstoffe zu gewinnen, ohne dabei Schadstoffe, Rückstände oder zu viele Pflanzenreste mitzunehmen.

Wie wurde CBD früher aus Hanf gewonnen?

Schon im 19. Jahrhundert suchten Forscher nach Möglichkeiten, wertvolle Pflanzenstoffe aus Kräutern und Heilpflanzen herauszulösen. Bereits 1879 wurden erste theoretische Ansätze zur CO2-Extraktion beschrieben. Damals fehlten jedoch noch die technischen Möglichkeiten, um den nötigen Druck und die passende Temperatur zuverlässig zu erzeugen.

Erst in den 1980er Jahren änderte sich das. Moderne Hochdruckanlagen machten es möglich, CO2 gezielt als Lösungsmittel einzusetzen. Zunächst wurde das Verfahren vor allem in der Lebensmittelindustrie genutzt, etwa um Koffein aus Kaffee zu entfernen oder Hopfenextrakte für Bier herzustellen.

Später entdeckte auch die Cannabis- und CBD-Branche die Vorteile dieser Methode.

So funktionieren die Verfahren der CO2-Extraktion bei Cannabidiol (CBD)
So funktionieren die Verfahren der CO2-Extraktion bei Cannabidiol (CBD)

Was ist CO2 überhaupt?

CO2 ist die chemische Kurzform für Kohlendioxid. Das Gas kommt natürlicherweise in der Luft vor und entsteht beispielsweise beim Atmen oder bei industriellen Prozessen.

Für die Extraktion wird CO2 in eine spezielle Hochdruckanlage gepumpt. Dort wird es unter kontrollierten Bedingungen verdichtet. Je nach Druck und Temperatur verändert sich sein Zustand.

Besonders interessant ist der sogenannte überkritische Zustand. In diesem Zustand ist CO2 weder nur Gas noch nur Flüssigkeit. Es besitzt Eigenschaften von beidem gleichzeitig.

Dadurch kann es:

  • Wie ein Gas tief in die Pflanzenstruktur eindringen
  • Wie eine Flüssigkeit Cannabinoide und Terpene lösen
  • Nach der Extraktion rückstandslos verdampfen

Welche Arten der CO2-Extraktion gibt es?

Bei der Gewinnung von CBD unterscheidet man zwei Hauptverfahren:

  1. Unterkritische CO2-Extraktion
  2. Überkritische CO2-Extraktion

Wie funktioniert die unterkritische CO2-Extraktion?

Bei der unterkritischen Variante wird flüssiges CO2 bei relativ niedrigen Temperaturen und geringerem Druck eingesetzt.

Dadurch ist das Verfahren besonders schonend. Vor allem empfindliche Terpene bleiben besser erhalten. Das ist interessant, wenn ein besonders aromatischer oder terpenehaltiger Extrakt gewünscht wird.

Allerdings gibt es auch Nachteile:

  • Der Prozess dauert deutlich länger
  • Es sind oft 10 bis 40 Durchgänge nötig
  • Die Ausbeute an CBD ist geringer
  • Wachse und komplexe Stoffe werden schlechter gelöst
Praxisbeispiel:

Ein Hersteller von Premium-Terpenextrakten nutzt unterkritische CO2-Extraktion, um besonders empfindliche Duftstoffe aus speziellen Hanfsorten zu gewinnen. Diese Extrakte werden später in Aromaprodukten oder hochwertigen Vollspektrum-Ölen eingesetzt.

Warum wird meistens die überkritische CO2-Extraktion verwendet?

Die überkritische CO2-Extraktion ist heute der Standard in der CBD-Produktion. Dabei wird CO2 auf mindestens 31 °C erwärmt und auf mehr als 74 bar verdichtet.

In diesem Zustand kann das Kohlendioxid sehr effizient Cannabinoide aus der Hanfpflanze lösen.

Die wichtigsten Vorteile:

  • Hoher CBD-Ertrag
  • Schnelle Verarbeitung
  • Nur wenige Extraktionsdurchgänge nötig
  • Geeignet für große Produktionsmengen
  • Sehr reine Extrakte

Meist reichen bereits 3 bis 10 Durchgänge aus, um den größten Teil der Cannabinoide aus dem Pflanzenmaterial zu gewinnen.

Je höher Druck und Temperatur sind, desto schneller läuft die Extraktion ab. Allerdings steigt damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass unerwünschte Stoffe wie Wachse oder Chlorophyll mitgelöst werden.

Deshalb müssen Hersteller den Prozess sehr genau steuern.


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Über den Autor: Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber

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CBD VITAL

Wie läuft die überkritische CO2-Extraktion Schritt für Schritt ab?

Die Herstellung eines CBD-Extrakts erfolgt in mehreren Phasen.

1. Vorbereitung der Hanfpflanze

Bevor die eigentliche Extraktion beginnt, wird das Pflanzenmaterial vorbereitet. Dazu gehören:

  • Trocknung der Hanfpflanze
  • Zerkleinerung der Blüten und Pflanzenteile
  • Entfernung überschüssiger Feuchtigkeit

Dieser Schritt ist wichtig, weil Wasser bei der Extraktion problematisch sein kann. Zu viel Feuchtigkeit könnte dazu führen, dass sich Kohlensäure bildet oder die Ausbeute sinkt.

2. Decarboxylierung der Cannabinoide

In der frischen Hanfpflanze liegt CBD zunächst meist in seiner sauren Vorstufe CBDA vor. Damit daraus aktives CBD wird, muss die Pflanze erhitzt werden.

Diesen Vorgang nennt man Decarboxylierung.

Bei Temperaturen von etwa 100 bis 120 °C wird aus CBDA das bekannte CBD.

Faktenbox: Was bedeutet Decarboxylierung?

Bei der Decarboxylierung wird durch Hitze eine chemische Gruppe abgespalten. Erst dadurch werden viele Cannabinoide aktiv. Ohne diesen Schritt würde ein CBD-Extrakt deutlich weniger wirksames CBD enthalten.

3. Einfüllen in die Extraktionskammer

Das vorbereitete Pflanzenmaterial wird in eine geschlossene Extraktionskammer gefüllt. Anschließend wird flüssiges CO2 hineingepumpt.

Durch Temperatur und Druck verwandelt sich das CO2 in seinen überkritischen Zustand. Nun beginnt es, die gewünschten Pflanzenstoffe aus dem Hanf zu lösen.

4. Herauslösen der Cannabinoide

Das überkritische CO2 durchströmt die Hanfpflanze und löst dabei:

  • CBD
  • Andere Cannabinoide
  • Terpene
  • Pflanzliche Öle

Je nach Einstellung der Anlage kann der Hersteller bestimmen, welche Stoffe besonders stark extrahiert werden sollen.

Das ist wichtig, weil verschiedene Produkte unterschiedliche Anforderungen haben. Ein Vollspektrum-Extrakt soll möglichst viele Stoffe enthalten. Ein CBD-Isolat hingegen soll fast nur reines CBD liefern.

5. Trennung von CO2 und Extrakt

Nach der Extraktion gelangt das Gemisch aus CO2 und Pflanzenstoffen in eine zweite Kammer, die sogenannte Separationskammer.

Dort sinkt der Druck wieder ab. Das CO2 wird gasförmig und trennt sich von den gelösten Stoffen.

Der fertige Extrakt bleibt zurück und kann entnommen werden. Das CO2 wird häufig erneut aufgefangen und wiederverwendet.

Dadurch ist das Verfahren vergleichsweise umweltfreundlich.

Warum folgt oft noch eine Reinigung mit Alkohol?

Viele Hersteller reinigen den gewonnenen Extrakt zusätzlich. Dafür wird meist Ethanol verwendet.

Der Extrakt wird mit Alkohol vermischt und anschließend stark abgekühlt. Dabei setzen sich unerwünschte Stoffe wie Wachse und Fette ab.

Dieser Schritt wird als Winterisierung bezeichnet.

Nach etwa 24 bis 48 Stunden kann der gereinigte Extrakt gefiltert werden.

Das Ergebnis:

  • Hellere Farbe
  • Weniger Bitterstoffe
  • Besserer Geschmack
  • Höherer CBD-Anteil

Welche Vorteile hat die CO2-Extraktion gegenüber anderen Verfahren?

Kriterium CO2-Extraktion Ethanol-Extraktion Butan-Extraktion
Sicherheit Sehr hoch Gut Niedrig
Rückstände Keine Möglich Möglich
Geschmack Sehr rein Oft pflanzlich Stark
Umweltfreundlichkeit Hoch Mittel Niedrig
Kosten Hoch Niedrig Mittel

Die wichtigsten Vorteile der CO2-Extraktion im Überblick:

  • Keine giftigen Lösungsmittelrückstände
  • Sehr hohe Reinheit
  • Präzise Steuerung des Extraktionsprozesses
  • Geeignet für medizinische Produkte
  • CO2 kann mehrfach verwendet werden
  • Nicht brennbar und daher sicherer

Gibt es auch Nachteile der CO2-Extraktion?

So überzeugend die Methode auch ist, sie hat einige Nachteile.

  • Die Anlagen sind teuer
  • Hoher technischer Aufwand
  • Erfordert erfahrene Fachkräfte
  • Kleine Hersteller können sich die Technik oft nicht leisten

Eine professionelle CO2-Extraktionsanlage kostet oft mehrere zehntausend bis hunderttausend Euro. Deshalb arbeiten viele kleinere CBD-Marken mit spezialisierten Extraktionsunternehmen zusammen.

Ist die CO2-Extraktion gesundheitlich sicher?

Ja. Die US-amerikanische Food and Drug Administration stuft CO2 als unbedenklich ein. Auch in Europa gilt das Verfahren als sicher.

Anders als bei manchen anderen Extraktionsmethoden bleiben keine gefährlichen Rückstände im Endprodukt zurück. Das ist besonders wichtig bei Produkten, die regelmäßig eingenommen werden.

Wenn Du ein CBD-Öl auswählst, solltest Du dennoch auf unabhängige Laboranalysen achten. Sie zeigen, ob:

  • Der angegebene CBD-Gehalt stimmt
  • Keine Lösungsmittelreste enthalten sind
  • Das Produkt frei von Pestiziden und Schwermetallen ist

Welche Rolle spielt die CO2-Extraktion bei Vollspektrum CBD?

Gerade bei Vollspektrum CBD-Ölen ist die CO2-Extraktion besonders beliebt. Denn hier geht es nicht nur um reines CBD, sondern um das Zusammenspiel vieler Pflanzenstoffe.

Ein Vollspektrum-Extrakt enthält oft:

  • CBD
  • CBG
  • CBC
  • Terpene
  • Flavonoide

Diese Stoffe können sich gegenseitig ergänzen. Viele Experten sprechen vom sogenannten Entourage-Effekt.

Weitere Informationen zu hochwertigen Extrakten und Vollspektrum CBD Öl findest Du ebenfalls bei Metaller.de.

Kann CBD wirklich bei Beschwerden helfen?

CBD wird häufig mit einer Vielzahl möglicher Wirkungen in Verbindung gebracht. Wissenschaftlich gut untersucht ist vor allem die Anwendung bei bestimmten Formen der Epilepsie.

Darüber hinaus berichten viele Menschen über positive Erfahrungen bei:

  • Schlafproblemen
  • Stress und Unruhe
  • Migräne
  • Entzündungen
  • Muskelverspannungen

Die Forschung läuft jedoch noch. Nicht jede behauptete Wirkung ist wissenschaftlich ausreichend belegt.

Besonders vorsichtig solltest Du bei Aussagen zu schweren Erkrankungen sein. CBD ersetzt keine ärztliche Behandlung.

Auf Metaller.de findest Du weitere Informationen zu speziellen Themen wie CBD bei Nierenerkrankung, CBD bei Sichelzellenanämie, CBD bei Magersucht, CBD bei Zwangsstörungen oder ob CBD bei essentiellem Tremor helfen kann.

Weitere Beiträge findest Du außerdem im Metaller.de Hanf Magazin.

Welche Fragen zur CO2-Extraktion werden häufig gestellt?

Ist CO2-Extraktion besser als Alkohol-Extraktion?

In vielen Fällen ja. CO2 liefert meist reinere Extrakte und hinterlässt keine Rückstände. Alkohol-Extraktion ist günstiger, aber oft weniger präzise.

Bleibt CO2 im CBD-Öl zurück?

Nein. Nach der Extraktion verdampft das CO2 vollständig. Im fertigen Produkt bleiben normalerweise keine Rückstände zurück.

Warum sind CO2-extrahierte CBD-Produkte oft teurer?

Die Technik ist aufwendig und teuer. Dafür erhältst Du meist ein hochwertigeres und reineres Produkt.

Ist CO2-Extraktion umweltfreundlich?

Verglichen mit anderen Methoden ja. Das verwendete CO2 stammt häufig aus industriellen Nebenprodukten und kann wiederverwendet werden.

Woran erkennst Du ein gutes CBD-Produkt?

  • CO2-Extraktion wird ausdrücklich genannt
  • Unabhängige Laboranalyse vorhanden
  • Transparente Angaben zu CBD-Gehalt und Herkunft
  • Keine unnötigen Zusatzstoffe

Fazit: Warum ist die CO2-Extraktion der Goldstandard bei CBD?

Die CO2-Extraktion hat sich nicht ohne Grund als wichtigstes Verfahren zur Gewinnung von CBD etabliert. Sie liefert besonders reine, sichere und wirkstoffreiche Extrakte. Vor allem die überkritische CO2-Extraktion ermöglicht eine effiziente Gewinnung von CBD und anderen wertvollen Pflanzenstoffen.

Für Verbraucher bedeutet das: Wenn auf einem CBD-Produkt „CO2-extrahiert“ steht, ist das meist ein gutes Zeichen. Dennoch solltest Du zusätzlich auf Laborberichte, transparente Herstellerangaben und die Zusammensetzung achten.

So findest Du leichter ein hochwertiges CBD-Produkt, das Deinen Ansprüchen entspricht.


Über den Autor:

Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber


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