Kurz erklärt: Die klassische Einteilung von Cannabis in Sativa, Indica und Ruderalis gilt heute nur noch eingeschränkt. Moderne Forschung und Züchtung unterscheiden Cannabis zunehmend nach Wuchsform, chemischem Profil und Genetik. Begriffe wie Broad Leaf Drug, Narrow Leaf Drug und Chemovars gewinnen an Bedeutung, da sie Eigenschaften moderner Cannabis Sorten oft präziser beschreiben.
Welche Cannabis Sorten gibt es und wie werden sie heute unterschieden?
Die Begriffe Sativa und Indica werden weiterhin verwendet, gelten heute aber als vereinfachte Orientierungshilfe. Experten betrachten zunehmend Cannabinoide, Terpene und genetische Merkmale statt nur die äußere Erscheinung einer Pflanze.
Cannabis gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Über Jahrtausende wurde die Pflanze als Rohstoff, Nutzpflanze und später auch in medizinischen Zusammenhängen eingesetzt. Heute ist Cannabis Gegenstand intensiver Forschung, moderner Pflanzenzucht und einer weltweit wachsenden Industrie.
Früher schien die Einteilung einfach zu sein. Cannabis wurde in drei große Gruppen aufgeteilt. Sativa, Indica und Ruderalis. Diese Begriffe finden sich bis heute in Onlineshops, Seedbanken und Produktbeschreibungen.
Mittlerweile zeigt sich jedoch, dass diese klassische Unterteilung häufig zu kurz greift. Moderne Cannabis Sorten bestehen oft aus komplexen Kreuzungen verschiedener Linien. Viele Experten betrachten deshalb neue Einteilungen als sinnvoller.
| Alte Einteilung | Moderne Einteilung | Beschreibung |
|---|---|---|
| Sativa | Narrow Leaf Drug | Schmale Blätter, oft größerer Wuchs |
| Indica | Broad Leaf Drug | Breitere Blätter, kompakter Aufbau |
| Ruderalis | Autoflower Genetik | Automatische Blüte unabhängig vom Lichtzyklus |
| Hybrid | Chemovar | Einteilung nach Inhaltsstoffen und Profilen |
Warum gilt die alte Einteilung heute als überholt?
Viele Menschen verbinden Cannabis Sativa mit aktivierenden Eigenschaften und Cannabis Indica mit eher entspannenden Eigenschaften. Diese Einordnung entstand über viele Jahre und wird noch immer häufig verwendet.
In der Praxis zeigt sich allerdings ein Problem. Fast alle modernen Sorten sind heute genetische Mischformen.
Durch jahrzehntelange Züchtung wurden Pflanzen aus verschiedenen Regionen miteinander gekreuzt. Dadurch verschwimmen frühere Grenzen zunehmend.
Zwei Pflanzen können beispielsweise beide als Indica verkauft werden und dennoch völlig unterschiedliche Eigenschaften besitzen.
Das betrifft:
- Cannabinoidprofile
- Terpenprofile
- Blütenstruktur
- Wachstumsverhalten
- THC Gehalt
- CBD Gehalt
Eine als Sativa angebotene Sorte kann genetisch große Indica Anteile besitzen. Der Name allein verrät heute oft deutlich weniger als viele Verbraucher glauben.
Was bedeutet Narrow Leaf Drug?
Der Begriff Narrow Leaf Drug beschreibt schmalblättrige Cannabispflanzen.
Viele dieser Pflanzen würden früher grob unter Sativa eingeordnet werden.
Typische Eigenschaften
- lange und schmale Blätter
- größerer Wuchs
- größere Pflanzenhöhe
- oft längere Blütezeit
- luftiger Aufbau
- häufig Ursprung in tropischen Regionen
Diese Pflanzen stammen historisch oft aus Regionen nahe des Äquators.
Dazu zählen unter anderem:
- Thailand
- Mexiko
- Kolumbien
- Südostasien
Was bedeutet Broad Leaf Drug?
Broad Leaf Drug beschreibt breitblättrige Pflanzenformen.
Viele frühere Indica Linien würden heute darunter eingeordnet werden.
Merkmale
- breitere Blätter
- kompakter Wuchs
- oft kürzere Blütezeiten
- dichtere Pflanzenstruktur
- häufig aus Gebirgsregionen
Historisch stammen viele dieser Pflanzen aus:
- Afghanistan
- Pakistan
- Nordindien
Der kompaktere Aufbau könnte eine Anpassung an kühlere Regionen gewesen sein.
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Welche Rolle spielt Cannabis Ruderalis heute?
Cannabis ruderalis
Eine dritte Cannabis Sorte, die oft verwendet wird, ist Cannabis ruderalis. Diese Sorte wächst normalerweise in kälteren Klimazonen und hat kürzere, buschigere Blätter als andere Pflanzenformen.
Heute wird Ruderalis vor allem wegen einer besonderen Eigenschaft geschätzt.
Die Pflanze besitzt häufig sogenannte Autoflower Eigenschaften.
Das bedeutet:
- automatischer Blütebeginn
- weniger Abhängigkeit vom Lichtzyklus
- kürzere Kulturdauer
Moderne Autoflower Sorten enthalten oft Ruderalis Gene.
Wie sieht die klassische Einteilung aus?
Obwohl die moderne Wissenschaft differenzierter arbeitet, begegnen Verbraucher noch immer den traditionellen Begriffen.
Cannabis sativa
Eine der bekanntesten Pflanzenformen ist Cannabis sativa.
Historisch wurden diese Pflanzen mit schmaleren Blättern und größerem Wuchs beschrieben.
Die frühere Annahme, dass Sativa grundsätzlich bestimmte Eigenschaften besitzt, gilt heute jedoch als stark vereinfacht.
Cannabis indica
Eine weitere bekannte Gruppe ist Cannabis indica.
Sie wurde traditionell mit breiteren Blättern und kompakterem Aufbau verbunden.
Auch hier gilt heute: Die genetische Realität ist deutlich komplexer.
Warum betrachten Experten heute Chemovars?
Ein moderner Ansatz nutzt sogenannte Chemovars.
Hier steht nicht mehr die Form der Pflanze im Mittelpunkt.
Entscheidend sind stattdessen Inhaltsstoffe.
Wichtige Bestandteile
- THC
- CBD
- CBG
- CBC
- Terpene
Diese Stoffe bilden gemeinsam das chemische Profil einer Sorte.
Besonders Terpene werden inzwischen intensiv untersucht.
Dazu gehören beispielsweise:
- Myrcen
- Limonen
- Pinene
- Linalool
Viele Fachleute sprechen heute lieber von Chemovars statt Sativa oder Indica. Der Begriff beschreibt Cannabis anhand seiner Inhaltsstoffe und nicht nur anhand äußerer Merkmale.
Eine weitere Art von Cannabis, die zunehmend Aufmerksamkeit erhält, sind CBD dominante Sorten. Diese unterscheiden sich häufig deutlich im Cannabinoidprofil.
Nach aktueller Rechtslage und wissenschaftlichem Kenntnisstand dürfen allerdings keine pauschalen gesundheitsbezogenen Aussagen gemacht werden.
Welche Bedeutung haben Hybrid Cannabis Sorten heute?
Hybrid Sorten dominieren inzwischen den Markt.
Es gibt nur noch wenige Sorten, die als genetisch unveränderte Landrassen gelten.
Bekannte Hybrid Sorten
- Sour Diesel
- Blue Dream
- Girl Scout Cookies
Hybrid Sorten kombinieren Eigenschaften verschiedener Genlinien.
Dadurch entstehen Pflanzen mit unterschiedlichen Profilen.
Ein weiteres wichtiges Merkmal ist der Wuchszyklus.
Einige Pflanzen entwickeln sich schneller, andere benötigen deutlich mehr Zeit.
FAQ zu Cannabis Sorten
Gibt es reine Sativa oder Indica Sorten?
Reine Linien sind heute selten. Die meisten modernen Pflanzen enthalten verschiedene genetische Anteile.
Warum verwenden Shops weiterhin Sativa und Indica?
Die Begriffe sind bekannt und für Verbraucher leicht verständlich.
Was ist heute wichtiger als Sativa oder Indica?
Viele Experten achten stärker auf Cannabinoidprofile, Terpene und genetische Eigenschaften.
Sind Broad Leaf und Narrow Leaf wissenschaftlich genauer?
Sie gelten häufig als präzisere Beschreibung der Wuchsform.
Fazit
Die Einteilung von Cannabis hat sich stark verändert. Während Sativa, Indica und Ruderalis weiterhin bekannt sind, betrachtet die moderne Cannabiswelt zunehmend genetische und chemische Merkmale.
Begriffe wie Broad Leaf Drug, Narrow Leaf Drug und Chemovars liefern oft ein genaueres Bild moderner Sorten.
Wer Cannabis verstehen möchte, sollte deshalb nicht nur auf traditionelle Bezeichnungen achten, sondern auch auf Inhaltsstoffe, Genetik und Pflanzenstruktur.
Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Aussagen zu Cannabis, Cannabinoiden und Inhaltsstoffen beziehen sich auf allgemeine wissenschaftliche Erkenntnisse. Gesundheitsbezogene Wirkungen können individuell unterschiedlich sein.
Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber
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