Interview mit CannabisCoach-Stef und Eddy, Gründer von Growmiez

Fundiertes Wissen, hochwertige Cannabisgenetik und eine ehrliche Beratung werden für die noch junge deutsche Cannabisbranche immer wichtiger. Zwei Menschen, die diese Entwicklung aus unterschiedlichen Perspektiven begleiten, sind Stefan Thate und Edin Dedic. Während Stefan als „CannabisCoach-Stef“, Dozent, Prüfer, Anbauberater und Cannabis-Sommelier tätig ist, betreibt Eddy mit Growmiez ein Fachgeschäft in Hof an der Saale sowie einen deutschlandweiten Onlineshop für Cannabissamen.

CannabisCoach-Stef und Eddy, Gründer von Growmiez

Interview mit CannabisCoach-Stef und Eddy, Gründer von Growmiez
Interview mit CannabisCoach-Stef und Eddy, Gründer von Growmiez

Beide führen eigenständige Betriebe, ergänzen sich mit ihren jeweiligen Schwerpunkten aber auf sinnvolle Weise. Eddy kümmert sich um ein sorgfältig ausgewähltes Sortiment an Samen und Cannabisgenetiken. Stef bringt wissenschaftlich fundiertes Wissen über den Anbau, die Qualität von Cannabisblüten, Terpene und weitere Fachbereiche ein. Dabei verfolgen beide einen klaren Anspruch: Menschen sollen nicht mit Mythen, Halbwissen oder leeren Werbeversprechen konfrontiert werden, sondern verständliche Informationen und eine ehrliche Orientierung erhalten.

Im Interview mit Metaller.de sprechen Stef und Eddy über ihre persönlichen Wege in die Cannabisbranche, ihre beruflichen Projekte und die Herausforderungen eines legalen Cannabisfachhandels. Sie erklären, warum „Pro-Science statt Bro-Science“ für sie mehr als ein Schlagwort ist, welche Missverständnisse ihnen im Alltag begegnen und weshalb Qualität, Weiterbildung und eine stärkere Vernetzung innerhalb der Branche entscheidend sind. Außerdem geben sie einen Einblick in ihre aktuellen Pläne, den Ausbau von Growmiez und ihre Vorstellungen von einer professionellen und gesellschaftlich akzeptierten Cannabiskultur in Deutschland.

Interview mit CannabisCoach-Stef und Eddy, Gründer von Growmiez

Bitte stellt euch beide kurz vor und erzählt unseren Leserinnen und Lesern, wie ihr euren Weg in die Cannabisbranche gefunden habt.

Stef: Mein Name ist Stef, online auch bekannt als „CannabisCoach-Stef“ (cannabiscoach-stef.de). Mein Weg in die professionelle Branche führte direkt über die Cannabis-Akademie. Ich habe dort zunächst als Schüler angefangen und durfte als einer der Besten abschließen. Daraufhin wurde ich erst als vertretender Dozent eingesetzt und bin mittlerweile fester Dozent und Prüfer dort. Das war ein toller Weg, der mir ein extrem solides Fundament gegeben hat.

Cannabiscoach-Stef beim Sensoriktraining
Cannabiscoach-Stef beim Sensoriktraining

Eddy: Ich bin Eddy, Gründer von Growmiez. Bei mir bekommt man beides: ein Ladengeschäft mitten in Hof an der Saale und den Onlineshop www.growmiez.de, über den ich deutschlandweit versende. Angefangen hat alles mit meiner eigenen Begeisterung für die Pflanzen. Als die Teillegalisierung kam, war für mich schnell klar: Es braucht Anlaufstellen, die den Handel mit Samen und Genetiken ernsthaft und auf Augenhöhe betreiben, mit echter Beratung statt Hinterzimmer-Atmosphäre. Genau das wollte ich aufbauen und mache das bis heute als Ein-Mann-Betrieb, vom Einkauf über die Beratung im Laden bis zur letzten Zeile Code im Shop.

Eddy, der Gründer von Growmiez
Eddy, der Gründer von Growmiez

Was hat euch jeweils dazu motiviert, euch beruflich und persönlich mit Cannabis zu beschäftigen?

Stef: Ich habe mich schon sehr früh mit der Pflanze beschäftigt, insbesondere mit dem medizinischen Aspekt. Der ausschlaggebende Punkt war die Krebserkrankung meiner Mutter. Das hat mich dazu gebracht, mich extrem intensiv in die Materie einzuarbeiten und auch praktisch mit der Pflanze zu arbeiten. Mittlerweile baue ich seit rund 13 Jahren selbst an und die Faszination für diese vielseitige Pflanze hat mich nie wieder losgelassen.

Eddy: Mich hat zuerst die Pflanze selbst gepackt – dieser handwerkliche Reiz, aus einem Samen etwas wachsen zu sehen, und die riesige Sortenvielfalt dahinter. Der berufliche Funke kam zuerst mit der enorm großen Leidenschaft für Cannabis-Genetik und dann mit der Gesetzesänderung. Ich habe gesehen, wie viele Leute plötzlich legal loslegen wollten und wie wenig seriöse, gut sortierte Anlaufstellen es dafür gab. Diese Lücke zu füllen – ordentlicher Fachhandel statt Grauzone – war für mich Motivation genug, den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen.

Wie würdet ihr eure jeweiligen Schwerpunkte und Tätigkeitsbereiche beschreiben?

Stef: Ich habe mir gerade erst meine eigene Plattform aufgebaut, auf der ich Anbauberatung, Fachvorträge und einen Sommelier-Service anbiete, begleitet von meinem Blog. Da ich mit diesem breiten Angebot noch recht frisch am Start bin und die gesetzliche Lage viele Möglichkeiten noch nicht zulässt, kristallisiert sich der eine, alles überragende Schwerpunkt im Alltag gerade erst heraus. Für mich persönlich schlägt mein Herz aber ganz klar für den Bereich Sommelier und die absolute Qualität der Blüten. Das steht für mich, natürlich mit der Cannabis-Akademie, an erster Stelle.

Eddy: Mein Schwerpunkt ist ganz klar: Die besten Cannabis Samen auf dem Markt. Ich kuratiere das Sortiment – welche Samenbanken und Sorten es ins Regal und in den Shop schaffen –, sorge für die Infrastruktur vom Laden bis zum Versand und bin für die Leute die erste Anlaufstelle, wenn es um die passende Sortenauswahl geht. Ich kümmere mich darum, dass die Kundinnen und Kunden überhaupt an das richtige, hochwertige Saatgut kommen – zuverlässig, gut beraten und im legalen Rahmen. Aktuell führe ich ca. 250 Sorten und bin gerade dabei, das auf 400-500 auszubauen.

Beratung vor Ort
Beratung vor Ort

Worauf legt ihr bei eurer Arbeit mit Menschen und der Vermittlung von Cannabiswissen besonderen Wert?

Stef: Unser absolutes Leitmotiv lautet: Pro-Science statt Bro-Science! Wir legen größten Wert darauf, dass unsere Beratung und unsere Informationen auf echten, nachweisbaren Fakten basieren und nicht auf irgendwelchen Mythen aus Foren. Nur so können unsere Kunden und Partner langfristig zufrieden sein und erfolgreich mit uns arbeiten.

Eddy: Für mich steht Ehrlichkeit an erster Stelle – auch mal einem Kunden von einer Sorte (oder anderem Produkt) abzuraten, wenn sie nicht zu seinem Vorhaben passt. Ich will niemandem etwas aufschwatzen, sondern so beraten, dass die Leute am Ende zufrieden sind und wiederkommen. Dazu gehört, komplizierte Dinge einfach zu erklären und Einsteiger nicht mit Fachchinesisch zu überfordern.

Welche Ziele möchtet ihr mit euren Projekten in den kommenden Jahren erreichen?

Stef: Das übergeordnete Ziel ist es, fundiertes Wissen zu verbreiten. Zusammen mit Eddy sind wir da einfach extrem gut aufgestellt. Wir sind beide voller Enthusiasmus und sehr motiviert, die Menschen da draußen als echtes Komplettpaket zu versorgen: mit hochwertigem Saatgut, dem besten Equipment und dem nötigen Fachwissen.

Eddy: Ich möchte Growmiez zu einer der ersten Adressen für Cannabissamen in Deutschland machen – online wie im Laden. Dazu gehört ein breiteres Sortiment, noch bessere Beratung und der Ausbau unseres Wissensbereichs, damit Leute nicht nur Samen kaufen, sondern auch verlässliche Informationen finden.

Stefan, du vereinst heute viele verschiedene Rollen – vom Cannabiscoach über die Anbauberatung und Vorträge bis hin zum Cannabis-Sommelier sowie Dozenten und Prüfer. Welche dieser Erfahrungen haben deinen Blick auf Cannabis und die Branche am stärksten geprägt?

Stef: Auch wenn meine private Beratungstätigkeit gerade erst richtig anläuft, prägt mich vor allem meine Rolle als Dozent an der Cannabis-Akademie enorm. Dort sehe ich jede Woche, wie viele begeisterte und enthusiastische Menschen es gibt, die sich professionell in dieser Branche engagieren wollen. Das freut mich extrem und motiviert mich ungemein. Genau deshalb ist es mir auch so wichtig, dieses Wissen in die Breite zu tragen – aktuell bin ich zum Beispiel auch mit der Volkshochschule (VHS) bezüglich eines Aufklärungskurses im Gespräch.

Eddy, mit growmiez.de unterstützt ihr Menschen beim Cannabisanbau. Welche Fragen oder Herausforderungen begegnen euch dabei am häufigsten und wie helft ihr euren Kundinnen und Kunden dabei?

Eddy: Die mit Abstand häufigste Frage ist: „Welche Sorte passt zu mir?“ Gerade Einsteiger sind von der Auswahl erst mal erschlagen – feminisiert, autoflowering, reguläre Samen, dazu hunderte Sortennamen. Meine Aufgabe ist es, da Ordnung reinzubringen und bei der richtigen Wahl für das jeweilige Vorhaben und Erfahrungslevel zu helfen. Die zweite große Frage betrifft den rechtlichen Rahmen – was man nach dem Konsumcannabisgesetz eigentlich darf und was nicht. Da kläre ich sachlich auf und verweise für die Details auf unseren Wissensbereich, die Cannapedia auf growmiez.de. Wenn es dann um die tiefe Anbaupraxis geht, verweise ich gern an ausgewiesene Fachleute wie Stef – die machen die Beratung, ich sorge fürs passende Saatgut. So findet am Ende jeder das Richtige.

Ihr bringt unterschiedliche Schwerpunkte und Erfahrungen mit. Wie ergänzt ihr euch als Team und welche Vorteile bietet diese Kombination für eure Arbeit?

Stef: Wir haben da eine absolute Win-win-Situation geschaffen. Eddy hat seinen bestehenden Laden und den stetig wachsenden Online-Seedshop – er bringt also die Produkte und die Infrastruktur mit. Ich steuere das zertifizierte Wissen bei, das durch meine Dozententätigkeit immer auf dem allerneuesten Stand der Wissenschaft ist. Das kommt natürlich auch den Kunden direkt im Laden als erstklassige Beratung zugute. Zudem trainiere ich mehrmals wöchentlich meine Nase mit Terpenisolaten für meine Sommeliertätigkeit und darf dieses Jahr im September sogar erstmals als Jury-Mitglied bei den Cannabis-Akademie Awards fungieren. Diese gebündelte Expertise aus Theorie, Praxis und Infrastruktur macht uns als Team so stark.

Eddy: Ehrlich gesagt sind wir weniger ein festes Team als zwei eigenständige Betriebe, die sich schätzen und gegenseitig sichtbar machen. Ich führe meinen Laden und den Onlineshop allein, Stef macht sein eigenes Ding mit Beratung und Sommelier-Service. Für die Leute ist genau diese Vernetzung praktisch: Wer bei mir Saatgut kauft und tiefer in die Anbaupraxis einsteigen will, den verweise ich gern an einen Fachmann wie Stef – und andersherum kommen über ihn auch mal Leute zu mir, die ein gut sortiertes Angebot suchen. Zwei Spezialisten, die sich ergänzen, jeder in seinem eigenen Bereich. Aber eine enge Zusammenarbeit in Zukunft ist definitiv nicht auszuschließen.

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Über den Autor: Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Bild-, Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber


Die Cannabisbranche entwickelt sich derzeit rasant. Welche Veränderungen oder Entwicklungen haben euch in den vergangenen Jahren besonders überrascht?

Stef: Ganz klar: Die Teillegalisierung in Deutschland! Abgesehen davon ist es extrem spannend, aber manchmal auch ein wenig beängstigend zu beobachten, was aktuell am Markt passiert – insbesondere, wenn man sieht, wie sich große Player, vor allem aus dem Pharma- und Medizinbereich, in Stellung bringen.

Eddy: Mich hat aus Handelssicht vor allem eine Sache überrascht: wie paradox die Lage für uns Händler ist. Das Geschäft ist legal, aber werben darf man dafür praktisch nicht – das Konsumcannabisgesetz zieht da sehr enge Grenzen. Man baut also ein legales Fachgeschäft auf und muss gleichzeitig extrem kreativ sein, um überhaupt sichtbar zu werden. Positiv überrascht hat mich, wie viele ganz normale Leute plötzlich in den Laden kommen – quer durch alle Altersgruppen. Das hätte ich in der Breite so nicht erwartet.

Immer mehr Menschen interessieren sich für Cannabis, verfügen aber noch über wenig fundiertes Wissen. Welche Missverständnisse begegnen euch am häufigsten und wie klärt ihr darüber auf?

Stef: Es gibt unzählige Mythen, sowohl was den Konsum als auch was den Anbau betrifft. Beim Konsum fällt mir oft auf, dass gerade junge Menschen fast ausschließlich auf extrem hohe THC-Gehalte fixiert sind. Sie vergessen dabei völlig den „Entourage-Effekt“. Die wirklich „gute“ oder passgenaue Wirkung kommt maßgeblich von den Terpenen, nicht nur vom THC. Beim Anbau wiederum scheitert es oft schon an den Basics: Viele wissen nicht, was genau „feminisiert“ oder „autoflowering“ eigentlich bedeutet, oder wie massiv sich schmalblättrige und breitblättrige Cannabis-Varietäten in ihrem Wuchsverhalten und ihrer Blütedauer unterscheiden können.

Eddy: Aus meiner Perspektive als Händler begegnet mir oft das Missverständnis, dass so ein Samen-Fachgeschäft irgendetwas Anrüchiges sei – dabei ist es ein ganz normaler, legaler Handel. Diese Berührungsängste abzubauen ist mir wichtig; deshalb setze ich bewusst auf einen offenen Laden in der Innenstadt und professionelle Beratung. Das zweite ist der Irrglaube „Hauptsache billig“. Beim Saatgut zählen Qualität und Verlässlichkeit der Genetik – da kläre ich lieber einmal in Ruhe auf, als dass jemand am falschen Ende spart.

Wie wichtig sind seriöse Aufklärung, Weiterbildung und verantwortungsvoller Umgang mit Cannabis für die Zukunft der Branche und wo seht ihr aktuell noch den größten Nachholbedarf?

Stef: Das ist das absolute Fundament für eine funktionierende Branche. Es braucht noch wahnsinnig viel Aufklärung in der Breite – und ganz besonders hier bei uns in Bayern! Nur mit Bildung können wir Stigmata abbauen und einen sicheren Konsum gewährleisten.

Eddy: Enorm wichtig – und ich sehe den Fachhandel da klar in der Verantwortung. Ein gutes Fachgeschäft ist ja mehr als eine Verkaufsstelle: Es ist oft der erste Ort, an dem jemand überhaupt seriöse Fragen stellen kann, ohne schief angeschaut zu werden. Gerade hier in Bayern, wo das Thema noch besonders zurückhaltend behandelt wird, ist so eine niedrigschwellige Anlaufstelle viel wert. Den größten Nachholbedarf sehe ich darin, dass sich seriöse Fachhändler und echte Experten stärker vernetzen – jeder in seiner Rolle, aber mit kurzen Wegen zueinander. Da können Leute wie Stef und ich sicher mit gutem Beispiel vorangehen.

Welches Missverständnis über Cannabis oder die Cannabisbranche würdet ihr gerne endgültig aus der Welt schaffen?

Stef: Den Mythos, dass der reine Konsum von Cannabis tödlich wirken kann. Das ist schlichtweg physiologischer Bullshit und muss endlich aus den Köpfen der Menschen verschwinden.

Eddy: Das Klischee, dass hinter so einem Geschäft und der ganzen Branche nur „Kiffer“ ohne echten Plan stehen. Das Gegenteil ist der Fall: Da steckt genauso viel Ernsthaftigkeit, Handwerk und unternehmerische Arbeit drin wie in jeder anderen Branche auch – vom Wareneinkauf über die Beratung bis zur Buchhaltung. Diese Schublade würde ich gern endgültig schließen. Wir sind ganz normale Fachleute, die einen ordentlichen Job machen wollen.


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Welchen Rat würdet ihr Menschen geben, die sich intensiver mit Cannabis beschäftigen oder selbst beruflich in der Branche aktiv werden möchten?

Stef: Sucht euch Institutionen wie beispielsweise die Cannabis-Akademie, um euch fundiert weiterzubilden und euer Wissen auch offiziell nachweisen zu können. Und der wichtigste Rat: Bleibt immer ehrlich – vor allem auch zu euch selbst!

Eddy: Wer beruflich einsteigen will, dem rate ich: Behandle es von Tag eins als richtiges Unternehmen, nicht als Hobby mit Ladenschild. Das heißt, sich ernsthaft mit dem rechtlichen Rahmen, mit sauberer Kalkulation und mit verlässlichen Bezugsquellen auseinanderzusetzen – der Rest ist harte Arbeit. Und für alle, die einfach privat tiefer einsteigen wollen: Fangt mit hochwertiger, verlässlicher Genetik an, liest euch gut in die Thematik ein oder lasst euch von jemandem beraten, der Ahnung hat. Ergänzend zu Stefs Rat mit der fundierten Ausbildung ist das der beste Start, den man haben kann.

An welchen Projekten arbeitet ihr derzeit und worauf dürfen sich eure Communities und Interessierte in den kommenden Monaten besonders freuen?

Stef: Da es aufgrund der aktuellen rechtlichen Lage in Deutschland immer noch nicht ganz einfach ist, völlig problemlos zu züchten, bauen wir gerade intensiv Kontakte zu internationalen Breedern auf. Mit diesen Partnern wollen wir in Zukunft eigene Projekte und vielleicht eigene Genetiken auf den Markt bringen. Anonsten ist die Cannabis-Akademie gerade dabei einen neuen Kurs aufzubauen, der sehr tief in die Marterie geht (Cannabis Cultivation Expert). Diesen darf ich gerade testen. Es bleibt also spannend!

Eddy: Bei mir steht gerade der große Sortimentsausbau an – ich erweitere von rund 250 auf 400-500 Sorten, damit growmiez.de eine der bestsortierten Anlaufstellen im deutschsprachigen Raum wird. Parallel baue ich unseren Wissensbereich, die Cannapedia, kontinuierlich aus, damit Kunden dort verlässliche Informationen zu Sorten, Keimung und Rechtslage finden. Und generell halte ich international die Augen nach spannenden Genetiken und Breedern offen, die ich ins Sortiment holen kann. Es bleibt also spannend, online wie im Laden in Hof.

Was wünscht ihr euch persönlich für die Zukunft von Cannabis, Hanf und der gesamten Cannabisbranche in Deutschland?

Stef: Viel mehr Zusammenhalt und Zusammenarbeit! Es ist oft traurig mitanzusehen, wie kleine Growshops sich gegenseitig als harte Konkurrenz betrachten und bekämpfen, anstatt gemeinsame Sache zu machen und zusammen zu wachsen. Ansonsten wünsche ich mir für die Zukunft echte, kompetente Fachgeschäfte. Denn mit der Expertise in solchen Fachgeschäften wird sich auch die Qualität auf dem Markt automatisch weiterentwickeln.

Eddy: Ich wünsche mir, dass das Ganze irgendwann völlig normal ist – dass ein Fachgeschäft genauso selbstverständlich zum Stadtbild gehört wie die Bäckerei oder der Buchladen nebenan. Dazu gehören faire Bedingungen für kleine, unabhängige Händler und ein Miteinander statt ständigem Gegeneinander – da bin ich ganz bei Stef. Und ganz konkret wünsche ich mir, dass sich Qualität und Seriosität durchsetzen. Dann profitieren am Ende alle: die Branche, die Kunden und die Pflanze selbst.

CannabisCoach-Stef und Eddy, Gründer von Growmiez
CannabisCoach-Stef und Eddy, Gründer von Growmiez

Fazit: Fachwissen, Qualität und Zusammenarbeit als gemeinsame Basis

Das Interview mit Stefan Thate und Edin Dedic zeigt, wie vielseitig die deutsche Cannabisbranche inzwischen aufgestellt ist. Stef vermittelt als CannabisCoach, Dozent, Prüfer, Anbauberater und Cannabis-Sommelier fundiertes Wissen. Eddy schafft mit Growmiez eine professionelle Anlaufstelle für hochwertige Cannabissamen und eine persönliche Sortenberatung. Beide führen eigenständige Betriebe, können ihre unterschiedlichen Kompetenzen aber sinnvoll miteinander verbinden.

Besonders deutlich wird im Gespräch, dass eine langfristig erfolgreiche Cannabisbranche mehr benötigt als gute Produkte. Entscheidend sind wissenschaftlich fundierte Informationen, ehrliche Beratung, hochwertige Genetik und ein verantwortungsvoller Umgang mit der Pflanze. Gleichzeitig müssen verbreitete Mythen, Vorurteile und Berührungsängste weiter abgebaut werden. Fachgeschäfte, qualifizierte Berater und seriöse Bildungsangebote können dabei eine wichtige Rolle übernehmen.

Stef und Eddy wünschen sich für die Zukunft vor allem mehr Zusammenarbeit innerhalb der Branche. Kleine Fachhändler, Berater, Growshops und andere Spezialisten sollten sich nicht ausschließlich als Konkurrenten betrachten, sondern ihre jeweiligen Stärken miteinander verbinden. Wenn Qualität, Kompetenz und Seriosität im Mittelpunkt stehen, profitieren davon nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Kundinnen und Kunden sowie die gesamte Cannabiskultur in Deutschland.

Ich bedanke mich herzlich bei Stefan Thate und Edin Dedic für das ausführliche Interview, ihre offenen Antworten und die interessanten Einblicke in ihre Arbeit. Für ihre aktuellen Projekte und die weitere Entwicklung von CannabisCoach-Stef und Growmiez wünschen wir beiden viel Erfolg.

Quellen / Infos / Fotos: CannabisCoach-Stef und Eddy, Gründer von Growmiez

Gesprächspartner: Stefan Thate (cannabiscoach-stef.de) · Edin Dedic (www.growmiez.de)

Redaktioneller Hinweis: Die in diesem Interview geäußerten Meinungen, Einschätzungen und Aussagen stammen ausschließlich vom Interviewpartner und spiegeln nicht zwangsläufig die Auffassung der Redaktion von Metaller.de wider. Das Interview dient der Information und dem Austausch unterschiedlicher Sichtweisen innerhalb der Cannabis-, Hanf- und CBD-Branche.

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Über den Autor:
Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Bild-, Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber
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