Wie hilft der Untergrund gegen Stadthitze?

Der Untergrund kann Städte auf zwei Arten bei der Anpassung an Hitze unterstützen: Er liefert geothermische Energie und kann überschüssige Wärme zeitweise speichern. Das Forschungsprojekt CO₂OL ISLANDS untersucht, wie sich diese Möglichkeiten mit Gebäuden, Vegetation, Grundwasser und Stadtplanung verbinden lassen. Ein Urbaner Digitaler Zwilling soll Kommunen dabei helfen, geeignete Standorte zu erkennen, Nutzungskonflikte zu vermeiden und wirksame Maßnahmen für eine klimaresiliente Stadt zu kombinieren.

Wie hilft der Untergrund gegen Stadthitze?

Wie hilft der Untergrund gegen Stadthitze?
Wie hilft der Untergrund gegen Stadthitze?
Baustein Aufgabe im Projekt Möglicher Nutzen Wichtige Grenze
Untergrund Wärme aufnehmen, speichern und wieder abgeben Weniger Abwärme im Sommer, nutzbare Wärme im Winter Thermische Belastbarkeit ist räumlich begrenzt
Geothermie Wärme und je nach System auch Kälte bereitstellen Lokale und vergleichsweise konstante Energiequelle Standort, Genehmigung und fachgerechte Auslegung sind entscheidend
Grundwasser Teil des natürlichen Systems und möglicher Energieträger Kann bei passenden Bedingungen thermisch genutzt werden Trinkwasser und Gewässerqualität haben Vorrang
Gebäude und Anlagen Wärmebedarf, Kühlbedarf und Abwärme liefern Energieflüsse im Quartier können gekoppelt werden Sanierung und Effizienz bleiben notwendig
Vegetation Verschattung und Verdunstung ermöglichen Direkte Entlastung im Straßenraum und an Gebäuden Benötigt Fläche, Wasser und dauerhafte Pflege
Urbaner Digitaler Zwilling Daten und Szenarien zusammenführen Nachvollziehbare und schnellere Planung Ergebnisse hängen von Datenqualität und Modellannahmen ab

Faktenbox: Meldung, Bedeutung und Einordnung

Meldung: Die TU Berlin entwickelt im Verbundprojekt CO₂OL ISLANDS einen Planungsansatz, der Untergrund, Geothermie, Grundwasser, Gebäude, Vegetation, Stadtklima und Verwaltungspraxis gemeinsam betrachtet.

Bedeutung: Sommerliche Abwärme soll nicht einfach an die aufgeheizte Außenluft abgegeben, sondern nach Möglichkeit im Untergrund gespeichert und im Winter wieder genutzt werden.

Einordnung: Besonders wichtig ist das Vorhaben für Kommunen, Stadtplaner, Wasserbehörden, Energieversorger, Gebäudeeigentümer und dicht bebaute Quartiere mit hohem Kühlbedarf.

Wie hilft der Untergrund gegen Stadthitze?
Wie hilft der Untergrund gegen Stadthitze?

Warum wird Stadthitze zu einem immer größeren Problem?

Städte sind während heißer Wetterlagen häufig wärmer als ihr Umland. Dieses Phänomen heißt Urban Heat Island Effect oder städtischer Wärmeinseleffekt. Asphalt, Beton, Dächer und Fassaden nehmen tagsüber Sonnenenergie auf und geben sie zeitverzögert wieder ab. Gleichzeitig fehlen auf stark versiegelten Flächen Böden und Pflanzen, die Wasser speichern und ihre Umgebung durch Verdunstung kühlen könnten.

Dichte Bebauung kann außerdem die Luftzirkulation einschränken. Hinzu kommt Wärme, die Menschen technisch erzeugen. Fahrzeuge, Gewerbe, Rechenzentren, Produktionsanlagen und Gebäude geben Energie an ihre Umgebung ab. Klimaanlagen verschieben Wärme aus Innenräumen nach außen und können dadurch die unmittelbare Umgebung zusätzlich belasten. Das bedeutet nicht, dass auf notwendige Kühlung verzichtet werden muss. Es zeigt vielmehr, warum eine rein technische Einzelmaßnahme das Problem nicht vollständig löst.

Besonders kritisch sind heiße Nächte, in denen Gebäude und Straßen kaum abkühlen. Ältere Personen, kleine Kinder, Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen sowie Personen, die im Freien arbeiten, sind besonders gefährdet. Stadtklimaanpassung ist deshalb auch Gesundheits- und Bevölkerungsschutz.

Faktenbox: Was verstärkt eine städtische Wärmeinsel?

  • große versiegelte und dunkle Flächen
  • fehlende Bäume, Grünräume und unversiegelte Böden
  • geringe Luftbewegung zwischen dicht stehenden Gebäuden
  • Abwärme aus Verkehr, Gebäuden, Gewerbe und technischen Anlagen
  • ein hoher Kühlbedarf mit zusätzlicher Wärmeabgabe nach außen
  • lange Hitzeperioden und Nächte mit geringer Abkühlung

Was untersucht das Projekt CO₂OL ISLANDS?

CO₂OL ISLANDS betrachtet die klimaresiliente Stadt als zusammenhängendes System. Das Projekt fragt nicht nur, an welcher Stelle eine Erdwärmesonde technisch möglich wäre. Es untersucht, wie Energiebedarf, sommerliche Abwärme, geologische Bedingungen, Grundwasser, Gebäudestruktur, Stadtgrün und kommunale Abläufe miteinander verknüpft werden können.

Die Technische Universität Berlin bringt insbesondere ihre Kenntnisse über Ingenieurgeologie, urbanen Untergrund und geothermische Systeme ein. Gemeinsam mit dem Fachgebiet Versorgungsplanung und Versorgungstechnik der Universität der Künste Berlin sowie Partnern aus Verwaltung und Energiewirtschaft soll daraus ein praxisnaher Planungsansatz entstehen.

Das Ziel ist kein pauschales Rezept für alle Städte. Vielmehr soll ein Werkzeug entstehen, mit dem Fachleute unterschiedliche örtliche Lösungen vergleichen können. Informationen zum Projekt, zu den beteiligten Institutionen und zum Forschungsansatz findest Du auf der Projektseite der TU Berlin zu CO₂OL ISLANDS.

Welche Leitfragen stehen im Mittelpunkt?

  • Wo lässt sich oberflächennahe Geothermie technisch und rechtlich sinnvoll einsetzen?
  • Wo entsteht im Sommer nutzbare Abwärme?
  • Wie kann Wärme saisonal gespeichert und im Winter wieder entnommen werden?
  • Welche thermische Belastung vertragen Boden und Grundwasser?
  • Welche Quartiere besitzen einen besonders hohen Wärme- oder Kühlbedarf?
  • Wie lassen sich Geothermie, Sanierung, Verschattung, Bäume und Grünflächen kombinieren?
  • Wie können Genehmigungen auf einer besseren Datengrundlage vorbereitet werden?

Wie funktioniert saisonale Wärmespeicherung im Untergrund?

Bei der saisonalen Wärmespeicherung wird Energie zeitlich verschoben. Im Sommer fällt in vielen Gebäuden und technischen Anlagen Wärme an, während gleichzeitig Kühlung benötigt wird. Unter passenden geologischen und technischen Bedingungen kann ein Teil dieser Wärme in den Untergrund übertragen werden. Im Winter wird sie wieder entnommen und mithilfe eines geeigneten Energiesystems für Heizung oder Warmwasser nutzbar gemacht.

Der Untergrund erfüllt damit mehrere Funktionen. Er ist Wärmequelle, möglicher Speicher und Bestandteil eines Kühlsystems. Eine Wärmepumpe kann die vorhandene Temperatur auf das für ein Gebäude notwendige Niveau anheben. Wie effizient das Gesamtsystem arbeitet, hängt unter anderem von Temperaturniveau, Speichertyp, Leitungswegen, Gebäudezustand und Betriebsweise ab.

Wie könnte das in einem Quartier praktisch aussehen?

Ein Bürogebäude, ein Supermarkt oder ein Rechenzentrum erzeugt auch im Sommer Wärme. Statt diese Energie vollständig an die Außenluft abzugeben, könnte ein geeignetes System sie aufnehmen und unterirdisch speichern. In der Heizperiode steht die gespeicherte Energie einem benachbarten Wohngebäude oder einem lokalen Wärmenetz zur Verfügung. Ein solcher Verbund kann besonders interessant sein, wenn Wärmeangebot und Wärmebedarf räumlich nah beieinanderliegen.

Das ist jedoch kein automatischer Kreislauf ohne Verluste. Pumpen, Wärmetauscher, Wärmepumpen und Verteilnetze benötigen Energie. Zudem bleibt nicht jede eingespeicherte Wärmemenge vollständig erhalten. Entscheidend ist deshalb eine Bilanz über das gesamte Jahr. Der Untergrund darf weder fortlaufend aufgeheizt noch dauerhaft zu stark abgekühlt werden.

Faktenbox: Was bedeutet nachhaltige Untergrundbewirtschaftung?

Nachhaltig ist die thermische Nutzung nur, wenn Wärmeeintrag und Wärmeentzug langfristig zum Standort passen. Dabei müssen benachbarte Anlagen, Grundwasserströmung, Geologie, Trinkwasserschutz und ökologische Auswirkungen berücksichtigt werden. Eine hohe theoretische Speicherkapazität bedeutet deshalb noch nicht automatisch, dass ein Vorhaben genehmigungsfähig oder wirtschaftlich ist.

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Über den Autor: Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Bild-, Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber


Was leistet ein Urbaner Digitaler Zwilling?

Ein Urbaner Digitaler Zwilling ist ein digitales Modell eines realen Stadtgebiets. Anders als eine einfache dreidimensionale Karte enthält er nicht nur Gebäudeformen und Straßen. Er kann verschiedene Datenebenen miteinander verbinden und Veränderungen in Szenarien abbilden. Bei CO₂OL ISLANDS gehören dazu unter anderem Geologie, Grundwasser, Energiebedarf, Gebäudebestand, Vegetation, Stadtklima, mögliche Netze und planungsrechtlich relevante Informationen.

Damit können Fachleute Fragen untersuchen, die bisher oft getrennt bearbeitet werden. Ein Standort kann beispielsweise geologisch geeignet erscheinen, aber in einem Schutzgebiet liegen. Ein anderes Quartier besitzt möglicherweise einen hohen Kühlbedarf, aber zu wenig freie Fläche für bestimmte Systeme. An einer dritten Stelle könnten vorhandene Abwärme, sanierte Gebäude und ein Wärmenetz besonders gut zusammenpassen.

Welche Entscheidungen kann das digitale Modell unterstützen?

  1. Ausgangslage erfassen: Wo befinden sich Hitzehotspots, Energiebedarfe, Grünflächen und empfindliche Grundwasserbereiche?
  2. Potenziale prüfen: Welche Arten der oberflächennahen Geothermie kommen an einem Standort grundsätzlich infrage?
  3. Szenarien vergleichen: Welche Wirkung haben Geothermie, Gebäudesanierung, Verschattung und Stadtgrün einzeln oder in Kombination?
  4. Nutzungskonflikte erkennen: Wo überschneiden sich Schutzinteressen, technische Anlagen und konkurrierende Flächenansprüche?
  5. Umsetzung vorbereiten: Welche Daten und Fachprüfungen werden für Planung und Genehmigung benötigt?

Ein Digitaler Zwilling trifft jedoch keine politischen oder rechtlichen Entscheidungen. Er liefert eine strukturierte Grundlage. Die Verantwortung bleibt bei Planern, Behörden, Betreibern und politischen Gremien. Auch Unsicherheiten müssen sichtbar bleiben. Unvollständige Eingangsdaten oder unzutreffende Annahmen können zu scheinbar präzisen, aber fachlich schwachen Ergebnissen führen.

Warum ist Charlottenburg-Wilmersdorf ein geeignetes Reallabor?

Der Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf vereint sehr unterschiedliche Stadtstrukturen. Dicht bebaute Zentren und Geschäftsstraßen liegen neben Wohnquartieren, Grünräumen und weniger verdichteten Randbereichen. Diese Vielfalt macht den Bezirk zu einem anspruchsvollen Reallabor.

Gerade in hochverdichteten Bereichen treffen mehrere Probleme aufeinander. Viele Menschen leben und arbeiten auf engem Raum. Der Anteil versiegelter Flächen ist hoch. Freie Grundstücke für neue Infrastruktur sind knapp. Gleichzeitig steigt während heißer Phasen der Bedarf an Gebäudekühlung. Maßnahmen müssen daher räumlich präzise geplant und miteinander kombiniert werden.

Der Bezirk ist über sein Umwelt- und Naturschutzamt auch Projektpartner. Im Reallabor lässt sich prüfen, welche Informationen eine Behörde tatsächlich benötigt und wie Ergebnisse für den kommunalen Alltag aufbereitet werden müssen.

Welche Vorteile kann der Ansatz für eine klimaresiliente Stadt bieten?

Wie kann die Außenluft im Sommer entlastet werden?

Wird nutzbare Abwärme nicht vollständig an die Umgebung abgegeben, kann dies lokale Wärmeeinträge verringern. Die tatsächliche Wirkung hängt jedoch von der Größe der Anlagen, dem Quartier und der Wetterlage ab. Der Ansatz ersetzt daher weder Bäume noch Verschattung oder Entsiegelung. Er ergänzt diese Maßnahmen um die energetische Ebene.

Wie kann aus Abwärme eine Ressource werden?

Wärme, die im Sommer als störend wahrgenommen wird, kann im Winter einen Wert besitzen. Durch Speicherung und spätere Nutzung sinkt unter günstigen Bedingungen der Bedarf an anderen Wärmequellen. Das verbindet Klimaanpassung mit Wärmewende und Ressourceneffizienz.

Wie kann die kommunale Planung besser werden?

Gemeinsam ausgewertete Daten können früh zeigen, ob ein Vorhaben an Schutzinteressen, fehlender Fläche oder ungünstiger Geologie scheitern könnte. Planungsvarianten lassen sich vergleichen, bevor hohe Kosten für Detailplanung und Bau entstehen. Zudem können Entscheidungen transparenter begründet werden.

Wie profitieren Energieversorger und Gebäudeeigentümer?

Energieversorger erhalten Hinweise auf mögliche Wärmequellen, Speicher und Netzkopplungen. Gebäudeeigentümer können besser einschätzen, ob ein Einzelgebäude oder eine gemeinsame Quartierslösung sinnvoller ist. Dabei bleibt die energetische Sanierung wichtig, denn ein Gebäude mit geringerem Bedarf benötigt kleinere Anlagen und niedrigere Vorlauftemperaturen.

Welche Nachteile, Risiken und Zielkonflikte gibt es?

Der Untergrund ist kein unbegrenzt verfügbarer Energiespeicher. Mehrere Anlagen können sich gegenseitig beeinflussen, wenn ihre thermischen Bereiche überlappen. Zu hohe Wärmeeinträge oder ein dauerhaft unausgeglichener Betrieb können die Temperaturverhältnisse verändern. Auch die Bohrung selbst birgt Risiken, etwa wenn Grundwasserstockwerke unbeabsichtigt verbunden werden oder ungeeignete Stoffe in den Untergrund gelangen.

Hinzu kommen wirtschaftliche Fragen. Erkundung, Bohrungen, Leitungen, Wärmepumpen, Messsysteme und Genehmigungen verursachen Kosten. In einem dicht bebauten Quartier können Baustellenlogistik, Leitungsführung und Eigentumsverhältnisse die Umsetzung erschweren. Eine technisch attraktive Lösung muss deshalb nicht automatisch die günstigste oder schnellste sein.

Chance Möglicher Zielkonflikt
Sommerliche Wärme speichern Zusätzlicher Wärmeeintrag kann an vorbelasteten Standorten ungeeignet sein
Lokale Energie nutzen Bohrungen und Anlagen beanspruchen Raum und Kapital
Planung digital beschleunigen Modelle benötigen aktuelle, vollständige und kompatible Daten
Quartiere gemeinsam versorgen Viele Eigentümer und Zuständigkeiten erhöhen den Abstimmungsbedarf
Technische Kühlung effizienter gestalten Effizienz darf baulichen Hitzeschutz und Stadtgrün nicht verdrängen

Wie ist Geothermie rechtlich einzuordnen?

Für konkrete Vorhaben gelten das Wasserhaushaltsgesetz, das jeweilige Landeswasserrecht und weitere technische sowie umweltrechtliche Anforderungen. In Berlin benötigt die Nutzung von Erdwärme mit Erdwärmesonden, Grundwasserwärmepumpen und vergleichbaren Systemen grundsätzlich eine wasserbehördliche Erlaubnis. Grund dafür sind mögliche Auswirkungen von Bohrung, Ausbau und thermischem Betrieb auf Boden und Grundwasser.

Die Behörde prüft unter anderem Standort, Bohrtiefe, Dimensionierung, Wärmeträgermittel und mögliche Veränderungen der Grundwasserbeschaffenheit. In Berliner Trinkwasserschutzgebieten ist die Erdwärmenutzung grundsätzlich verboten. Für größere Anlagen steigen die Anforderungen. Bei einer Heizleistung von mehr als 30 Kilowatt ist in Berlin zunächst ein Geothermal Response Test vorgesehen. Je nach Leistung und Einzelfall kann außerdem eine thermohydrodynamische Modellierung erforderlich sein.

Seit einer Änderung des Bundesbergrechts fällt oberflächennahe Geothermie bis 400 Meter nicht mehr unter das Bergrecht. Das bedeutet jedoch nicht, dass überall bis zu dieser Tiefe gebohrt werden darf. In Berlin begrenzen Grundwasserschutz und geologische Barrieren weiterhin die zulässige Tiefe. Eine standortbezogene wasserbehördliche Zulassung bleibt notwendig.

Faktenbox: Rechtliche Einordnung

Ein Potenzialhinweis aus einem digitalen Modell ist noch keine Genehmigung. Vor Planung oder Bau müssen die zuständige Wasserbehörde und bei Bedarf weitere Fachstellen einbezogen werden. Anforderungen unterscheiden sich nach Bundesland, Standort, Anlagentyp, Leistung und Bohrtiefe. Dieser Artikel bietet eine allgemeine Einordnung und keine Rechtsberatung.

Welche gesundheitlichen Grenzen müssen beachtet werden?

Das Projekt ist ein Ansatz für Stadtplanung, Energieversorgung und Klimaanpassung. Es ist keine medizinische Maßnahme und verhindert hitzebedingte Beschwerden nicht unmittelbar. Selbst ein klimaresilient geplantes Quartier kann während extremer Wetterlagen gesundheitsgefährdend heiß werden.

Bei starker Hitze bleiben persönliche und organisatorische Schutzmaßnahmen notwendig. Dazu gehören ausreichend Flüssigkeit, angepasste Tagesabläufe, Verschattung, kühle Aufenthaltsräume und besondere Aufmerksamkeit für gefährdete Menschen. Beschwerden wie Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen, sehr hohe Körpertemperatur, Kreislaufkollaps oder heiße und trockene Haut können auf einen medizinischen Notfall hinweisen. Dann ist umgehend professionelle Hilfe erforderlich.

Warum ersetzt Geothermie weder Bäume noch Gebäudesanierung?

CO₂OL ISLANDS ist besonders überzeugend, weil das Projekt unterschiedliche Systeme zusammenführt. Bäume spenden Schatten und kühlen durch Verdunstung. Entsiegelte Flächen können Wasser aufnehmen. Außenliegender Sonnenschutz reduziert den Wärmeeintrag in Gebäude. Eine gute Dämmung und geeignete Fenster verringern den Energiebedarf. Geothermie und saisonale Speicher können anschließend den verbleibenden Wärme- und Kühlbedarf effizienter decken.

Keine dieser Maßnahmen erfüllt alle Aufgaben. Ein unterirdischer Speicher schafft keinen Schatten auf einem Schulhof. Ein Baum liefert im Winter keine nutzbare Heizwärme. Eine Gebäudesanierung löst keine Konflikte zwischen mehreren geothermischen Anlagen. Für eine klimaresiliente Stadt zählt deshalb die passende Kombination am richtigen Ort.

Wer arbeitet bei CO₂OL ISLANDS zusammen?

Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderte Verbundprojekt verbindet Wissenschaft, Verwaltung und Energiewirtschaft. Die Verbundkoordination liegt beim Fachgebiet Versorgungsplanung und Versorgungstechnik der Universität der Künste Berlin. Beteiligt sind außerdem das Fachgebiet Ingenieurgeologie der Technischen Universität Berlin, das Umwelt- und Naturschutzamt des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf, die Blockheizkraftwerks-, Träger- und Betreibergesellschaft mbH Berlin sowie die GASAG Solution Plus GmbH.

Diese Zusammensetzung ist für die praktische Umsetzung bedeutsam. Hochschulen entwickeln Modelle und Methoden. Behörden kennen Schutzanforderungen und Verwaltungsabläufe. Energieunternehmen bringen Erfahrung mit Anlagen, Netzen und Betrieb ein. Erst im Zusammenspiel kann aus wissenschaftlichen Daten ein Werkzeug entstehen, das im kommunalen Alltag tatsächlich nutzbar ist.

Welche Fragen stellen sich zu CO₂OL ISLANDS häufig?

Kann der Untergrund eine Stadt direkt abkühlen?

Er kann Teil eines Kühlsystems sein und Wärme aufnehmen, die sonst möglicherweise an die Außenluft abgegeben würde. Wie stark sich dadurch das lokale Stadtklima verändert, hängt vom konkreten System und seiner Größenordnung ab. Für spürbare Kühlung im öffentlichen Raum bleiben Bäume, Schatten, Verdunstung und helle Oberflächen besonders wichtig.

Ist saisonale Wärmespeicherung überall möglich?

Nein. Geologie, Grundwasser, vorhandene Nutzungen, Schutzgebiete, Platzverhältnisse und Energiebedarf unterscheiden sich von Standort zu Standort. Vor einer Umsetzung sind Erkundung, fachliche Auslegung und Genehmigung notwendig.

Was ist der wichtigste Vorteil des Urbanen Digitalen Zwillings?

Er führt Informationen zusammen, die in der Verwaltung und Planung häufig getrennt vorliegen. Dadurch werden Wechselwirkungen, geeignete Flächen und mögliche Konflikte früher sichtbar. Das kann Entscheidungen nachvollziehbarer machen und aufwendige Fehlplanungen vermeiden.

Ist ein Digitaler Zwilling automatisch objektiv?

Nein. Ein Modell basiert auf Daten, Annahmen und gewählten Bewertungskriterien. Deshalb müssen Datenstand, Unsicherheiten und Zielkonflikte transparent dokumentiert werden. Fachliche Prüfung und politische Abwägung bleiben unverzichtbar.

Kann das Modell auf andere Städte übertragen werden?

Der Planungsansatz soll grundsätzlich übertragbar sein. Die Ergebnisse aus Charlottenburg-Wilmersdorf lassen sich jedoch nicht unverändert auf andere Orte kopieren. Jede Kommune braucht lokale Daten zu Geologie, Grundwasser, Gebäuden, Klima, Energieinfrastruktur und rechtlichen Vorgaben.

Was ist das Fazit zum Untergrund als Verbündetem gegen Stadthitze?

CO₂OL ISLANDS zeigt einen wichtigen Perspektivwechsel: Der Untergrund ist nicht nur Baugrund oder stille Energiereserve, sondern kann aktiv in Klimaanpassung und Wärmeplanung einbezogen werden. Saisonale Speicherung kann sommerliche Abwärme nutzbar machen, während der Urbane Digitale Zwilling geologische, energetische und stadtplanerische Zusammenhänge sichtbar macht.

Der Ansatz besitzt großes Potenzial, ist aber kein Freibrief für beliebige Bohrungen oder Wärmeeinträge. Grundwasserschutz, geologische Grenzen, Nachbaranlagen, Wirtschaftlichkeit und langfristige Temperaturbilanzen müssen berücksichtigt werden. Besonders sinnvoll erscheint deshalb die Verbindung aus Gebäudeeffizienz, Stadtgrün, Verschattung, Entsiegelung, intelligenten Energienetzen und sorgfältig gesteuerter Geothermie.

Kurz zusammengefasst: Eine klimaresiliente Stadt entsteht nicht durch eine einzelne Technik. Sie entsteht, wenn Oberfläche und Untergrund, Sommer und Winter sowie Klimaanpassung und Energieversorgung gemeinsam geplant werden. Genau dafür will CO₂OL ISLANDS ein praxistaugliches Werkzeug entwickeln.

Quelle / Infos / Pressemitteilung: https://idw-online.de/de/news877853 und https://www.tu.berlin/go310297/


Über den Autor:

Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Bild-, Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber


Kein Anspruch / Gewähr auf Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der Informationen, News bzw. Pressemeldung

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