Wie hilft OASITY Kommunen gegen Hitze?

Immer mehr Städte kämpfen mit extremer Hitze, versiegelten Flächen und belasteten Innenstädten. Die Fraunhofer Plattform OASITY soll Kommunen dabei helfen, Klimaanpassungsmaßnahmen schon vor der Umsetzung digital zu simulieren. So können Städte erkennen, welche Begrünung, Entsiegelung oder Kühlmaßnahme an welchem Ort die größte Wirkung erzielt. Das spart Kosten, verbessert die Planung und kann die Hitzebelastung für Menschen deutlich senken.

Wie hilft OASITY Kommunen gegen Hitze und Klimafolgen?

Wie hilft OASITY Kommunen gegen Hitze?
Wie hilft OASITY Kommunen gegen Hitze?

Der Klimawandel verändert Städte bereits heute spürbar. Asphalt, Beton und dichte Bebauung speichern Wärme über viele Stunden hinweg. Besonders in Sommernächten entstehen dadurch sogenannte Wärmeinseln, die für Menschen, Tiere und Infrastruktur zunehmend problematisch werden. Genau hier setzt die Plattform OASITY des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP an.

Die wichtigsten Fakten zu OASITY und Klimaanpassung

Bereich Details
Plattform OASITY
Entwickler Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP
Ziel Simulation von Klimaanpassungsmaßnahmen in Städten
Wichtige Maßnahmen Begrünung, Entsiegelung, Fassadenbegrünung, Stadtplanung
Grundlage Stadtklimamodell PALM 4U
Nutzen Bessere Entscheidungen vor teuren Investitionen
Vorteile Weniger Hitze, geringerer Energiebedarf, mehr Lebensqualität
Beispiele Rosenheim und München Giesing
Besonders relevant für Kommunen, Stadtplaner, Architekten, Planungsämter

Warum wird Klimaanpassung für Städte immer wichtiger?

Die Auswirkungen des Klimawandels treffen Städte besonders stark. Dicht bebaute Quartiere speichern Wärme deutlich stärker als ländliche Regionen. Gleichzeitig fehlen häufig Grünflächen, Luftzirkulation und natürliche Kühlung.

Der Deutsche Wetterdienst warnt inzwischen regelmäßig vor extremer Hitze. Besonders gefährdet sind:

  • ältere Menschen
  • Kinder
  • Menschen mit Vorerkrankungen
  • Bewohner dicht bebauter Innenstädte
  • Menschen ohne ausreichende Kühlmöglichkeiten
Faktenbox: Warum Städte besonders heiß werden

Versiegelte Flächen wie Asphalt oder Beton speichern Sonnenwärme über viele Stunden hinweg. Gleichzeitig fehlen kühlende Pflanzen und Verdunstungseffekte. Dadurch entstehen sogenannte urbane Wärmeinseln. In manchen Stadtteilen liegen die Temperaturen mehrere Grad über dem Umland.

Hinzu kommt der rechtliche Druck. Seit 2024 verpflichtet das Bundes Klimaanpassungsgesetz Länder und Kommunen dazu, Strategien gegen Hitze und andere Klimafolgen zu entwickeln. Städte müssen also nicht nur handeln, sondern ihre Maßnahmen auch fachlich begründen.

Wie hilft OASITY Kommunen gegen Hitze?
Wie hilft OASITY Kommunen gegen Hitze?

Was ist OASITY eigentlich?

OASITY ist eine digitale Simulationsplattform für Stadtklima und Klimaanpassung. Entwickelt wurde sie vom Fraunhofer Institut für Bauphysik IBP.

Die Plattform ermöglicht es Städten, Planungsbüros und Behörden, verschiedene Maßnahmen virtuell zu testen. So lässt sich bereits vor Baubeginn erkennen, welche Wirkung bestimmte Veränderungen im Stadtraum haben könnten.

Dazu gehören unter anderem:

  • Baumpflanzungen
  • begrünte Fassaden
  • Dachbegrünungen
  • Entsiegelung von Flächen
  • neue Grünanlagen
  • Veränderungen von Straßenräumen
  • Luftströmungen in Quartieren

Die Plattform basiert auf dem Stadtklimamodell PALM 4U. Dieses Modell analysiert physikalische Prozesse innerhalb urbaner Räume.

Welche Faktoren werden simuliert?

Die Simulationen können unter anderem folgende Bereiche darstellen:

  • Temperaturentwicklung
  • thermischer Komfort
  • Windbewegungen
  • Kaltluftströme
  • Sonneneinstrahlung
  • Ausbreitung von Schadstoffen
  • Hitzebelastung in Straßen und Quartieren

Dadurch entsteht ein deutlich genaueres Bild darüber, wie sich Städte unter verschiedenen Klimabedingungen entwickeln könnten.

Warum sind Simulationen für Kommunen so wichtig?

Viele Städte verfügen nur über begrenzte finanzielle Mittel. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Klimaanpassung, Infrastruktur und Gesundheitsschutz.

Deshalb wird die Frage immer wichtiger:

Welche Maßnahme bringt wirklich etwas?

Genau an diesem Punkt helfen Simulationen.

Statt Maßnahmen auf Verdacht umzusetzen, können Städte verschiedene Varianten zunächst digital testen. Das reduziert Planungsfehler und verbessert die Entscheidungsgrundlage.

Bedeutung für Kommunen

Simulationen helfen Städten dabei, Investitionen gezielter einzusetzen. Statt Millionenbeträge ohne klare Datenlage zu investieren, können Kommunen vorher analysieren, welche Maßnahmen die größte Wirkung gegen Hitze entfalten.

Gerade in Zeiten knapper Haushalte gewinnt dieser datenbasierte Ansatz an Bedeutung.

Wie wirken Begrünungsmaßnahmen gegen Hitze?

Begrünung gehört zu den wichtigsten Maßnahmen moderner Klimaanpassung. Pflanzen wirken auf mehreren Ebenen kühlend.

Welche Vorteile haben begrünte Fassaden?

Messungen des Fraunhofer IBP zeigen deutliche Unterschiede zwischen begrünten und unbegrünten Gebäuden.

Unbegrünte Fassaden können sich an heißen Sommertagen bis zu 20 Grad Celsius stärker aufheizen als begrünte Flächen.

Das hat mehrere Folgen:

  • Innenräume bleiben kühler
  • Gebäude heizen sich langsamer auf
  • der Energiebedarf sinkt
  • Klimaanlagen müssen weniger arbeiten
  • die Aufenthaltsqualität verbessert sich

Auch technische Anlagen profitieren. Lüftungsanlagen oder Kühltechnik arbeiten effizienter, wenn die Umgebungstemperatur niedriger bleibt.

Warum reduziert Begrünung den Energieverbrauch?

Pflanzen erzeugen Verdunstungskälte. Gleichzeitig beschatten sie Fassaden und Oberflächen.

Dadurch gelangt weniger Hitze in Gebäude. Besonders im Sommer sinkt dadurch der Bedarf an aktiver Kühlung.

Das ist nicht nur ökologisch relevant, sondern auch wirtschaftlich interessant.

Steigende Energiekosten machen effiziente Gebäude zunehmend wichtiger.

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Über den Autor: Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber


Welche Ergebnisse zeigen die Simulationen in deutschen Städten?

Die bisherigen Modellrechnungen liefern bereits konkrete Ergebnisse.

Was zeigen die Simulationen in Rosenheim?

In Rosenheim untersuchte das Fraunhofer IBP verschiedene Begrünungsmaßnahmen während eines heißen Sommernachmittags.

Die Ergebnisse zeigen:

  • lokale Senkung der gefühlten Temperatur um bis zu fünf Grad Celsius
  • deutlich verbesserter thermischer Komfort
  • geringere Belastung für Bewohner

Wie sieht es in München Giesing aus?

Auch für den Münchner Stadtteil Giesing wurden umfangreiche Simulationen durchgeführt.

Dabei zeigte sich:

  • Reduzierung der Hitzebelastung um drei bis sieben Grad Celsius
  • starke Unterschiede je nach Standort
  • besonders hohe Wirkung durch kombinierte Begrünungsmaßnahmen
Praxisbeispiel München Giesing

Die Simulationen zeigen, dass nicht jede Maßnahme überall gleich gut wirkt. Entscheidend sind Bebauung, Luftströmung, Verschattung und Grünanteil. Genau deshalb gewinnen digitale Modelle für die Stadtplanung an Bedeutung.

Welche Rolle spielt PALM 4U?

Die technische Grundlage von OASITY ist das Stadtklimamodell PALM 4U.

Dabei handelt es sich um ein öffentlich verfügbares Simulationsmodell für urbane Klimaanalysen.

Weitere Informationen dazu bietet das Fraunhofer IBP hier:

Klimawandelanpassungsmaßnahmen mit PALM 4U

Was macht PALM 4U besonders?

Das Modell bildet komplexe physikalische Prozesse innerhalb von Städten ab.

Dazu gehören:

  • Wärmeentwicklung
  • Windverhalten
  • Luftqualität
  • Strahlung
  • Kaltluftbewegungen
  • thermischer Komfort

Früher waren solche Modelle fast ausschließlich Forschungsprojekten vorbehalten. Mit OASITY sollen sie stärker in die kommunale Praxis integriert werden.

Welche Vorteile haben digitale Stadtmodelle?

Immer mehr Städte setzen auf digitale Zwillinge und virtuelle Stadtmodelle.

OASITY kann direkt in solche Systeme integriert werden.

Was bringt ein digitaler Zwilling?

Ein digitaler Zwilling bildet reale Stadtstrukturen virtuell ab.

Dadurch können Planungen wesentlich präziser analysiert werden.

Mögliche Vorteile:

  • bessere Entscheidungsgrundlagen
  • frühzeitige Risikoanalyse
  • realistische Szenarien
  • höhere Planungssicherheit
  • geringere Fehlplanungen

Welche Grenzen haben Klimasimulationen?

Trotz aller Vorteile ersetzen Simulationen keine politischen Entscheidungen.

Die Modelle analysieren physikalische Prozesse. Gesellschaftliche Faktoren oder soziale Fragen werden dagegen nur eingeschränkt berücksichtigt.

Was können Simulationen nicht leisten?

  • soziale Konflikte lösen
  • politische Prioritäten festlegen
  • Finanzierungsfragen beantworten
  • Akzeptanz in der Bevölkerung garantieren
  • alle Zukunftsentwicklungen exakt vorhersagen

Die Ergebnisse liefern also eine wissenschaftliche Grundlage, aber keine automatische Entscheidung.

Einordnung

Digitale Klimamodelle gelten als wichtige Entscheidungshilfe, ersetzen aber keine demokratische Planung. Städte müssen weiterhin abwägen, welche Maßnahmen wirtschaftlich, sozial und politisch sinnvoll sind.

Warum steigt die Nachfrage nach OASITY?

Die Nachfrage nach digitalen Klimaanpassungslösungen wächst deutlich.

Mehr als zehn Kommunen und Planungsbüros nutzen die Plattform bereits aktiv. Weitere Städte testen OASITY aktuell in Pilotprojekten.

Seit 2024 wurden zudem über 100 Fachpersonen aus Planungsämtern und Planungsbüros geschult.

Warum wächst das Interesse?

Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • mehr Hitzetage in Städten
  • gesetzliche Anforderungen
  • steigende Gesundheitsrisiken
  • hohe Kosten durch Fehlplanungen
  • wachsende Bedeutung nachhaltiger Stadtentwicklung

Welche Maßnahmen gegen Hitze gelten als besonders effektiv?

Die Forschung zeigt, dass einzelne Maßnahmen oft weniger wirksam sind als kombinierte Lösungen.

Besonders wirksam sind häufig:

  • große Bäume im Straßenraum
  • Entsiegelung versiegelter Plätze
  • Fassadenbegrünung
  • Dachbegrünung
  • offene Luftkorridore
  • mehr Schattenflächen
  • Wasserflächen und Verdunstungseffekte

Wichtig ist dabei immer die lokale Situation. Nicht jede Maßnahme funktioniert überall gleich gut.

Welche Bedeutung hat das für Bürgerinnen und Bürger?

Klimaanpassung betrifft längst nicht mehr nur Fachleute oder Behörden.

Extreme Hitze beeinflusst den Alltag vieler Menschen direkt.

Dazu gehören:

  • schlechter Schlaf durch warme Nächte
  • höhere gesundheitliche Belastung
  • mehr Energieverbrauch
  • Belastung öffentlicher Infrastruktur
  • geringere Aufenthaltsqualität in Städten

Deshalb wird Stadtbegrünung zunehmend auch zu einem gesellschaftlichen Thema.

FAQ zur Fraunhofer Plattform OASITY

Was ist OASITY?

OASITY ist eine digitale Plattform des Fraunhofer IBP zur Simulation von Klimaanpassungsmaßnahmen in Städten.

Welche Maßnahmen können simuliert werden?

Unter anderem Begrünung, Entsiegelung, Fassadenbegrünung, Luftströmungen und Hitzebelastung.

Warum sind solche Simulationen wichtig?

Sie helfen Städten dabei, Investitionen gezielter einzusetzen und die Wirkung von Maßnahmen bereits vor der Umsetzung zu bewerten.

Wie stark kann Begrünung Städte kühlen?

Simulationen zeigen lokal mögliche Verbesserungen der gefühlten Temperatur um mehrere Grad Celsius.

Wer nutzt die Plattform bereits?

Mehrere Kommunen, Planungsämter und Planungsbüros arbeiten bereits mit OASITY oder testen die Plattform.

Fazit: Warum digitale Klimasimulationen für Städte immer wichtiger werden

Extreme Hitze entwickelt sich zunehmend zu einer der größten Herausforderungen moderner Städte. Gleichzeitig stehen Kommunen unter finanziellem und gesetzlichem Druck, wirksame Klimaanpassungsmaßnahmen umzusetzen.

Die Fraunhofer Plattform OASITY soll dabei helfen, Entscheidungen datenbasiert und nachvollziehbar zu treffen. Simulationen ermöglichen es, Begrünung, Entsiegelung und andere Maßnahmen schon vor der Umsetzung zu analysieren.

Dadurch lassen sich Risiken reduzieren, Kosten besser planen und die Lebensqualität in Städten langfristig verbessern. Auch wenn digitale Modelle keine politischen Entscheidungen ersetzen, könnten sie in Zukunft ein zentraler Bestandteil moderner Stadtplanung werden.

Quelle / Infos / Pressemitteilung: https://idw-online.de/de/news873572 und https://www.ibp.fraunhofer.de/de/kompetenzen/hygrothermik/stadtbauphysikalische-modellierung/mikroskalige-analyse.html


Über den Autor:

Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber


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